Allgemein

Leuchtend rot

Rot ist nicht gleich Rot, das weiß man auch im fernen China. Daher wurde für das „Vogelnest“, das neue Pekinger Olympiastadtion, ein neues Material entwickelt, vor Ort produziert und verarbeitet.

Dr. Franz Dörner, Caparol

Das von dem renommierten Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron geplante Nationalstadion wird im Volksmund liebevoll „Vogelnest“ genannt. Bei der Realisierung war auch Caparol beteiligt, da die Architekten einen ganz speziellen, leuchtend roten Anstrich benötigten.
Mit dieser Farbe sollten sämtliche Wandflächen beschichtet werden, die hinter dem nestartigen Stahlgeflecht der Fassade hervorblitzen. Die Farbe trägt somit wesentlich zum Charakter und äußeren Erscheinungsbild des neuen Wahrzeichens bei, sollte den in Peking herrschenden extremen klimatischen Verhältnissen und Umweltbedingungen standhalten, bei dem zu erwartenden Publikumsverkehr mechanisch belastbar sein und das derzeitige Optimum an Sauberhaltung darstellen.
Hohe Ansprüche
Hier kam ein Forschungsprojekt des Dr. Robert-Murjahn-Instituts (RMI) zum Tragen, in dem verschiedene Beschichtungen auf Verschmutzung sowie Licht- und Wetterbeständigkeit untersucht wurden. „Ohne die besonders hohe Lichtbeständigkeit hätte die Dauerhaftigkeit des im allgemeinen problematischen Farbtons Rot nicht gewährleistet werden können“, berichtet der Leiter des RMI Dr. Engin Bagda.
Produziert wurde das „neue“ Rot größtenteils in Peking, und auch die Verarbeitung erfolgte fast ausschließlich durch chinesische Fachkräfte. Nachdem die Bauarbeiten so weit vorangeschritten waren, dass im Juli 2007 mit der Beschichtung der gut 90.000 Quadratmeter begonnen werden konnte, erfolgte eine technische Einweisung der Arbeiter. Dazu wurde ein vierköpfiges Team aus der Caparol-Zentrale zusammengestellt, gemeinsam mit ihren Kollegen in China starteten sie zu einer dreiwöchigen Schulung der Handwerker nach Peking.
Die Verarbeitung
Bei den Beschichtungsarbeiten waren höchste Qualitätsansprüche zu erfüllen, was keine einfache Aufgabe war. Der Untergrund bestand in erster Linie aus Beton oder Zementfaserplatten, die aufgrund ausführungsbedingter Unebenheiten zunächst mit einem Gewebe belegt und verspachtelt werden mussten. Mit einer Zahntraufel war anschließend eine weitere Spachtelschicht aufzubringen und ein Glasvlies für zusätzliche Gleichmäßigkeit der Oberflächen einzulegen. Nach zwei Tagen Trockenzeit wurden die Flächen abschließend verspachtelt, geschliffen und mit Wasser abgewaschen. Erst dann konnte mit dem eigentlichen Farbauftrag begonnen werden. Dabei wurde die leuchtend rote Spezialbeschichtung zweimal im rationellen Spritzverfahren aufgebracht.

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