Dämmaspekte

Teil 5: Die Dämmung von Kleinbauteilen in der Außenwand Es muss nicht immer die ganze Fassade sein, dämmen lohnt sich häufig bereits in kleinerem Umfang. Zum Beispiel rund um das Fenster oder im Umfeld des Heizkörpers.

Hanne Paschko, IPEG-Institut

Beim Nachrüsten der Dämmung von Altbauten können auch kleinere Maßnahmen durchgeführt werden, die eine hohe Wirkung erzielen. Dazu gehört als effektivste Methode die Dämmung von Rollladenkästen. Diese können als das energetisch schlechteste Bauteil bezeichnet werden, da sich zwischen Außen- und Raumluft oft nur eine Sperrholzplatte von etwa 0,5 cm befindet.
Bei einer Innenraumgestaltung können die Rollladenkästen schnell, einfach und effizient nachgerüstet werden. In älteren Gebäuden kommt es außerdem häufig vor, dass die Außenwand Aussparungen für Heizkörper aufweist. Auch dieses Kleinbauteil führt zu hohen Energieverlusten aufgrund der geringeren Außenwanddicke.
Der Rollladenkasten
Rollladenkästen wurden bis in die späten achtziger Jahre aus dünnem Holz gefertigt. Nimmt man an, dass ein normales Einfamilienhaus 16 Fenster mit Rollläden besitzt und ein Rollladenkasten eine Fläche von einem Quadratmeter aufweist, bestehen 16 m² der Außenwand dieses Hauses nur aus dünnen (4 bis 5 mm) Sperrholzplatten. Aufgrund des verhältnismäßig geringen Flächenanteiles der Kästen im Vergleich zur Wand sind die Dämmverfahren relativ unbekannt, wodurch der Nutzen einer solchen Maßnahme oft falsch eingeschätzt wird. Die Folge sind Zug-Erscheinungen verbunden mit starken Wärmeverlusten und damit erhöhten Heizkosten. Unter Umständen kann es durch Zusammenwirken mehrerer Faktoren zu Schimmelpilzbefall kommen, da ungedämmte Rollladenkästen starke Wärmebrücken bilden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese Maßnahme anzugehen, je nachdem ob der Rollladen genutzt werden soll oder nicht.
Dämmmöglichkeiten
Die einfachste Möglichkeit einen Rollladenkasten zu dämmen besteht darin, den Rollladen herauszunehmen und den Kasten mit einem Dämmstoff zu verfüllen. Dies ist nur dann eine Option, wenn die Rollläden nicht mehr genutzt werden oder an der Außenseite der Fassade angebracht werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass der Kasten nach der Verfüllung wieder mit einer Gipskartonplatte luftdicht verklebt wird. Es ist natürlich auch möglich, nur einen Teil der Rollläden zu entfernen, wenn zum Beispiel die im Schlafzimmer erhalten bleiben sollen und die in anderen Zimmern nicht unbedingt gebraucht werden.
Soll der Rollladen in Nutzung bleiben, müssen andere Maßnahmen ergriffen werden. Durch Demontage der Frontabdeckung wird ein freier Zugang zum Kasteninneren geschaffen. Da der Platz in einem Rollladenkasten sehr beschränkt ist, sollte bei dieser Dämmmaßnahme auf Hochleistungsdämmstoffe zurückgegriffen werden. Beispielsweise eignen sich Phenolharzplatten (WLS 022) oder Polyurethan-Platten (WLS 027) für die innenseitige Dämmung des Kastens. Im Idealfall sollten alle fünf Seiten mit Dämmplatten versehen werden. Die wichtigste Seite ist die zum Gebäudeinneren liegende, die später verputzt oder mit einer Gipskartonplatte versehen wird.
Ratsam ist auch, die restlichen Seiten oben, unten und an den Seiten zu dämmen, um Wärmebrücken zu verhindern (Abb. xx). Oft ist dies nicht oder nur mit verringerter Dämmdicke durchführbar. Fugen sollten mit dauerelastischen Dichtstoffen versehen werden, um das Eindringen kalter Außenluft zu vermeiden. Dies gilt auch für den Gurt, an dem Bürstendichtungen angebracht werden können. Der Wärmedurchlasskoeffizient oder U-Wert der Rollladenkastenkonstruktion kann durch diese Maßnahme von etwa 4 W/(m²K) auf 0,6 W/(m²K) reduziert werden. Dies entspricht einer wärmetechnischen Verbesserung des Bauteils um etwa 85 Prozent.
Heizkörpernischen
Auch bei der nachträglichen Wärmedämmung von Heizkörpernischen gibt es zwei Maßnahmen, den Energieverlust einzudämmen. Entweder die Heizkörper werden umgesetzt, sodass die Nische vollständig geschlossen werden kann, oder das Bauteil wird hinter den Heizkörpern mit Hochleistungsdämmstoffen energetisch verbessert. Energetisch günstiger ist es, den Heizkörper umzusetzen und die gesamte Nische mit Dämmstoff zu verfüllen (Abb. xx). Anders als bei der zweiten Variante können unterschiedliche Materialien verwendet werden. Auch eine Dämmung mit Matten oder Granulat ist möglich, wenn eine Unterkonstruktion angebaut wird. Die Verwendung von Platten ist bei ebenen Wänden jedoch weniger aufwändig.
Falls der Heizkörper aufgrund von Platzmangel an seiner Position bleiben muss, kann die Wand mit kompakten Hochleistungsdämmstoffen versehen werden. Wenn der Heizkörper nicht abmontiert wird, können biegsame Aerogel-Produkte zum Einsatz kommen, die aufgrund ihrer rauminnenseitigen Aluminiumkaschierung eine höhere Reflexion der Wärmestrahlung bewirken. Wird die Fläche freigelegt, können Platten aus Polyurethan oder Phenolharz verwendet werden, die wie auch bei den Rollläden eine optimale Wärmeschutzwirkung bieten. Bei diesen Maßnahmen muss darauf geachtet werden, dass zwischen Dämmstoff und Heizkörper ausreichend Raum vorhanden ist, damit die Luftzirkulation gewährleistet wird.
Fazit
Dämmung muss nicht immer eine groß angelegte Maßnahme sein. Der Vorteil der vorgestellten Dämmungen von Kleinbauteilen ist, dass sie punktuell durchgeführt werden können und so keine großen Kosten für den Hausbesitzer entstehen. Außerdem können diese Maßnahmen leicht im Zuge von Malerarbeiten des Innenraumes realisiert werden. Trotz der geringen Größe lohnt sich die Dämmung dieser Elemente, da die wärmetechnische Verbesserung der Bauteile enorm ist.