Seite: 8 | Ausgabe: 02/2012 Buschtrommel Buschtrommel
Positives Denken
In der Lutherstadt Wittenberg, vor zwei Tagen. Es war kalt in der entkernten Villa. Es ging um Trocknung und Trockenbau. Er war der Meister vom Trockenbaubetrieb. „Und, was meinen Sie, hübsche Villa, was?“, sagte ich stolz. „Na hübsch is' anders, wa? Det is alles feuchte hier, sollten wa erst ma trockenlegen, det Janze, wa?“. „Okay – legen Sie's trocken, deshalb sind Sie ja hier.“ „Det sagen Sie so einfach“, sagte er. „Schaffen Sie das bis Ostern?“, fragte ich. „Wie soll ick denn det wissen“, sagte er. „Wen sollten wir denn fragen“, meinte ich. „Also, Sie machen mir janz fertich mit die ewige Fragerei.“ Ich wurde langsam sauer: „Ich will wissen, wann Sie anfangen und wann Sie fertig werden mit dem Trocknen, den Zwischenwänden, Putz und Stuck inklusive“, sagte ich forsch. Er sah direkt an mir vorbei auf eine nasse Stelle an der Decke. „Also, det jeht nich, det da oben.“ Dann schaute er auf die Türzargen, die eingeschweißt in dem kahlen Raum standen. „Wolln'se den Mist etwa ernsthaft verbauen?“. Ja, das hätte ich ernsthaft vor, bekräftigte ich. „Nee, nee, det jeht jarnich mit die Dinger, det is ja alles Holz.“ Ja, meinte ich, hat der Architekt entschieden, Holzzargen. „Na, der hat juten Mut, bei die Nässe hier, Holz arbeitet.“ „Nur wer von Herzen negativ denkt, kann positiv überrascht werden“, grinste ich. „Wat is? Det hab' ick nich verstanden“, sagte er.
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