|
|
|
02.02.2010 Die energetische Sanierung und Modernisierung einer Wohnanlage aus den 50er-Jahren beschert den Bewohnern mehr Lebensqualität.
Comeback
Modernisierung oder Abriss? Vor dieser Entscheidung standen die Verantwortlichen der Städtischen Wohnungsgesellschaft Bremerhaven rund 50 Jahre nach der Errichtung der Wohnanlage in der Ringstraße in Bremerhaven. Im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens entschied man sich aus ökonomischen, ökologischen und sozio-kulturellen Gründen zum Erhalt der Gebäude.
„Wir betrachten jedes Gebäude stets in seiner Gesamtheit,“ erläutert der mit der Gesamtkonzeption und Planung beauftragte Architekt Hans-Joachim Ewert. „Das heißt nicht nur unter den Aspekten der Energieeffizienz, der Wirtschaftlichkeit und des Klimaschutzes, sondern auch hinsichtlich der Sicherung der Behaglichkeit im Gebäude und eines menschengerechten Umfeldes. In der Ringstraße stand eine technisch und baukonstruktiv einwandfreie Substanz zur Verfügung, die sich aufgrund ihrer schlichten architektonischen Gestaltung hervorragend für eine Sanierung eignete.“
Bei der Ausführung fiel die Wahl auf ein WDV-System aus dem Hause Keimfarben. Der Sanierungs- und Modernisierungsbedarf beschränkte sich aber nicht auf rein technische Faktoren. Die Wohnungen sollten den neuen Anforderungen des KFW-Förderprogrammes „Altersgerecht Umbauen“ genügen. Diese sehen einen umfassenden Maßnahmenkatalog vor, wie zum Beispiel Barrierefreiheit oder -reduzierung. Auch bei der Gestaltung der Treppenhäuser wurde auf die Bedürfnisse der älteren Bewohner eingegangen: beidseitige Handläufe, eine bessere Ausleuchtung der Treppenstufen und ein Farbkonzept, das die einzelnen Stockwerke mit eindeutigen, leicht unterscheidbaren Farbanstrichen kennzeichnet, um die Orientierung zu erleichtern. Die Farben aus der Keim Avantgarde-Farbpalette orientieren sich an der von Bruno Taut und Hans Scharoun im Berlin der 20er-Jahre entwickelten intensiven Farbigkeit. Die Modernisierung der Wohnanlage in der Ringstraße ist ein Musterbeispiel für den verantwortungsvollen Umgang mit alter Bausubstanz und zeigt, dass Bauten aus den 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein großes Potenzial zur Erneuerung in sich bergen.
Details zu diesem Objekt finden Sie auf der Malerblatt-Homepage www.malerblatt.de unter der Rubrik Form & Farbe.
|
Quelle: Malerblatt - Zeitschrift für das Maler- und Ausbauhandwerk
|
|
|
|
|