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Praktische Meisterprüfung: Ideenreiche Gestaltungsarbeiten

Praktische Meisterprüfung
Handwerkliche Schmuckstücke

Farbig, edel, ideenreich: Jedes Jahr entwickeln junge Maler- und LackiererInnen für ihre praktischen Meisterprüfungen neue kreative Oberflächen. Hier eine Auswahl.

Autorin: Susanne Wierse | Fotos: Tobias Stamm

Um die 1000 Gesellinnen und Gesellen im Maler- und Lackiererhandwerk (987 im Jahr 2019 nach Angaben des ZDH) stellen sich jedes Jahr der Herausforderung Meisterprüfung . Dabei entstehen immer wieder handwerklich herausragende Visitenkarten. Die jungen MeisterInnen bilden damit eine treibende Kraft für die Zukunft und den Fortbestand des Gewerks.

Traube Tonbach

Eine Ideenschmiede für kreative Oberflächen ist die Schule für Farbe und Gestaltung in Stuttgart. Auf dem Weg zum Staatl. geprüften Gestalter sowie Staatl. geprüften Betriebsmanager legen die Schüler auch ihre Meisterprüfungen ab. Selbst gewählte Gestaltungsaufgaben wie fiktive Verkaufs- und Präsentationsräume oder Foyers bieten mannigfaltigen Raum für kreative Ideen für die praktische Meisterprüfung.

Die 26 Jahre alte Jennifer Schwarz aus Baiersbronn wählte kein fiktives Thema. Sie entwickelte Oberflächen für die Neugestaltung der Schwarzwaldstube des Hotels und Sternerestaurants Traube Tonbach. Das Stammhaus brannte im Januar 2020 bis auf den Grund nieder. Jetzt wird die Schwarzwaldstube schnellstmöglich wieder zum Leben erweckt. Den Blickfang der Meisterprüfung bildet die „Holzwürfel-Technik“. Sie stellt die Ausgefallenheit des Restaurants/Hotels in den Vordergrund.

Sie soll der Blickfang in dem Restaurant werden und die unterschiedlichen Kunstausstellungen in dem Haus mit unterstützen. Zudem soll mit den angebrannten Holzwürfeln ein Stück der alten Schwarzwaldstube erlebbar und Neues mit Altem verbunden werden. Durch die Silbereffekte wird das Edle des Restaurants hervorgehoben.

Fahrradfachgeschäft

Matthias Kuttler aus Tübingen stellte sich für seine praktische Meisterprüfung als Gestaltungsaufgabe den fiktiven Kundenauftrag – Erstellung eines Verkaufs- und Showrooms in einem Fahrradfachgeschäft – für den Fahrradzubehörhersteller Brooks aus England. Der 26-Jährige, selbst begeisterter Radfahrer, griff damit eine sehr traditionelle Marke auf und entwickelte die Oberflächen passend zu den hauptsächlich vom Hersteller verwendeten Materialien Leder und Metall.

Die Werktechnik I ist eine Patentzeichnung auf einer Pergamentimitation. Dafür brachte der angehende Meister eine Leinwand auf die Trägerplatte auf und verschlichtete nass-in-nass die Oberfläche mit einer matten Dispersionslasur in unterschiedlichen Farbtönen. Mit drei verschiedenen Folien brachte Matthias Kuttler die Patentzeichnung auf und sprühte sie mit Dunkelgrau, Hellgrau und einer Kupferfarbe aus.

Reptilienhaus Landau

Sascha Ebert aus Schönau bei Heidelberg interessiert sich für Reptilien und ist fasziniert von der Farbigkeit der Schlangenhaut. Diese Faszination inspirierte ihn zur Gestaltungsaufgabe: Neugestaltung des Eingangsbereichs des Reptiliums in Landau. Die Besucher sollen hier schon beim Betreten in die Welt der Reptilien eintauchen.

Für die Werktechnik I stupfte der 27-Jährige auf einen schwarz eingefärbten Kalk-/Lehmputz mit einem Naturschwamm ungleichmäßig Perlglanzeffekte auf. Darauf trug er einen Dispersionsvlieskleber mit einer Walze auf und verklebte eine echte Schlangenhaut. Für schillernde Effekte sorgt die partielle Auflage von Schlagmetall.

Tattoostudio

Andy Härtner wählte als Gestaltungsaufgabe für die praktische Meisterprüfung die Renovierung und Gestaltung eines Stuttgarter Tattoostudios „Heart of Gold“ mit freien hochwertigen Kreativtechniken, die die Tattookunst visualisieren. Der 25-jährige Schwarzwälder möchte dadurch die Themenwahl Tattoos aus der Schmuddelecke – sind nur für Gefängnisinsassen oder Matrosen – herausführen und zeigen, dass diese heutzutage edel sowie hochwertig sind.

Die Inspiration zur Werktechnik I kam ihm bei einer Gestaltungsaufgabe mit schwarzer und weißer Dispersionsfarbe im ersten Ausbildungsjahr. Die Aufgabe bestand darin, sich frei zu entfalten und mal außerhalb von Farben etwas Kreatives zu entwickeln. Er beschichtete den Hintergrund schwarz und nahm eine Schnur, tauchte diese in weise Farbe und zog damit in Schlangenlinien eine Art Blumenmuster auf. Diese Gießtechnik wurde dann perfektioniert und in den Firmenfarben des Tattoostudios auf die Meisterprüfung übertragen. Dabei arbeiteteAndy Härtner bestimmte Teile der Blüte herausgearbeitet und vergoldete sie anschließend.

Diese Arbeiten sind eine Auswahl der meisterhaften Stücke der Stuttgarter Schule für Farbe und Gestaltung. Ein virtueller Rundgang durch die Ausstellung ist auf der Schulhomepage möglich.


PraxisPlus

Die gezeigten Meisterprüfungsarbeiten entstanden an den zweijährigen Fachschulen „Fachschule für Gestaltung“ sowie der „Akademie für Betriebsmanagement“.

Informationen zu den Fortbildungsangeboten sowie einen virtuellen Rundgang durch alle Meisterprüfungsarbeiten:

www.farbegestaltung.de

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