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13.429 Jugendliche hatten bis zum 31. Juli einen Ausbildungsvertrag im Handwerk in Baden-Würrtemberg unterzeichnet.
Foto: Fotolia/Tomasz Zajda
Handwerksbetriebe in Baden-Württemberg verzeichnen mehr Auszubildende

Mit Schwung ins neue Ausbildungsjahr

Der baden-württembergische Handwerkstag (BWHT) berichtet, dass die Handwerksbetriebe in Baden-Württemberg zum vierten Mal in Folge mehr Auszubildende als im Vorjahr verzeichnen. 13.429 Jugendliche hatten bis zum 31. Juli einen Ausbildungsvertrag unterzeichnet, dies entspricht einem Plus von drei Prozent.

Insgesamt rund 20.000 Jugendliche werden eine duale Ausbildung im Handwerk beginnen, davon geht der BWHT aus. Derzeit bilden die Betriebe im Land knapp 50.000 Jugendliche aus. Aktuell sollen sich mit einer Ausbildungsquote von 6,1 Prozent im Branchenvergleich überdurchschnittlich viele Handwerksbetriebe in Baden-Württemberg an der Ausbildung zukünftiger Fachkräfte beteiligen. Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold wies darauf hin, dass dies auch für die Integration von Geflüchteten gelte. Im neuen Ausbildungsjahr befinden sich insgesamt 1.300 Personen aus den acht Hauptherkunftsländern und Gambia in einer handwerklichen Ausbildung, so der Landeshandwerkspräsident.

Sorgen um die duale Ausbildung

Jedoch mache sich Reichold Sorgen um die duale Ausbildung, denn trotz der guten Zahlen lassen sich immer mehr Auszubildende die für eine erfolgreiche Ausbildung nötigen Mathematik- und Deutschkenntnisse vermissen. „Die schlechten Ergebnisse der IQB-Studie machen sich auch in der Handwerksausbildung bemerkbar“. Reichhold begrüßt zwar das angekündigte Qualitätskonzept der Kultusministerin, mahnt aber auch Sofortmaßnahmen an: „Ein Ausbildungsbetrieb muss davon ausgehen können, dass Schulabsolventen über benötigte Kompetenzen verfügen. Leider gibt die Schule, im Gegensatz zu einem Handwerksbetrieb, auf ihre Leistung jedoch keine Gewähr“.

Bei der Ausbildung von Geflüchteten erwarte das Handwerk mehr Rückhalt. Viele Ausbildungsbetriebe beklagen die ausufernde Bürokratie und die unklaren Aussagen der Behörden. Aus Sicht der Betriebe hat das Integrationsgesetz nicht die versprochene Rechtsicherheit gebracht. Ohne diese sei jedoch zu befürchten, dass die Bereitschaft zur Ausbildung von Geflüchteten nachlässt. Reichhold erklärt: „Es braucht eine klare Ansage: Wer in Ausbildung ist, wird nicht abgeschoben.“