Die Maler- und Lackierer-Innung Stuttgart lud zur Ausstellung „Maler malen“ ins Stuttgarter Rathaus ein.

Maler malen

Vom 24. März bis 23. April 2015 waren in Stuttgart Werke von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Malerhandwerk zu sehen. Zur Ausstellungseröffnung begrüßte Michael Föll, Stuttgarts Erster Bürgermeister. Die Gäste fanden auf der Einladung folgende Sätze: „Maler malen – das Arttypische liegt in der Spiegelung von Werkzeug, Material und Farb-Sprache bezogen auf eine bildnerische Idee. Zum 150-jährigen Jubiläum der Maler- und Lackierer-Innung Stuttgart zeigen wir Ihnen ein facettenreiches Spektrum der Malerei“.

Kunst aus Stuttgart – so war die Veranstaltung überschrieben. Hier Auszüge der Einführungsrede von Prof. Hans K. Schlegel
„Der Begriff „Maler malen“ hört sich fast banal an. Sieht man genau hin, so steckt hinter dieser Formulierung ein doppelter Boden: Nämlich die handwerkliche, technische und kaufmännische Zuordnung im Besonderen, wie darüber hinaus die Entwicklung zur farbgestalterischen, künstlerischen und spirituellen Seite. Nach Begabung und Interesse hat sich in diesem Beruf schon immer eine enorme Bandbreite der Möglichkeiten angeboten. „Maler malen“ also nicht im Sinne eines Hobbys, sondern als besonderen Leistungsnachweis in ihrem Beruf.
Diese Bandbreite hat den Malerberuf schon immer interessant gemacht für kreative junge
Menschen. Handwerk und Kunst standen sich in diesem Beruf schon immer nahe gegenüber. Man denke an die geschichtliche Entwicklung der bemalten oder dekorierten Innenräume und Fassadenbilder, an die Dekorations-Malerei, an Wandmalereien in Kirchen und Schlössern.
Es ist eine Symbiose von Handwerk und Kunst, die sich in dieser Ausstellung ausbreitet. Ein
Machwerk, das das freie Tafelbild des handwerklichen Malers durchaus als Beispiel der geistigen künstlerischen Auseinandersetzung in seiner Zeit zu werten ist. Der Maler, das Malen als Begriff ist differenziert zu sehen. Dahinter steckt sowohl das Erhalten und Pflegen einer Sache, wie auch das Gestalten, mit Farbe formen im städtebaulichen Raum wie im Innenraum, bis hin zur freikünstlerischen Tätigkeit.“
Aussteller
Im Stuttgarter Rathaus waren Arbeiten folgender Künstler zu sehen:
  • Manfred Bodenhöfer
  • Bruno Dietzel
  • Heinz Fingerle
  • Otmar Guckenberger
  • Walter Guttenberger
  • Gerhard Kaufmann
  • Karin Kaufmann
  • Rolf-Dieter Kellner
  • Helmut Müller
  • Konrad Niemeier
  • Marco Niemeier
Prof. Hans K. Schlegel ging in seiner Rede auf jedes der Werke individuell ein:
„Lassen Sie mich zu den ausgestellten Exponaten von 11 Ausstellern kommen. Womit setzen sie sich auseinander? Der anwendungsbezogene Teil kann im Raster, in der Raster-Addition auf der Wand liegen.“
Zum sechsten Mal
In den vergangenen 30 Jahren hat die Aussteller-Gruppe „Maler malen“ sechs Mal ausgestellt. Mit diesen Werkschauen wurde nachhaltig zum Ausdruck gebracht, dass in der Maler- und Lackierer-Innung Stuttgart eine nachweisbare Verbindung von Kunst und Handwerk gepflegt und auch praktiziert wird. Kunst und Handwerk oder Farbdesign und Kunst, Worte die den gestaltenden Teil dieses Berufes ausloten. Dazu sich der gestalterische und schöpferische Impuls zu Wort meldet.
Nachwuchs-Chancen
Dies auch als Nachricht für berufssuchende junge Menschen und deren Eltern. Hier zeigen sich Chancen für einen Farbdesign-gestaltenden Beruf mit einem breiten Bildungs-Angebot und differenzierten Arbeitsfeldern. Ob Technik, Wirtschaft oder Gestaltungs-Farbdesign, alles ist in diesem Beruf enthalten. Vom Lehrling bis zum diplomierten Hochschul-Studium.
„Die vielfältige Beziehung zwischen Maler und Maler ist bis in die hohe Kunst verstrickt. Ein interessanter, farbiger und schöpferischer Beruf für Nachwuchsmaler, der unserer Umwelt einen menschlichen, ästhetischen und fantasievollen Anstrich geben kann.“