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Wände atmen nicht: Innendämmungen

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Wände atmen nicht

Der Mythos der atmenden Wand macht es dampfdichten Innendämmungen schwer – auch wenn in Fachkreisen längst bekannt ist, dass durch Wände kein Luftaustausch stattfinden kann. Wo liegen die Vor- und Nachteile von diffusionsoffenen und dampfdichten Systemen? Wann ist welches die bessere Wahl?

Autorin: Susanne Sachsenmaier-Wahl

Dass durch Wände kein Luftaustausch stattfinden kann, ist – so möchte man zumindest glauben – in Fachkreisen inzwischen hinreichend bekannt. Denn die äußere Hülle eines Gebäudes muss dicht sein, um das Gebäude zuverlässig vor Witterungseinflüssen von außen schützen zu können. Die Erfahrungen von Yannick Erb, Geschäftsführer der Schweizer Korff AG, scheinen dies jedoch zu widerlegen. „Unsere Mitarbeiter, die für den Vertrieb der Superwand zuständig sind, führen viele Gespräche mit potenziellen Kunden und Entscheidern in der Bau-Branche. Dabei begegnet uns immer wieder der Satz: ‚Ja, aber […] Wände müssen doch atmen.‘“, klagt Erb und fährt fort: „Viele Profis wissen, dass Wände nicht atmen, aber eben längst nicht alle – und genau hier setzen wir an.“ Unermüdlich kämpft er gegen den Mythos der atmenden Wand an, etwa mithilfe von Experten-Interviews auf der Unternehmenswebsite (www.superwand.de/mediathek). Verständlich, handelt es sich bei der Superwand doch um eine dampfdichte Innendämmung, auf die sich der Mythos der atmenden Wand nicht gerade verkaufsfördernd auswirkt.

Innendämmungen: Dampfdicht oder diffusionsoffen?

Dass sowohl diffusionsoffene als auch dampfdichte Innendämm-Systeme ihre Berechtigung haben, daran besteht kein Zweifel. Diffusionsoffene Systeme können Feuchtespitzen, wie sie z. B. beim Duschen oder Kochen entstehen, abpuffern, indem sie Feuchtigkeit aus der Raumluft aufnehmen und zeitverzögert wieder abgeben. Der hohe pH-Wert, den beispielsweise Kalciumsilikatplatten aufweisen, verhindert dabei, dass es zur Schimmelbildung in der Platte kommt. Die Pufferwirkung diffusionsoffener Systeme bestreitet auch Yannick Erb nicht: „Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass diffusionsoffene Systeme einen gewissen Grad an Raumluftfeuchte aufnehmen können“, räumt er ein, gibt aber zu bedenken: „Doch irgendwann ist die Platte gesättigt und muss die Feuchtigkeit wieder loswerden. Passiert das nicht, entsteht Schimmel – und den will nun wirklich niemand im Wohnraum haben.“ Auf richtiges Lüften kann also weder bei dem einen noch bei dem anderen Innendämm-System verzichtet werden. Erb sieht hier jedoch einen kleinen Vorteil für sein dampfdichtes System: „Dadurch, dass die Superwand keine Feuchte aufnehmen kann, bleibt die Raumluftfeuchte im Raum. Als Nutzer bemerkt man dies dann und öffnet beispielsweise ein Fenster, um die Raumluftfeuchte durch Lüften zu minimieren. Es entsteht also ein ,Barackenklima‘, welches effektives Lüften erzwingt – und so sehr zuverlässig Schimmel vermeidet.“ Wie effektives Lüften aussehen sollte, erläutert der Geschäftsführer auch direkt: „Wir empfehlen mehrfach tägliches Stoßlüften für ein paar Minuten statt dauerhaftes Kipplüften. Denn das Kipplüften lässt viel Heizwärme nach außen verschwinden und sorgt somit für höhere Energiekosten. Wenn mehrfach für ein paar Minuten stoßgelüftet wird, wird die Luft im Raum schnell ausgetauscht, ohne dass die Innenwände und somit die Räume auskühlen.“

Vor- und Nachteile der Innendämmungen

Von Yannick Erb wollen wir wissen, wo er die entscheidenden Vorteile seiner Superwand sieht. „Gerade beim Thema Schimmelvermeidung ist die Superwand eine zuverlässige Lösung: Ansteigende Raumluftfeuchte bleibt mit der Superwand in der Raumluft, weil die integrierte Dampfsperre kein Eindringen von Feuchtigkeit in die Platte zulässt. Es kann sich also kein Schimmel bilden und die Raumluftfeuchte verändert sich erst, wenn gelüftet wird“, erklärt er. Darüber hinaus sieht er noch viele weitere Vorteile – sowohl für die Verarbeiter als auch für die Nutzer: „Die Superwand weist einen höheren Dämmwert als mineralische Dämmplatten auf. Dadurch kann der Energieverbrauch deutlich gesenkt werden. Ein weiteres Plus für jeden Verarbeiter: Die Superwand wiegt weniger als beispielsweise eine Kalciumsilikatplatte. Schweres Tragen und Heben bleiben damit aus.“

