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Kalkputze in nur einer Lage

Kalkputze
Nur eine Lage

Kalkputze sind aufgrund ihrer wohngesunden Eigenschaften beliebt. Allerdings benötigt ihre Verarbeitung Zeit – die im Baustellenalltag nicht immer vorhanden ist. Ein einlagiger Kalkputz, der deutlich schneller erhärtet, könnte das Problem lösen.

Autorin: Susanne Sachsenmaier-Wahl | Fotos: Baumit

Kalkputze verhindern dank ihrer hohen Alkalität die Ansiedelung von Schimmelpilzen an der Putzoberfläche – ganz ohne Biozide. Daneben verfügen Kalkputze über die Fähigkeit, Feuchtigkeit aus der Raumluft aufzunehmen, zu speichern und zeitverzögert wieder abzugeben. Diese Eigenschaft trägt zur Schimmelprävention bei und sorgt für ein angenehmes Raumklima. Kein Wunder also, dass Kalkputze in Zeiten, in denen wieder verstärkt Wert auf wohngesunde Baustoffe gelegt wird, an Beliebtheit gewinnen. Als Handwerker kennt man aber auch die Nachteile von Kalkputzen: Sie brauchen Zeit. In der Regel werden sie zweilagig verarbeitet, wobei die erste Lage getrocknet sein sollte, ehe die zweite appliziert wird. Als Faustregel gilt, dass pro Millimeter aufgetragenem Kalkputz ein Tag Trocknungszeit erforderlich ist. Bei einem 10 Millimeter dicken Kalk-Unterputz sind das 10 Tage, bevor die zweite Lage aufgebracht werden kann. Zeit fehlt leider auf den meisten Baustellen

Beim Putzproduzenten Baumit hat man auf dieses Problem nun reagiert und einen Putz entwickelt, den der Hersteller selbst als „Die neue Generation von Kalkputzen“ bezeichnet. Doch was ist so innovativ an „KlimaMono Filz“, wie der Putz heißt? „Unser neues Flaggschiff unter den Kalkputzen ist durch seine Einlagigkeit am Markt einzigartig. Es handelt sich erstmals um einen tatsächlich einlagig zu verarbeitenden Kalk-Maschinenputz – anstelle der bisher erforderlichen zweilagigen Verarbeitungsweise dieser Produkte“, erklärt Barbara Wiedemann, Produktmanagerin bei Baumit, nicht ohne Stolz. Dies trage entscheidend zur Wirtschaftlichkeit bei: „Für den Anwender bedeutet die Rezepturanpassung, dass KlimaMono Filz bedeutend schneller oberflächenfertig ist. Der Baustellenablauf wird optimiert und ist effizienter: Mehrfache Anfahrten entfallen, Mitarbeiter können zielgerichtet eingeplant werden; die Maschinenplanung ist ebenfalls vereinfacht – das erhöht die Wirtschaftlichkeit“, fasst Wiedemann zusammen. Und noch etwas trage zur Ökonomie bei: „KlimaMono Filz ist aufgrund der enthaltenen Leichtzuschläge ein sehr ergiebiges Produkt – und leicht zu verarbeiten.“

Natürlich wollen wir von der Produktmanagerin wissen, wie die schnellere Trocknung des Putzes erreicht wird und welche Auswirkungen dies auf die Eigenschaften des Putzes hat.

Frühere Endbearbeitung möglich

„Es handelt sich dabei nicht um eine schnellere Austrocknung im üblichen Sinn, sondern um eine Frühverfestigung bzw. Frühstabilisierung in dem noch relativ frischen Produkt“, korrigiert Barbara Wiedemann und nennt die Vorteile, die damit zusammenhängen: „Eine deutlich frühere Endbearbeitung und Fertigstellung der gewünschten Oberfläche wird damit erreicht. Bereits in dieser Phase weist die Oberfläche eine deutlich reduzierte Schwindneigung auf.“ Die Produktmanagerin nennt uns auch konkrete Zeitspannen, nach denen der Putz gefilzt, geglättet, etc. werden kann: „Bei üblichen Baustellenbedingungen führt das von uns eingestellte Verarbeitungsfenster von 2,5 bis 3 Stunden zu guten Ergebnissen und unterstützt die wirtschaftliche Verarbeitung.“

