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Die Einteilung von Pigmenten in Gruppen

Erdfarben
Die Einteilung von Pigmenten

Farben begleiten die Menschheitsgeschichte. Die Entwicklung führte von wohl religiös motivierter Darstellungskunst zu den heute komplexen Aufgaben unterschiedlicher Pigment-Bindemittelkombinationen. Doch wie lassen sich die unterschiedlichen Pigmente einteilen? Dies erfolgt nach ihrer Herkunft, der chemischen Struktur wie auch ihrer Farbwirkung.

Überblick:
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Erdfarben

Die sogenannten Erdfarben als wichtigste Gruppe der Pigmente gehören zu den natürlichen anorganischen Pigmenten. Hier wird unterschieden zwischen weißen und bunten Erdfarben.

Die Erdpigmente wurden im Tagebau oder untertage abgebaut und durch Schlämmen gereinigt. Zur Erzielung rötlicher Farbtöne wurde die Erde gebrannt. Künstler verwendeten gerne Umbrafarbpigmente, denn sie ließen sich ohne Probleme untereinander mischen und mit Bindemitteln (z.B. Öl) anreiben, ohne dass es zu chemischen Reaktionen kam. Außerdem wurden sie auch immer wieder als Trocknungszusatz eingesetzt. Gleichzeitig besaßen sie eine sehr gute Lichtechtheit.

Weiße Erdfarben
Zu den weißen Erdfarben zählen z.B. Kreide, Kalkspat, Marmormehl, Schwerspat, Ton, Talkum, Asbestmehl, Kieselgur und Quarzmehl. Von ihrer chemischen Struktur her gehören Kreide, Kalkspat und Marmormehl zu den Calciumcarbonaten, Leichtspat und Gips sind Calciumsulfate, Schwerspat ist ein Bariumsulfat, Ton ein Aluminiumsilicat, Talkum und Asbestmehl sind Magnesiumsilicate und Kieselgur und Quarzmehl sind Siliciumdioxide.
Bunte Erdfarben
Die bunten Erdfarben werden eingeteilt in gelbe, rote, braune, grüne, graue und schwarze Erden: Ocker und Terra di Siena zählen zu den Gelbtönen (Eisenhydroxide), Terra di Pozzuoli, roter Ocker, gebr. Siena, Roter Bolus und Eisenzinnober sind rote Erdfarben (Eisenoxide). Braun ist das Umbra (Manganoxid), Veroneser Grün und Böhmische und Deutsche Grüne Erde sind die grünen Erdfarbtöne (Eisensilicate), Grafit und Eisenglimmer zählen zu den grauen Erdfarbtönen und Mangan- und Schieferschwarz sind die sogenannten schwarzen Erdfarben.
Ocker, Siena und Umbra haben als Hauptbestandteil das Eisenoxid Fe2O3. Ocker enthält, je nach seiner Farbgebung – gelb, orange, rot oder braun – wasserhaltige oder wasserfreie Eisenoxide. Von allen Erdfarben besitzen diese die größte Deckkraft. Der Name kommt aus dem altgriechischen „ochros“ und steht für den Begriff „Blassgelb“.
Sienaerden sind in der Hauptsache Ockerfarben und besitzen eine geringere Deckkraft, weil die Eisenoxide durch Mineralien verunreinigt sind. Die chemische Zusammensetzung ist hochgelbes Eisenoxidhydrat mit erheblichen Anteilen an kolloidaler Kieselsäure. Als Terra di Siena bezeichnet man eine spezielle Art gelben, manganhaltigen Ockers mit einem Eisengehalt von ca. 50 bis 70 Prozent Fe2O3, deren beste Sorten in der Nähe von der Stadt Siena in der Toskana vorkommen.
Umbraerden enthalten je nach Fundort mehr oder weniger Anteile von schwarzem Mangandioxid, welches dem Pigment den braunschwarzen Farbton verleiht. Die Deckkraft kann, je nach Herkunft, sehr unterschiedlich sein. Die künstlerisch hochwertigsten Umbrasorten stammen aus Zypern, andere kommen aus Italien, England oder Deutschland. Die Beschaffenheit des Pigments kann sehr unterschiedlich ausfallen. Hellere und rötlichere Sorten sind im Allgemeinen fein, während grünliche Umbrafarbtöne, häufig aus Deutschland stammend, aufgrund ihres Silicatgehaltes mitunter eine sandige und recht stoffliche Konsistenz aufweisen. Unter der Bezeichnung „Umbra“ sind auch Pigmente im Handel, bei denen es sich um eine Verkollerung (spezieller Mahlvorgang) von Ockertönen, gebrannter Siena und Schwarz handelt. Umbra wurde von den Künstlern nicht nur als Pigment verwendet, es wurde auch als sogenanntes Trocknungsmittel für die Untergrundvorbehandlung von Gemälden eingesetzt, um schneller mit dem Malen beginnen zu können.
Weiterhin zählen zu den Erdfarben das Ultramarin (ein schwefelhaltiges Aluminiumsilicat, gewonnen aus dem Halbedelstein Lapislazuli), der Azurit, der Malachit und auch der Zinnober (ein Quecksilbersulfid, welches schon zur Zeit der Römer künstlich hergestellt werden konnte).
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