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Architektur, die alle Sinne anspricht

Sieben Bauprojekte, die im Rahmen des „Architekturpreis Farbe – Struktur – Oberfläche 2016“ ausgezeichnet wurden, zeigen wie sich grobes Material feinfühlig einsetzen lässt.

Seit 2004 zeichnet Caparol mit dem „Architekturpreis Farbe – Struktur – Oberfläche“ Bauten aus, die beispielhaft möglichst viele Sinne der Nutzer und Betrachter ansprechen – also neben der visuellen vor allem auch die haptische Wahrnehmung. Zugleich geht es um architektonische Konzepte, die Impulse im Sinne der Nachhaltigkeit, Vielfalt und Zukunftsfähigkeit liefern. „Das sind in der Regel sehr eigenständige Projekte, durchaus mit experimentellem Charakter“, so Maic Auschrat, verantwortlich für die Planer- und Objektarbeit und von Seiten des Unternehmens bei der Jurierung dabei: „Wir suchen auch als Auslober bewusst nach neuen Ansätzen, also nicht den Mainstream.“

Die Jurierung erfolgt stets in einem mehrstufigen Verfahren, zunächst benennen zwölf Nominierungsjuroren Projekte, die die Intentionen des Preises widerspiegeln. 83 Arbeiten waren es aktuell, die so den Weg zur eigentlichen Bewertungsjury fanden. Nach mehreren Auswahlrunden und Diskussionen der sieben Experten blieben sieben Projekte – drei Preise und vier „Lobende Erwähnungen“.
Erster Preis
Herausragendes Bauen materialisiert sich überraschend oft an Orten weit abseits der architekturtouristischen Interessenachsen. Gerade die Schweiz zeigt, dass Qualität auch in ländlicheren Räumen ihren Platz hat. Beispielsweise im graubündnerischen Domat/Ems: Hier steht seit 2013 die „tegia da vaut Domat“ (rätoromanisch für „Waldhütte“). Sie befindet sich mitten im Wald und besteht komplett aus dem regionalen Tannenholz. Der Werkstoff präsentiert sich in unterschiedlichen Bearbeitungsformen. Außen zeigt sich das Material als geschuppte Fassade, nach innen erzeugt es Geborgenheit und sorgt für authentische Ortsverbundenheit. Die „tegia da vaut Domat“, konzipiert vom graubündnerischen Architekten Gion A. Caminada, dient als Bildungsort – für Waldberufe, für Schulklassen, Vereine, Initiativen. Die „sehr präzise und handwerklichen Details der Oberflächen aus Tannenholz“, die „berührende Einfachheit und schlichte Ästhetik“ rühmte auch die Jury und verlieh dem Kleinod den ersten Preis. Geborgenheit und sorgt für authentische Ortsverbundenheit.
Zweiter Preis
Wie fast alle Metropolen wächst auch Wien, so entsteht dort in Aspern ein komplett neuer Stadtteil. Dafür konzipierte das Wiener Architekturbüro Berger + Parkinnen zusammen mit Querkraft eine Wohnanlage mit 213 geförderten Wohnungen und acht Gewerbeeinheiten.
Die Jury lobt neben der städtebaulichen Qualität vor allem den Umgang mit Materialien und Farben. So bestehen die Außenwände komplett aus heimischer Lärche, was einen interessanten Kontrast zu den rohen Betonelementen der Loggien und Balkone schafft. Dabei werden die Oberflächen nicht zusätzlich veredelt, sondern können gemeinsam altern.
Dritter Preis
Kaum ein Projekt dürfte so viel Polarisierungspotenzial haben wie die „Antivilla“ in Potsdam-Krampnitz: Das Berliner Architekturbüro Brandlhuber + Emde, Burlon hat dabei die üblichen Sanierungspraktiken umgedreht. Nicht die Außenhülle wird dabei erneuert, sondern in ihrer Rohheit belassen, ja noch verstärkt: Neue Öffnungen werden roh aus der Wand geschlagen und betont. Ansonsten baut das Konzept das Gebäude nach innen weiter, ist prinzipiell aber vollkommen offen. Möglich macht diese radikalen Eingriffe eine neue Dachkonstruktion, die sich plattengleich über das Volumen legt. „Selten wird ein Haus derart konsequent in seine Bestandteile zerlegt und seine Strukturen so schonungslos offenbart wie bei diesem Projekt“, so die Jury.

preisträger
  • 1. Preis: Gion A. Caminada, Vrin-Cons für Tegia da vaut in Domat/Ems
  • 2. Preis: Berger + Parkkinen Architekten und Querkraft Architekten, Wien für den Holzwohnbau Seestadt Aspern in Wien
  • 3. Preis: Brandlhuber+ Emde, Burlon Architektengesellschaft mbH, Berlin für die „Antivilla“ in Potsdam-Krampnitz

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