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Ab in die Zukunft

Aus- & Weiterbildung
Ab in die Zukunft

Teil 4: Für Ioannis Liakos und Sarah Lexen steht fest: Die Meisterausbildung bedeutet nicht nur einen Schritt auf der Karriereleiter, sondern eröffnet vielmehr neue Perspektiven.

Freude am Beruf ist die Basis für den Erfolg. Das sehen auch die zukünftigen Führungskräfte im Handwerk so und gehen zuversichtlich in die Zukunft.

Wie lange sind sie schon im Beruf? Ioannis Liakos: Seit Herbst 2008.
Sarah Lexen: Meine Ausbildung zur Maler- und Lackiererin begann ich im August 2007. Nach der Lehrzeit habe ich in meinem Lehrbetrieb noch 2 Jahre als Gesellin gearbeitet.
Weshalb haben Sie sich für eine Maler- und Lackiererausbildung entschieden? Ioannis Liakos: Mir hat das Handwerk schon immer gefallen. Es ist schön, an Objekten zu arbeiten und im Anschluss einen vorher/nachher-Vergleich zu machen.
Sarah Lexen: Der Weg dorthin begann mit diversen Praktika, unter anderem als Floristin und Heilerziehungspflegerin. Obwohl ich dabei auch viele Erfahrungen sammelte und es mir teilweise auch gefiel, spürte ich, dass ich mein Hobby zum Beruf machen wollte. Meine Zweifel, ob diese Berufswahl richtig wäre, widerlegten sich schnell. Ein Praktikum hatte mich vollends überzeugt. Das Handwerk, der Umgang mit Farben, die Gestaltungsaufgaben und der Kundenkontakt machen diesen Beruf zu etwas ganz Besonderem für mich.
Worauf kommt es aus Ihrer Sicht bei diesem Handwerk am meisten an? Sarah Lexen: In diesem Beruf ist die oberste Priorität die Sauberkeit. Sowohl bei der Ausführung der Arbeiten wie auch gegenüber der Einrichtung des Kunden. Außerdem wird ein gewisses Gefühl im Umgang mit Farben und Formen vorausgesetzt, um eine gute Beratung zu gewährleisten und um das Vertrauen des Kunden zu gewinnen. Fachliche Kompetenz, ein freundlicher Umgang im Team und nach außen sind weitere wichtige Kriterien.
Ioannis Liakos: Ich möchte Menschen nicht nur einen visuellen Aspekt bieten, sondern auch eine haptischen und durch verschiedene Techniken und Materialien die menschliche Psyche positiv beeinflussen.
Welche Tätigkeit macht Ihnen am meisten Spaß? Ioannis Liakos: Das Arbeiten mit diversen Spachteltechniken, die je nach Lichteinfall unterschiedlich wirken und die Aufwertung alter Möbelstücke bspw. Tische mit verschiedenen Glanzlackierungen.
Sarah Lexen: Es gibt vieles, das mir Spaß macht. Das „Meter machen“ an der Fassade im Sommer genauso wie die feinen, teilweise nervenaufreibenden Arbeiten im Innenbereich. Tapezierarbeiten und Kreativtechniken mag ich aber auch.
Weshalb haben Sie sich für eine Meisterausbildung entschieden? Sarah Lexen: Schon zu Beginn meiner Ausbildung war mir bewusst, dass ich später weitere Schritte in der Karriereleiter gehen möchte. Mir war es wichtig, einen Beruf zu erlernen, der mir Spaß macht und mir eine Grundlage im Leben sichert.
Ioannis Liakos: Das Handwerk an sich verlangt viel Verantwortung. Ich möchte mit dieser Ausbildung befähigt sein, eine eigene Gruppe zu führen und Lehrlinge ausbilden zu können. Ich kann vom Angebot bis zur Ausführung alle Arbeiten selber machen. Es ist mein Ziel, Arbeit im Büro und handwerkliche Tätigkeit zu verbinden.
Was hat Ihnen die Ausbildung bisher gebracht? Ioannis Liakos: Die Fachschule für Gestaltung bietet nicht nur praktischen und berufsbezogenen Unterricht, sondern auch vertiefte Inhalte der Farbenpsychologie. Ich habe gelernt, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, Zusammenhänge zu verstehen und zu erläutern. Unser Gestaltungslehrer sagte einmal: „Ihr wollt als staatlich geprüfte Gestalter das Haus verlassen, nicht als staatlich geprüfte Gestalten. Lernt Gestaltung mit einem Gefühlswert, Gebrauchswert und Gestaltwert zu beurteilen.“ Aussagen wie diese prägten meinen Ausbildungsweg und lehrten mich auf Dinge zu achten, die ich bislang übersehen hatte. Ich sage danke!
