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Farbtupfer für Schlichtbau

Viele Gebäude Bremerhavens stammen aus den 1950er Jahren, denn im Krieg wurde die Stadt stark zerstört. Schlichtwohnbauten gehören zu den Überresten jener Zeit, in der nach dem Krieg schnell und günstig neuer Wohnraum geschaffen werden musste. Diverse Wohnquartiere wurden in letzter Zeit renoviert.

Autorin: Dr. Alexandra Nyseth | Fotos: Bernd Perlbach

Architekt Hans-Joachim Ewert bezeichnet diese Bauten als baukulturelles Erbe, das es zu erhalten lohnt. „In diesen Bauten steckt viel Energie, sie sind solide gebaut mit Wänden aus Kalksandstein und Decken aus Beton aus heimischen Baumaterialien“, erklärt Ewert und fügt hinzu, der große Vorteil sei, dass die Bauten nahezu schadstofffrei seien. „Warum also abreißen? Je mehr man von dem vorhandenen Bau nutzt, desto mehr kann man einsparen und desto mehr bezahlbaren Wohnraum kann man anbieten. Unser Ansatz ist es, die gestalterisch noch nicht zu Ende gedachten Gebäude weiterzuentwickeln.“ Außerdem seien ein Abriss und eine Aufbereitung von Flächen für den Neubau viel teurer als Bauen im Bestand.

Der richtige Anstrich

Die unsanierten Nachkriegsbauten boten in verwitterten Grau- und „Bundeswehrgrüntönen“ einen unattraktiven Anblick. Mit entsprechenden Farbkonzepten fügen sich die modernisierten Bauten nun jedoch hervorragend in die Umgebung ein: Der Gebäudekomplex im Klushof ist umgeben von historischen Backsteinbauten. „Den roten Klinkerton der historischen Gebäude haben wir deshalb an der Außenfassade zur Straße aufgenommen. Im Innenhof sind die Fassaden weiß gehalten, was gut mit dem Grün der Bewachsung korrespondiert. Außerdem geben unterschiedlich farbige Riegel an den Laubengängen den Bewohnern Orientierung“, erläutert Ewert. Für den Fassadenanstrich wählten die Verantwortlichen die Farbe AquaRoyal von Keimfarben. In den Wohnungen und Treppenhäusern kamen die Sol-Silikatfarben Innotop und – für die intensiven Farbtöne – Optil zum Einsatz.

Im Viertel Wulsdorf fällt nicht nur die ungewöhnliche Holzverkleidung und das neue Flugdach des Spiralhauses sofort auf, auch die gewählte hellblaue Fassade trägt zum freundlicheren Eindruck bei, gleichzeitig bildet sie einen Kontrast zum warmen Holzton. In diesem Viertel wünschten sich die Bewohner generell mehr Farbigkeit. Und so sind viele Fassaden und auch die Treppenhäuser der Gebäude farbig gestaltet.

Die Wohnungsgesellschaft ließ die Fassade mit dem farbtonstabilen Soldalit-System beschichten. Der in Teilbereichen eingesetzte Sol-Silikatputz Stucasol unterstützt die Wirkung der Fassade, so entsteht ein harmonisches Zusammenspiel unterschiedlichster Materialien. In den Treppenhäusern verwendeten sie Innostar. Der Architekt erläutert die Bedeutung von Farbe: „Farbe ist ein einfaches und kostengünstiges, aber ebenso hochwirksames Gestaltungselement – auch für die städtebauliche Raumbildung – und löst positive Emotionen bei den Bewohnern aus.“

Auszeichnungen und Aufwertungen

Die Städtische Wohnungsgesellschaft Bremerhaven (STÄWOG) hat mit der Wohnanlage Neuelandstraße im Quartier Klushof den Deutschen Bauherrenpreis 2018 in der Kategorie „Revitalisierung von Wohnsiedlungen“ gewonnen. Der Preis zeichnet Wohnungsbauprojekte aus, die am Spannungsfeld von hoher Qualität und tragbaren Kosten ansetzen. „Die gewählte Form der Erschließung ist wirtschaftlich und gemeinschaftsfördernd. Zudem trägt der neu gestaltete Innenraum des Quartiers dazu bei, dass eine stabile Nachbarschaft entstanden ist“, lobt die Jury und fährt fort: „Die Betriebsnebenkosten können durch ein Blockheizkraftwerk und Photovoltaikanlagen moderat gehalten werden. Durch die Erneuerung des Bestandes statt Abriss und Ersatzbau bleibt die Identität des Quartiers für die Mieter weitgehend erhalten.“ Gleichzeitig erhielt die Wohnanlage auch den Bremer Wohnbaupreis 2018.

Mehr zum Thema:
bit.ly/2DcG9s8


PraxisPlus

Verwendete Produkte

  • Soldalit
  • Stucasol
  • Klassik
  • AquaRoyal
  • Innostar

www.keim.com


Farbe ist ein einfaches
und kostengünstiges, aber ebenso hochwirksames
Gestaltungselement.

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