Einen gravierenden Vorteil sieht Erb vor allem für den Mietwohnungsbau. „Die Superwand ist in der Weiterverarbeitung extrem tolerant. Durch das geschlossene System kann jeder Wandbelag und jede Farbe aufgetragen werden.“ Selbst Fliesen können auf der Dämmung verklebt werden. Bei diffusionsoffenen Innendämmungen ist hier Vorsicht geboten. „Wenn beispielsweise eine hochpigmentierte Farbe auf eine Kalciumsilikatplatte aufgetragen wird, verliert sie ihre diffundierende Funktion“, gibt Erb zu bedenken. Auch mehrere Schichten Tapeten übereinander oder mehrfach mit Latexfarbe überstrichene Raufaser können die diffusionsoffene Oberfläche negativ beeinträchtigen. Auf die Auswahl des (richtigen) Beschichtungsmaterials bzw. die Verarbeitung hat der Vermieter aber häufig nur wenig Einfluss, wenn die Wohnung erst einmal vermietet ist. „Auch der nachträgliche Einbau von Steckdosen, die Anbringung von Regalen oder TV-Halterungen ist bei offenen Systemen sehr anfällig, wenn er nicht fachgerecht durchgeführt wird“, ergänzt der Korff-Geschäftsführer. „Die Superwand ist tolerant gegenüber Beschädigungen. Nutzer können beispielsweise durchaus in die Wand bohren“, stellt er klar.

Ein Allheilmittel ist die Superwand aber selbstverständlich auch nicht. „Wenn von außen eindringende Feuchtigkeit der Grund für den Schimmelpilzbefall ist, dann ist die Superwand nicht geeignet. In solchen Fällen liegen schwere bauliche Mängel vor, z. B. Risse im Mauerwerk, die nur durch Sanierungsmaßnahmen behoben werden können. Außerdem ist die Superwand nicht für den Einsatz in Schwimm-, Dampf- oder Hallenbädern sowie Saunas geeignet, da hier die extreme Raumluftfeuchte die Möglichkeiten der Superwand übersteigt“, räumt Yannick Erb ein. Auch bei der Schaffung zusätzlichen Wohnraums im Untergeschoss ist die dampfdichte Dämmung meist nicht die richtige Wahl. „Die Superwand eignet sich nicht für den Einsatz in Kellerräumen, da hier häufig vom Erdreich aufsteigende Feuchte die Ursache für Schimmelwachstum ist“, erklärt Erb.

Mit doppelter Dampfsperre

Korff bietet die dampfdichte Innendämmung Superwand in zwei Ausführungen an. „Die Superwand DS besteht aus einem Polyurethan-Kern, der beidseitig mit Aluminium (Dampfsperre) kaschiert ist. Auf der Oberfläche ist ein Vlies aufgebracht. Die Superwand PRO hat noch eine zusätzliche Schicht aus Polyurethan – für noch bessere Dämmeigenschaften“, lässt uns der Geschäftsführer wissen.

Vor der Ausführung einer dampfdichten Innendämmung schrecken viele Handwerker zurück. Zu groß sind häufig die Bedenken, dass ein undichtes Anschlussdetail zur Schimmelbildung hinter der Dämmung führen könnte. Die Verarbeitung sei für den Fachmann jedoch problemlos möglich, ist sich Erb sicher: „Die Montage der Superwand ist schnell, unkompliziert und zuverlässig. Malermeister bezeichnen die Montage als ‚eine einfache Geschichte‘.“

Ein Verarbeitungsvideo gibt es hier:
bit.ly/3LJSHIC.


PraxisPlus

Kostenlose Musterbox

Interessierte Profis der Branche haben die Möglichkeit, eine kostenlose Musterbox zu einem diffusionsgeschlossenen Innendämm-System anzufordern und Produktmuster der Superwand zu erhalten. In der Box befinden sich darüber hinaus weitere Muster des Schweizer Herstellers Korff und wissenswerte Informationen. Erhältlich ist die Musterbox über

www.superwand.de/musterbestellung


Yannick Erb, Geschäftsführer der Korff AG

„Die Superwand weist einen höheren Dämmwert als mineralische Dämmplatten auf.“

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