Architekten ausgezeichnet

Bereits zum achten Mal hat Caparol den Architekturpreis Farbe – Struktur – Oberfläche, verliehen und damit herausragende Umsetzungen von Farb- und Materialkonzepten in der Architektur gewürdigt.

Vierhundert Gäste waren dabei, als die Preisträger 2018 in der Union Halle ihre Auszeichnungen entgegennehmen durften. „Der Caparol-Architekturpreis unterscheidet sich von anderen Wettbewerben, die von der Industrie ausgelobt werden, dadurch, dass er herstellerneutral ist, es nicht auf die eingesetzten Produkte, sondern ausschließlich auf die Qualität der Architektur ankommt“, so der Leiter des Objektmanagements der Caparol-Firmengruppe Maic Auschrat, der als Moderator durch die Preisverleihung führte. Jurymitglied Petra Stephan betonte bei der Begrüßung die regelmäßig sehr hohe Qualität und Vielfalt der eingereichten Projekte. Sie ist nicht zuletzt Ausdruck eines zweistufigen Verfahrens. So nennen zwölf unabhängige Nominierungsjuroren zunächst ihre persönlichen Favoriten, die während der letzten zwei Jahre in Deutschland, Österreich oder der Schweiz realisiert wurden.

Dieses Mal waren es 94 Projekte, die nach Vorprüfung im zweiten Schritt Anfang Juli im Gutshof Murjahn in Forst an der Weinstraße von einer hochkarätig besetzten Jury bewertet wurden.

Die Preisträger

Den Architekturpreis 2018 erhielt Lilitt Bollinger. Sie baute auf beeindruckende Weise einen früheren Stall zu einem Wohnhaus im Schweizerischen Obstalden um. Ihre Arbeit überzeugte mit der Idee des Weiterbauens und schöpft die Potenziale dieser Idee mit dem Einsatz von Farbe, Struktur und Oberfläche hervorragend aus, so die Jury. Unter Verwendung der bautypischen Holzkonstruktion in Kombination mit dem Material Glas wurde auf einfache und sensible Weise ein großzügiger Lebens- und Wohnraum geschaffen.

Mit dem Wiederaufbau der Bergkapelle Wirmboden (Schnepfau, Vorarlberg, Österreich) schufen Innauer-Matt Architekten nicht nur ein architektonisches Kleinod, sie haben vor allem die Gemeinschaftsproduktion von unterschiedlichsten Mitgliedern der Vorsäßgenossenschaft in dreijähriger Planungs- und Bauzeit fachlich angeleitet und zusammengehalten. Der durchdachte Umgang mit Material, Oberfläche und Struktur, die architektonische Setzung sowie die herausragende Ausarbeitung wurden mit dem zweiten Preis ausgezeichnet.

Der dritte Preis ging an das Büro AAg LoebnerSchäferWeber, Freie Architekten BDA aus Heidelberg für ihren Beitrag Tankturm. Der ehemalige Bahnwasserturm in Heidelberg, ein Industriedenkmal von 1928, wurde als Landmarke eines neuen Stadtteils zu einem Kultur- und Veranstaltungszentrum umgenutzt. Vier weiteren Objekten sprach die Jury jeweils eine lobende Anerkennung aus: der Erweiterung des Kunstmuseums Basel (Christ & Gantenbein, Basel), dem „Wohnhaus Steinwies-/Irisstraße“ in Zürich (Edelaar Mosayebi Inderbitzin Architekten, Zürich), der „Regeneration of the Arzo Quarries“ im schweizerischen Ticino (enrico sassi architetto, Lugano) und dem „Kreativwirtschaftszentrum C-HUB“ in Mannheim (hartwig schneider architekten, Gabriele Schneider, Hartwig Schneider, Stuttgart). „Die prämierten Arbeiten überzeugten durch ihre konzeptionelle und poetische Detaillierung, wobei der feinfühlige Umgang mit Material, egal ob Farbe, Struktur und/oder Oberfläche besonders hervorzuheben ist“, so der Vorsitzende des Preisgerichts Per Pedersen (Staab Architekten, Berlin).

Studentenwettbewerb

Seit dem Jahr 2014 wird der Preis deutschlandweit auch in der Kategorie „Studenten“ verliehen. Prämiert werden Masterarbeiten der letzten zwei Jahre. Hierbei übernehmen die Architekturfakultäten der teilnehmenden Universitäten und Hochschulen die Funktion einer Nominierungsjury. Den Preis in der Kategorie „studentische Abschlussarbeiten“ gewannen Franziska Käuferle und Sina-Pauline Riedlinger von der Technischen Universität Berlin für die Arbeit „Keramik – Entwurf einer Fabrik“. Sie befassten sich einerseits intensiv mit dem Entwurf des Fabrikationsgebäudes, andererseits auch mit dem Material Keramik bzw. Ton und sogar den Herstellungstechniken. „Das verleiht der Arbeit eine außergewöhnliche fachliche und entwerferische Tiefe“, so der stellvertretende Juryvorsitzende Joachim Faust (HPP Architekten, Düsseldorf). Der zweite Platz im Studentenwettbewerb ging an Ruofan Wang von der Universität Stuttgart für die Arbeit „Meditationszentrum | Ningbo, Zeijang, China“, den dritten Preis erhielt Cengiz Hartmann von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe für die Arbeit „L‘Aventurier“. Alle Preisträger wurden mit der Murjahn-Medaille und der Teilnahme an einer Architektur-Exkursion nach Schweden vom 20. bis 23. September 2018 belohnt.

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