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Gut geplant ist halb gewonnen

Dritter und letzter Teil unserer Serie: Erfolgreiche Unternehmer stellen mit einer kurzen, effektiven Planung des Folgetages die Weichen für ein erfolgreiches Heute. Hilfreich dafür sind folgende Fragen: Was sind die wichtigsten Termine? Welche Ziele will ich unbedingt erreichen? Was muss ich dazu noch vorbereiten?

Sandra Schubert

Neben diesen harten Fakten, sollte aber nicht nur in Pflichten gedacht, sondern auch nach dem Lustprinzip verfahren werden: Was macht mir Spaß? Wo hole ich mir meine Erfolgserlebnisse? Welche netten Menschen will/werde ich treffen? Was aber tun, wenn bereits bei der Planung der Stresslevel steigt, weil der Terminkalender – wie immer – viel zu voll ist und die To-do-Liste einfach kein Ende nehmen will?

Ist der Stress selbstgemacht?

Manchmal kommt der Druck nicht von außen. Viele Unternehmer setzen sich selbst unnötig unter Druck. Dann hilft es beispielsweise, den Tagesplan einmal kritisch zu betrachten: Ist das wirklich alles wichtig und/oder dringlich? Wer sagt eigentlich, dass ich das alles heute/morgen erledigen muss? Wir haben die Wahl – wenn wir sie nutzen! Es lohnt sich, mutig zu sein und selbst zu entscheiden, zu kürzen, zu streichen, zu verschieben oder zu delegieren. Aus der positiven Psychologie wissen wir: Autonomie ist ein wichtiges Grundbedürfnis. Gelebte Selbstverantwortung trägt zu persönlicher Erfüllung und enormen Glücksgefühlen bei. Wenn wir immer noch Unwillen bezüglich unseres vollen Tagesablaufs verspüren und partout nichts verändern können, dann fragen wir uns besser: Muss ich gewisse Kunden besuchen oder will ich vielleicht sogar. Die Überprüfung der eigenen inneren Haltung nimmt den Druck und wir kommen entspannter durch den Tag.

Positiv in den Tag starten

Gerade am Morgen ist Stress für viele tödlich. Die erlebte Hetze schleppen wir durch den ganzen Tag und übertragen sie auch auf alle anderen, denen wir begegnen. Besser ist es da, mit einem Lieblingsritual positiv in den Tag zu starten. Für die eigene Weiterentwicklung und den persönlichen Erfolg fordern sich erfolgreiche Unternehmer immer mal wieder selbst heraus. Sie verlassen ihre Komfortzone, indem sie Bestandskundentermine mit Neukundenbesuchen abwechseln, vertraute Themen mit neuen Produkten usw. mixen. Außerdem lohnt es sich, mit offenen Augen durchs Gebiet zu fahren. Spontane Gelegenheiten führen oft zu herausragenden Ergebnissen. Hier heißt es, flexibel zu bleiben und spontan zu agieren: Chancen erkennen und ergreifen!

Gut für sich sorgen

Was für den Morgen gilt, ist auch während des Tages entscheidend: Wie gut sorgen wir für uns selbst? Den persönlichen Energielevel hochzuhalten gelingt nur, wenn wir auch Pausen einplanen. Nein, Autofahren ist keine Pause! Dafür ein kurzer Spaziergang … OHNE Handy am Ohr, mit Augen für die Natur statt auf dem E-Mail-Eingang. Und falls es regnet, einfach im Auto inspirierende Podcasts hören und ganz bewusst eine Kommunikationspause einlegen. Eine energiespendende Zwischenmahlzeit, statt plattmachendem Fastfood. Ein netter Kollegenplausch, statt kurzen, knappen Anweisungen an die Mitarbeiter. Auch einfach nur mal dumm, aber entspannt in die Gegend zu schauen, hilft, das Hirn durchzulüften!

Schluss mit dem Gegrübel

Manche Tage laufen einfach nicht so wie geplant. Häufen sich negative Kundengespräche, dann gewinnt schon mal das Grübelmonster die Oberhand. Das Problem mit trüben Gedanken ist, dass sie immer dann auftauchen, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann. Negativen Gedanken gar keinen Raum zu geben, ist wenig hilfreich, wenn nicht sogar unmöglich. Wir sollten uns allerdings weigern, uns von ihnen allzu sehr vereinnahmen zu lassen. Wenn das Grübelmonster in immer kürzeren Abständen auftaucht, hat das vielleicht auch einen guten Grund.

„Wenn-dann-Liste“

Unsere Ängste wollen uns vor Fehlern bewahren. Eine gute Idee, um das Grübelmonster in so einem Fall zu besiegen, ist die „Wenn-dann-Liste“. Dabei dürfen wir so richtig in unseren Befürchtungen schwelgen, schreiben Sie alle auf und erarbeiten dann Lösungsstrategien. Zwei Dinge passieren dabei: Erstens, sobald wir uns mit unseren Ängsten konkret auseinandersetzen, wirken diese weit weniger bedrohlich. Zweitens, durch die erarbeiteten Handlungsstrategien haben wir einen Notfallplan. Dieser gibt uns Sicherheit und Zuversicht. Wenn es also mal nicht so läuft – negative Gedanken und Gefühle bewusst wahrnehmen, der Ursache auf den Grund gehen und z .B. verpatzte Gespräche als Lernchance begreifen. Wichtig ist es dabei vor allem, die negativen Gefühle dann auch wieder loszulassen. Es bedarf der Selbsthygiene, damit uns nichts „nachschleicht“. Genug gegrübelt und gehadert! Carpe diem, deshalb ganz klar überlegen: Was kann ich jetzt tun, um dem Tag eine Wendung zu geben und den Schalter umzulegen? So kommen wir zurück auf Erfolgskurs.

Den Arbeitstag abschließen

Am Ende eines ereignisreichen Verkaufstages ist es mit der eigenen Energie oftmals nicht mehr so weit her. Man wünscht sich nichts sehnlicher als endlich Feierabend zu machen. Das ist verständlich und menschlich. Damit wir unseren Abend wirklich genießen und die Geschehnisse des Tages loslassen können, nehmen wir uns gerade an solchen Tagen 15 bis 20 Minuten Zeit, um den Tag in vier Schritten abzuschließen: Als erstes sorgen wir einmal dafür, dass nichts mehr dazu kommt. Also, Telefon auf Anrufbeantworter stellen, Handy ausschalten oder zumindest lautlos schalten. Als zweites ordnen wir alle Notizen und übertragen unsere gesamte „Zettelwirtschaft“ in eine To-do-Liste. Als drittes machen wir unsere Kontrolle, was wir heute alles erledigt haben, was noch übergeblieben ist und wie wir es auf die nächsten Tage verteilen können. Jetzt planen wir unseren Folgetag im Detail. Als viertes machen wir einen Positiv-Check. Wir beantworten am besten schriftlich die Frage, was uns heute alles geglückt ist. Wir freuen uns über unsere Erfolge und über die Dinge, die wir erledigt bekommen haben. Wir loben uns selbst, freuen uns auf den Feierabend und überlegen, was wir uns jetzt gleich gutes tun werden.


praxis plus

Den erste Teil der Serie „Von der Kröte zum Fröschlein“ lesen Sie im Malerblatt 5/2017; Teil 2 „Vom Angebot zum Auftrag“ finden Sie in der Ausgabe 6/2017