Internationale Konferenz zeigte die neuesten Entwicklungen

Farbe im Kopf

Internationale Konferenz zeigte die neuesten Entwicklungen und technischen Neuerungen zum Thema Farbe und Licht, Kunst, Technologie und Design.

Carola Neydenbock

„Farbe im Kopf – Colour in Mind“ war das Motto der diesjährigen internationalen Konferenz an der Universität Tübingen. Die Veranstaltung, die vom 21. bis 23. September 2016 stattfand, legte ihren Fokus auf die Bereiche Neurobiologie und Wahrnehmung, Natur und Lebenswelt, Kunst und Kultur, sowie Medien und Technik. Veranstalter waren das Institut für Medienwissenschaft, das Forschungsinstitut für Augenheilkunde der Eberhard Karls Universität Tübingen zusammen mit dem Deutschen Farbenzentrum e.V. und die Hector Fellow Academy. Ziel war es, die vielfältigen Aspekte des Themas Farbe sichtbar zu machen.
Farbe und Demenz
Ein Highlight stellten die praxisorientierten Workshops dar, wie das von Susanne Wied und Sonja Graeff-Schimmelpfenning geleitete Seminar „Farbe und Demenz“. Die Diplom-Pflegepädagogin und die Innenarchitektin referierten über die Aspekte der veränderten Wahrnehmung von Demenzkranken. „Auf dieser Basis können Sie Ihre Gedankengänge bezogen auf Farbe und Demenz erweitern und Ihre gestalterischen Ideen damit verbinden, den farbigen Alltagsgegenstand in Bezug zu nehmen. Jeder dieser farbigen Reize wird verarbeitet, aber von den Betroffenen nicht mehr richtig erkannt“, erklärt Susanne Wied, nachdem sich die Teilnehmer fragen, was es mit dem gelben Klebezettelblock in einer Butterdose auf sich hat. „Die Emotionalität zur Farbe reduziert sich bei Demenzkranken nicht, sie ist tief archaisch angelegt und sie bleibt dabei individuell verankert, d. h. wenn die Person eine bestimmte Farbe nie mochte, wird sie diese so lange nicht mögen, bis das Gehirn die negativen Erinnerungen gelöscht hat.“ Sonja Graeff-Schimmelpfenning demonstrierte darüber hinaus an einem von ihr entworfenen Kunstwerk die gesundheitsfördernden Effekte von Farbe.
Farben bei Walt Disney
Der Schwerpunkt der Konferenz lag neben den neuesten Entwicklungen und technischen Neuerungen zum Thema Farbe und Licht, auch auf Farbe im Film. Besonders anschaulich erläutert wurde dies im englischsprachige Vortrag von Prof. Kirsten Thompson über den speziellen Einsatz von Farben in Disney Filmen („Disney Animation and the Wonderful World of Colour“). In diesem Rahmen zeichnete das deutsche Farbenzentrum auch Kurzfilme, die den dramaturgischen Einsatz von Farbe oder die Vermittlung von Wissen im Themenfeld Farbe besonders gut umsetzten, mit dem Karl-Miescher-Preis aus.