Ansonsten unterscheide sich die Verarbeitung nicht von der anderer Kalkputze. „Bei KlimaMono Filz handelt es sich um einen Kalk-Maschinenputz; dieser ist in der Verarbeitung hinsichtlich maschinentechnischer Handhabung genauso zu verarbeiten wie unsere Klima Kalkputze – nur eben einlagig!“, versichert Wiedemann. „Um optimale Ergebnisse zu erzielen, empfehlen wir eine Auftragsstärke von 15 Millimetern.“ Ein Verarbeitungsvideo finden Sie hier: bit.ly/3RILfka.

Dass der innovative Kalkputz schneller abbindet und damit schneller fertiggestellt werden kann, wissen wir inzwischen. Wie Baumit dies erzielt, sagt uns Barbara Wiedemann: „Die gesteuerte Abbindekurve wird durch die CMP-Technology erreicht.“

Höhere Erhärtungsgeschwindigkeit bei Kalkputze

Was steckt dahinter? „CMP-Technology bedeutet Combined Mineral Phase Technology. Diese sorgt durch die Kombination bestimmter Mineralphasen in ausgewählten Bindemitteln dafür, dass bestimmte Parameter gezielter ausgesteuert werden können. Die Technologie kann mit einem Mischpult für Produkteigenschaften verglichen werden. Bei KlimaMono Filz wurde der Schieberegler für die Erhärtungsgeschwindigkeit des Putzes stark „nach vorn geschoben“: das Produkt erhärtet fast 70 Prozent schneller, ohne die leichte Verarbeitbarkeit zu beeinträchtigen. Die Oberfläche kann direkt gefilzt werden.“ Dies bringe Vorteile bei der Verarbeitung und Pluspunkte für die Umwelt mit sich: „Ein zusätzlicher Effekt ist die hohe Anwendungssicherheit, da die Aushärtung so gleichmäßig ist, was Überraschungen bei der Weiterbearbeitung vermeidet. Die Kombination verschiedener Mineralphasen im Produkt erlaubt u.a. die Reduktion von Bindemitteln. Die einlagige Verarbeitungsweise reduziert Arbeitsgänge/Anfahrten zur Baustelle und hat damit auch noch CO2-Einsparpotenzial.“

Angeboten wird der einlagige Kalkputz ausschließlich in Naturweiß. „Wir setzen hier nicht auf Farbigkeit, sondern auf einen homogenen Weißgrad“, sagt Wiedemann. Ist Farbe gewünscht, kann der Kalkputz beschichtet werden. Dies ist bereits am nächsten Tag möglich. Für die Wahl des Beschichtungsstoffs gelten dieselben Empfehlungen wie bei anderen Kalkputzen. „Die Oberfläche kann mit den Baumit Kalkprodukten (KlimaFinish, KlimaDecor oder Klima Glätt W) beschichtet werden. Als Anstrich empfehlen wir Innensilikatfarben (z. B. KlimaColor und Ionit Color)“, erklärt Wiedemann. Ihr Tipp: „Aufgrund des angenehmen Weißtons des Putzes ist auch ein „unbeschichtetes Stehenlassen“ der fertig gefilzten Oberfläche eine gute Möglichkeit; hier kommt die gegebene Sorptionsfähigkeit besonders gut zum Tragen.“ Hinsichtlich letzterer kann sich der einlagige Kalkputz mit herkömmlichen Kalkputzen messen. „Das ist unser grundsätzlicher Anspruch an unsere Klima Kalkputze“, versichert Wiedemann.

Fotos von der Verarbeitung auf:
www.malerblatt.de


Foto: Baumit

Der Kalkputz wird in zwei Schichten nass in nass auf die Wand aufgespritzt.


Foto: Baumit

Mit der Kartätsche wird der Putz gleichmäßig abgezogen.


Foto: Baumit

Die Schichtstärke sollte mindestens 10 Millimeter betragen, ideal sind 15 Millimeter.


Foto: Baumit

Das Abbindeverhalten des Putzes sollte immer wieder kontrolliert werden.


Foto: Baumit

Sobald der Putz ausreichend fest ist, kann er mit gefilzt werden.



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