Allgemein

Individualität ist Trumpf

Wärmedämm-Verbundsysteme erfüllten im Gebäudebestand lange Zeit vornehmlich nur einen Zweck: Außenwände mit einem nachträglichen Wärmeschutz zu versehen, um die Energiebilanz zu verbessern. Das Gesicht des Hauses veränderte sich dabei oft zum Nachteil. Es geht jedoch auch ganz anders, beispielsweise mit kreativen Putzstrukturen auf WDVS.

Stephanie Werf, Leitung Objektmanagement und Malervertrieb bei Baumit

Wärmedämm-Verbundsysteme stellen einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der energieeffizienten Maßnahmen dar. Mit den Energie-Einsparverordnungen (EnEV) sind ehrgeizige Ziele vorgegeben, welche im Gebäudebestand unter anderem mit dem Einsatz von Isolationen zu erreichen sind. Ein Liter Heizöl oder ein Kubikmeter Gas setzen beim Verbrennen bis zu drei Kilogramm CO2 frei. Eine gute Fassadendämmung verbessert also auch die CO2-Bilanz eines Gebäudes. Neben nachhaltiger Energieversorgung ist Energieeffizienz der Schlüssel zum Erfolg. Hier kann von den Hauseigentümern ein großer Beitrag für die Umwelt geleistet werden.
Wärmedämm-Verbundsysteme zeigen einen hohen Wirkungsgrad und stellen eine Kombination aus Sanierung, Aufwertung und Einsparmöglichkeit dar. Ihre Anwendung ist auf nahezu allen Gebäudetypen gegeben. Besonders bei dem älteren Gebäudebestand, der schlecht oder gar ungedämmt vorliegt, sind Heizenergieverluste vorhanden, die mit energetischen Maßnahmen vermieden werden können. Das auf die Fassadenflächen aufgebrachte Wärmedämm-Verbundsystem stellt für die meisten Anwendungen den ersten sinnvollen Schritt dar. Mit der Schaffung einer gut gedämmten Außenwand können im Nachfeld „schlankere“ Heizsysteme für die Erreichung von angenehmen Wohnraumtemperaturen eingesetzt werden. Der Energiebedarf verringert sich durch die gedämmten Wandflächen.
Auch optisch überzeugend
Eine Fassade gibt dem Haus das Gesicht und prägt seinen Charakter. Auch gedämmte Fassaden lassen sich durch Strukturen, Farbgebung und auf Wunsch auch mit Zierelementen ansprechend gestalten. Die Hersteller bieten hier eine breite Produktpalette geprüfter Dämmsysteme an, die in bauphysikalischer und auch in optischer Hinsicht überzeugen. Von anspruchsvollen Putzsystemen über Klinkerriemchen oder Naturstein bis hin zur Betonoptik stehen alle Gestaltungsmöglichkeiten offen. Dämmung bedeutet nicht zwingend „Einheitsbrei“ – im Gegenteil! Es kommt nur darauf an, was daraus gemacht wird. Schon allein die optische Aufwertung mit der Durchführung eines Wärmedämm-Verbundsystems bringt eine Wertsteigerung des Gebäudes. Zudem stellt die Ausführung einer Fassadendämmung eine erfolgreiche Sanierungsmethode dar. Die Möglichkeit zur Rissüberbrückung ist bis zu einem gewissen Maße gegeben. Besonders im ostdeutschen Raum bietet sich diese Sanierungsvariante für die Überarbeitung von „Plattenbauten“ an. Neben dem energetischen Effekt kann hier auch häufig eine Aufwertung des Gesamteindrucks erzielt werden.
Kreativität ist gefragt
Oftmals wird mit dem Einsatz von WDV-Systemen das Ende der Baukultur vorhergesagt. Zwar gibt es ausreichend gestalterisch fragwürdige Beispiele für gedämmte Gebäude, jedoch überwiegen viele gelungene Beispiele. Und nicht jedes ungedämmte Haus ist optisch eine Perle. Die Frage der Gestaltung ist also nicht vorrangig eine Frage der Wärmedämmung, sondern der kreativen Architektur beim Umgang mit Materialien. Für denkmalgeschützte Fassaden oder Fassaden aus Sichtmauerwerk und Natursteinen besteht zudem die Möglichkeit, eine Innendämmung anzubringen.
Mit der Fassadenfarbe geben viele Hausbesitzer ihrem Haus eine persönliche Note. Doch eine ausgefallene Farbgebung ist nur etwas für Mutige und setzt ein sicheres Stil- und Farbgefühl voraus. Deshalb fällt die Entscheidung häufig auf helle und natürliche Farben in einer Kombination mit dunklen Fassadenelementen. Dank spezieller Pigmente, die einen Großteil des Sonnenlichts reflektieren und dadurch die Oberflächentemperatur reduzieren, stellen jedoch auch dunkle und intensive Farbtöne an der WDVS-Fassade kein Problem mehr dar. Wichtig ist nur: Die gewählte Farbe sollte zum Haus, zur Umgebung (z.B. Dach) und zur Nachbarschaft passen. Ein Probeanstrich bzw. Musterplatten bringen hier Gewissheit. Die Musterplatten sollten dabei über mehrere Tage und bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen betrachtet werden.
Bedauerlicherweise hat sich ein „wirtschaftlicher“ Trend hin zu gescheibten Oberflächen der Marke „uniform“ entwickelt. Vorgeschoben wird oft der Preiskampf an der Fassade. Aber wer bearbeitet die Fassaden? Handwerksmeister, die das Handwerk von der Pike auf gelernt haben und Meister ihres Handwerks sind. Hier gibt es großen Handlungsbedarf seitens der Industrie, aber auch seitens der ausführenden Handwerksbetriebe. Handwerkliche Leistungen, kreative Ideen, das Spiel mit Strukturen und Kombinationen: das alles sollte Lust aufs Bauen machen.

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