Maler- und Lackiererinnung Rhein-Main

„Initiative Faires Handwerk“ startet

Gegen Lohn-Dumping und Schwarzarbeit, für Transparenz, Rechtssicherheit und einen fairen Wettbewerb – 25 Malerbetriebe haben sich bereits zur Fairness verpflichtet. Foto: Maler- und Lackiererinnung Rhein-Main

Auf dem Bau boomen unfaire und illegale Beschäftigungsmodelle. Aus diesem Grund hat die Maler- und Lackiererinnung Rhein-Main die „Initiative Faires Handwerk“ gestartet. Mit dieser setzt sie sich für sozialverträgliche und faire Arbeitsbedingungen in der Branche ein. Ihr Ziel ist es, Lohn-Dumping und Schwarzarbeit zu verhindern, Transparenz und Rechtssicherheit für Kunden zu schaffen sowie legale Arbeitsplätze zu erhalten und einen fairen Wettbewerb zu ermöglichen.

Stadtrat Markus Frank, Wirtschaftsdezernent der Stadt Frankfurt am Main, ist des Lobes voll: „Unsere Maler- und Lackiererinnung geht mutig und mit gutem Beispiel voran: selbstverpflichtend und freiwillig unterbinden sie illegale und unfaire Beschäftigungsmodelle im Handwerk und schaffen somit sowohl bei Auftraggebern als auch bei Auftragnehmern ein Bewusstsein für faire Arbeitsbedingungen. Wir freuen uns über diese großartige Initiative und sind stolz auf die Vorbildfunktion, die wieder einmal das Handwerk aufgreift. Vielen Dank für diese tolle Aktion, die hoffentlich Schule macht und der sich viele Teilnehmer anschließen mögen.“

Große finanzielle Schäden bei der Sozialversicherung

„Skrupellose Anbieter umgehen mit der Beschäftigung von Sub-Subunternehmer-Ketten auf Baustellen geschickt die gesetzlichen Regelungen und lassen zumeist osteuropäische Arbeiter als Scheinselbständige für Hungerlöhne arbeiten“, erklärt Felix Diemerling, Geschäftsführer der Maler- und Lackiererinnung Rhein-Main. „Diese Praktiken stellen aber nicht nur eine Ausbeutung der Billigarbeiter dar, sondern gehen auch auf Kosten der Verbraucher und der Allgemeinheit. So verursachen sie große finanzielle Schäden bei der Sozialversicherung und den Sozialkassen und haben zudem Steuerausfälle zur Folge“, so Felix Diemerling weiter.

Darüber hinaus verlieren ehrliche Unternehmen immer mehr Marktanteile, weil es keinen fairen Wettbewerb mehr gibt, und sozialversicherungspflichtig angestellte Facharbeiter ihre Arbeit. Auftraggeber haben den Nachteil, dass sie bei illegalen Anbietern erhebliche Haftungsrisiken haben und im Gewährleistungsfall oftmals auf dem Schaden sitzen bleiben. Dieses gilt auch, wenn Verbraucher für Malerarbeiten einen Handwerker engagieren, der nicht als Maler und Lackierer in die Handwerksrolle eingetragen ist.

„Eigentlich gibt es entsprechende Gesetze, um die illegale Beschäftigung auf dem Bau zu unterbinden. Dem Staat fehlt jedoch das Personal, um deren Einhaltung flächendeckend zu kontrollieren“, sagt Felix Diemerling. Kern der „Initiative Faires Handwerk“ ist daher eine freiwillige Selbstverpflichtungserklärung für Maler- und Lackiererbetriebe. In dieser hat die Maler- und Lackiererinnung Rhein-Main Standards definiert, die die gesetzlichen Vorgaben beinhalten und über diese sogar hinausgehen. Ihr wesentliches Merkmal ist die Ausführung der Kernleistungen – Malerarbeiten, Wärmedämmung, Putz – mit eigenen, sozialversicherungspflichtig angestellten Mitarbeitern.

Einhaltung von Mindestlohn, Arbeitssicherheit und Datenschutz

Daneben umfasst die freiwillige Erklärung eine Reihe weiterer Punkte, die Malerbetriebe etwa zur Einhaltung von Mindestlohn, Arbeitssicherheit und Datenschutz sowie zur Einstellung von Fachpersonal verpflichtet. Kunden soll die Selbstverpflichtungserklärung die Möglichkeit bieten, einen verantwortungsvollen Betrieb, der Wert auf Qualität, Fairness und eine Gewährleistung im Schadensfall legt, zu erkennen. Bei Auftragsvergabe an einen Innungsbetrieb gilt sogar die doppelte Sicherheit, d.h. fällt ein Betrieb aus, kommt im Gewährleistungsfall über den Verband ein anderer Innungsfachbetrieb und erledigt die Mängel.

Die Einhaltung der Standards seitens der Maler- und Lackiererunternehmen überprüft die Innung einmal jährlich. Heute haben die ersten 25 Betriebe die bestätigte und gesiegelte Selbstverpflichtungserklärung zurückerhalten und nehmen damit an der „Initiative Faires Handwerk“ teil. Eine Liste der Betriebe sowie weitere Informationen finden sich online auf www.faireshandwerk.de

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