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Herausforderung Boden

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Herausforderung Boden

Textildesign-Studentinnen der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle nahmen sich des Themas Boden an. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Bärbel Bosch

Was passiert, wenn künstlerisch motivierte Designstudentinnen das Thema Boden als Projekt bearbeiten? Sie sprudeln über vor Ideen! Das Projekt ist in zwei Themen eingeteilt: Der erste Boden ist textil und wurde konventionell in Zusammenarbeit mit der Garnfirma Xentrys und einer Teppichweberei entwickelt. Dazu gab es eine Exkursion in die Unternehmen, zwei Workshops und die Option, die Garne und das Tufting bei Xentrys zu entwickeln und die Webteppiche als Muster fertigen zu lassen. Inspiriert von den technischen Möglichkeiten ebenso wie von Korallen, Würmern und Spitzendeckchen entstanden am Tuftautomaten spannende Entwürfe für Bodenbeläge. Der Besuch in einer Weberei hatte ähnlich Folgen: fasziniert von der Rutenweberei und den riesigen Gestellen mit Garnspulen musterten die Studentinnen großrapportige Webteppichböden. Schon mit dem Material wurde experimentiert: Das klassische Xentrysgarn wurde verzwirnt mit Wolle, Papier, Seide, aber auch bedruckt oder partiell gefärbt. Die Designstudentin Svenja Bernhold erläutert: „Das Thema Boden war zunächst neu für uns alle. Die intensive Auseinandersetzung inspirierte viele von uns dazu, den Boden nicht einfach nur als ebene Fläche zu betrachten. Die Gestaltung im dreidimensionalen Raum, um den Menschen etwas zu vermitteln und in ihm zu bewirken, spielte eine genauso große Rolle, wie neue Materialien und Techniken zu verwenden.“
Visionen
Der „zweite Boden“ zeigt Visionen für die Zukunft: Materialexperimente, Recy-clingideen, das Leben auf dem Boden und die Wahrnehmung des Bodens. Er kann dreidimensional sein, mehrere Funktionen haben, sich auflösen, sich verhärten. Er kann zur Energiequelle werden, es können unterschiedliche Module sein, er kann ein Territorium markieren, interaktiv sein oder sich verändern. usw. Der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt und die Ergebnisse waren unter anderem auf der Messe Domotex in Hannover zu sehen. Entstanden sind spannende Arbeiten und Ideen: einige stehen kurz vor einer möglichen Realisation, einige symbolisieren erst eine Idee, alle sprechen vor allem die Sinne und die Fantasie an als Inspiration für die Auseinandersetzung über die wichtige Bedeutung des Bodens für den Menschen. Svenja Bernhold: „ Die Reaktion auf unsere Ausstellung war sehr positiv, gelobt wurde der freie Umgang mit Materialen, der Mut den Boden „neu zu denken“. Viele der Arbeiten sind Denkanstöße oder Skizzen, die in kurzer Zeit erarbeitet wurden. Einige von uns sind an einer Weiterführung auch aufgrund des tollen Feedbacks interessiert.“
Recycling
Svenja Bernhold: „Das Thema Recycling lag uns am Herzen, da es im Bodenbereich meist um große Flächen geht. Eine wichtige Frage war für uns, welche Materialien man in diesem Kontext verwenden und wie man sie verarbeiten kann. Wir arbeiten momentan weiter an unserem Projekt, da das Thema Boden und Materialentwicklung noch viel spannendes Neues bietet.“
Täglich bleibt kilometerweise Stoff im Lager liegen und landet am Ende im Müll. Diese Stoffe sollten ohne Zusatzstoffe weiterverwertet und mit verschiedenen Grundmaterialien kombiniert werden. Eine Lösung ist die Schichtung. Die übereinander gelegten Materialien werden über die Technik des Vernähens verbunden. Die Vielfalt von Musterungen und Materialkombinationen ist grenzenlos – von traditionellen Stickereien bis zu grafisch illustrativen Umsetzungen. Verschiedene Härtegrade können durch gezielten Materialeinsatz erreicht werden und bieten ein haptisches sowie optisches Bodenerlebnis.

PRAXISPLUS

Auf der Messe Domotex in Hannover war die Ausstellung des gemeinsamen Projektes „Böden/Floor“ der Studienrichtung Textildesign, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, und der Xentrys Leuna GmbH, Hersteller von Polyamid-6-Teppichgarnen, zu sehen. Die Ausstellung stand unter dem Motto „When Art meets Technology“. Das Projekt wurde von Prof. Bettina Göttke-Krogmann, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, und Sandra Lorenz, Xentrys Leuna GmbH betreut.
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