Sarah Lexen: Die Ausbildung hat mir viele Dinge erleichtert und auch Ansehen im Familien- und Freundeskreis gebracht. Man respektiert weibliche Arbeiter auf der Baustelle und hat Achtung vor der Entscheidung dafür. Durch die Weiterbildung geht einem die Arbeit „leichter von der Hand“. Man lernt Tipps und Tricks und generell viel dazu.
Wie sehen Sie Ihre Perspektiven im Handwerk? Sarah Lexen: Die Perspektiven im diesem Handwerk sind aus meiner Sicht generell gut. Es wird immer zu bearbeitende Oberflächen an der Fassade und in Innenräumen geben.
Ioannis Liakos: Und die Ausbildung ermöglicht viele unterschiedliche Aussichten. Da wir in diesen zwei Jahren nicht nur den Meisterbrief, sondern auch den staatlich geprüften Gestalter und die Fachhochschulreife erworben haben, ergeben sich viele Möglichkeiten für uns. Man hat die Chance, sich auf einen Studiengang an der Fachhochschule zu bewerben, Designbüros bieten Arbeitsstellen genauso an wie große Farbhersteller. Für mich sehe ich im Großen und Ganzen gute Perspektiven und ich bin froh über die Möglichkeiten, die mir dieser Abschluss eröffnet hat.
Wollen Sie sich zukünftig spezialisieren? Sarah Lexen: Ich möchte mich nicht spezialisieren, zumindest nicht in naher Zukunft.
Ioannis Liakos: Ich kann mir gut vorstellen, mit verschiedenen Gestaltungsprogrammen Entwürfe für Kunden zu machen, aber auch Techniken für einen Auftrag auszuführen. Deswegen möchte ich mich nicht wirklich auf eine Sache spezialisieren.
Halten sie die berufliche Ausbildung in Deutschland für sinnvoll? Ioannis Liakos: Das duale Ausbildungssystem halte ich für sehr sinnvoll, weil beim Learning by Doing sich den Schülern neue Inhalte leichter Einprägen. Auch auf der Fachschule erlernt man die Inhalte nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch.
Sarah Lexen: Die beruflichen Ausbildungswege in Deutschland halte ich für sehr sinnvoll und sie ist im Ausland auch hoch angesehen. Dort muss man allerdings Wege finden, damit diese Qualifikationen auch entsprechend anerkannt werden.
Wie könnte die Malerbranche ihr Image bei Jugendlichen erhöhen? Ioannis Liakos: Dadurch, dass die körperliche Arbeit, die das Handwerk fordert, sehr niedrig vergütet wird, wirkt eine Ausbildung im Handwerk auf die Jugendlichen eher abschreckend als anziehend. Hier sollte aus meiner Sicht einiges getan werden. Sonst suchen sich die Jugendlichen einen besser bezahlten Job in der Industrie.
Außerdem haben die Eltern oft ein Mitspracherecht, was die Zukunft der eigenen Kinder betrifft. Man sollte deshalb versuchen, die Eltern der Jugendlichen zu überzeugen, dass das Malerhandwerk eine goldene Perspektive für wissbegierige junge Menschen bietet. Ich könnte mir Informationsabende an Schulen gut vorstellen.
Sarah Lexen: Die Aufwertung des Images der Malerbranche bei Jugendlichen ist keine einfache Aufgabe. Ich könnte mir attraktive Ausflüge für die Auszubildenden oder Angebote, sie beim Erwerb des Führerscheins finanziell zu unterstützen, vorstellen. Das würde sich sicherlich positiv auswirken.
Frau Lexen, Ihr Meisterprüfungsstand durfte ja „auf Tour“ gehen. Wie kam es dazu? Sarah Lexen: In enger Zusammenarbeit mit unseren Lehrkräften und dem CSD-Stuttgart-Orga-Team, gelang es mir, mit dem begleitendem CSD-Motto 2014 „wir machen Aufruhr!“ einen Meisterstand zu entwickeln, der wirklich für viel Aufruhr sorgte. Nach dem Aufbau/Abbau in der Schule ging es erstmal auf die Bühne im Zelt des CSD-Sommerfests auf dem Berger Festplatz. Danach durfte ich ihn im Rathaus Stuttgart zum offiziellen Empfang durch Oberbürgermeister Fritz Kuhn aufbauen. Es war mir eine Ehre, diese Reise erleben zu dürfen und ich möchte allen, die mir geholfen haben, dies möglich zu machen, „danke“ sagen!
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