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Ausgabe: 04/2011 Märchenhaft
Wie aus einem Märchen aus 1001 Nacht steht der im Hundertwasserstil erbaute Turm der Brauerei Kuchlbauer im niederbayerischen Abensberg da. Mit seiner typischen Farbigkeit und Formenvielfalt und der goldenen Kugel zieht das 35 Meter hohe Bauwerk Besucher aus nah und fern an. Es war das letzte Architekturprojekt des Künstlers und Architekten Friedensreich Hundertwasser.
Der Kuchlbauerturm war ein Wunsch des Brauereibesitzers Leonhard Salleck, der ihn ursprünglich als Werbeträger mit 70 Meter Höhe errichten lassen wollte. Weil das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege Bedenken anmeldete, dass ein so hoher Turm die mittelalterlich geprägte Altstadt Abendberg mit dem 56 Meter hohen Kirchturm beeinträchtigen könne, einigte man sich auf eine Höhe von 35 Metern.
Als Friedensreich Hundertwasser im Jahr 2000 in Neuseeland verstarb, war der Abensberger Turm zwar projektiert. Planung und Realisierung wurden dann von Architekt Peter Pelikan übernommen, der bereits Projekte mit Hundertwasser erstellt hat. Nach intensiver Planungsphase entstand das fantasievolle, künstlerische Gebäude in vier Jahren Bauzeit.
Im Januar 2010 eröffnet, gab es im vergangenen Jahr bereits einen Besucherrekord: Mehr als 150.000 Menschen – dreimal so viele Besucher wie erwartet – bestiegen das Bauwerk. Selbst im Winter lassen es sich die Hundertwasserfans nicht nehmen, den Turm zu bestaunen, das Restaurant im Erdhügelhaus neben dem Turm zu besuchen oder die Sammlung von über 2000 Weißbiergläsern im Turmkeller anzusehen. Doch Friedensreich Hundertwasser ging es immer um mehr, als nur bunte, verspielte Bauwerke zu entwerfen und zu bauen. Hinter der Architektur steckt die Philosophie und das Anliegen, dem Mensch wie der Natur einen lebensgerechten Platz zu bieten.
Formen und Farben
In seiner Gestalt und Farbigkeit zeigt der Turm die typische Hundertwasser-Architektur: organische Formen, das Fehlen rechter Winkel, fließende Linien, Erker, Freitreppen und bogenförmige Fenster. Das Bauwerk wird gekrönt von ...
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