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Verarbeitungstipps für Klebebänder: Fehler vermeiden

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Verarbeitungstipps für Klebebänder

Teil 3 der Klebeband-Serie: Verarbeitungstipps für Klebebänder: Die Wahl des richtigen Klebebandes vermeidet im Vorfeld viele mögliche Fehler und teure Nachbesserungsarbeiten. Genauso wichtig ist es, die Klebebänder richtig zu verarbeiten und zu lagern.

Autoren: Florian Anschütz/ Irina Janßen | Fotos: Kip

Schäden entstehen in vielen Fällen durch Anwendungsfehler und damit auch durch den Einsatz eines falschen Klebebandes. In der Regel sind die dann auftretenden Probleme mit hohen Kosten verbunden. Die häufigsten Schäden sind Kleberückstände, Abziehen von Lack/Lasur, Unterlaufen von Farbe und Verfärbungen.

Kleberückstände

Die häufigsten Gründe für Kleberückstände sind zu lange Einsatzdauer, keine UV-Beständigkeit sowie keine oder zu geringe Temperaturbeständigkeit des Klebebandes. Hierbei handelt es sich um technische Eigenschaften von Klebebändern, die mit der Wahl des richtigen Klebebandes im Vorfeld vermieden werden können und somit ein großer Teil der Kleberückstände gar nicht erst auftritt.

Für die Wahl des richtigen Klebebandes sind besonders wichtig zu klären:

Erfolgt der Einsatz im Innen- oder Außenbereich? Um welchen Untergrund (Lack, Kunststoff, Aluminium etc.) handelt es sich? Wie ist die maximale Einsatzdauer des Bandes auf diesem Untergrund. Die Temperaturbeständigkeit des Bandes ist zu beachten.

Sollten dennoch Kleberückstände vorhanden sein, lassen diese sich mit Waschbenzin, Klebstoffentferner, Ethylacetat, Aceton oder einem Klebstoffentferner auf Limonenbasis entfernen. Der Untergrund sollte vorab immer auf Eignung geprüft werden.

Beschichtung wird abgezogen

Werden Lack oder Lasur beim Entfernen des Klebebandes mit abgezogen, ist die Klebkraft des Bandes stärker als die Haftung des Deckmaterials auf dem Untergrund. Um festzustellen, wie das Verhältnis der Klebkraft zum Deckmaterial ist, kann eine Testverklebung durchgeführt werden. Hierbei wird ein Band mit höherer Klebkraft als das vorgesehene Band (ca. 10 cm Länge) auf den Untergrund geklebt. Es wird fest angedrückt und nach fünf Minuten ruckartig entfernt. Kommt es zu keinem Abrissschaden am Untergrund, kann das schwächer klebende Band eingesetzt werden.

Bei nicht sicher zu beurteilenden Untergründen, z. B. bei Verwitterung, sollte eine Probeverklebung über einen längeren Zeitraum (mindestens 24 Stunden) vor der endgültigen Verklebung durchgeführt werden. Nur so lassen sich die klebespezifischen Eigenschaften (zunehmende Krafterhöhung des Klebers) sicher abschätzen. Falls es bei diesem Langzeittest zu einem Abrissschaden am Untergrund kommt, sollte ein schwächer klebendes Band verwendet werden.

Verfärbungen

Ein weiteres mögliches Schadensbild sind Verfärbungen – meist auf Kunststoff, Naturstein, Metall und beschichteten Oberflächen. Auch hier ist fast immer ein falsches Klebeband die Ursache. Daher sollte man sich im Vorfeld bereits die Zeit nehmen, das richtige Klebeband auszuwählen, damit im Nachgang keine bösen Überraschungen auftauchen. „Fast richtig“ kann „richtig teuer“ werden.

Fünf Verarbeitungstipps für Klebebänder

Tipp 1: Untergrundbeschaffenheit und Temperaturen beachten: Der Untergrund muss trocken, staub- und fettfrei sein. Der Temperaturbereich, in dem die Klebebänder verarbeitet werden sollten, liegt bei + 5 °C bis 40 °C. Zu kalte oder zu warme Rollen sollten vor der Verarbeitung an eine normale Umgebungstemperatur angepasst werden. Optimal sind 15 °C bis 30 °C. Bei Untergrundtemperaturen von unter 5 °C und über 40 °C sollten spezielle Klebebänder verwendet werden, wie zum Beispiel Klebebänder mit Acrylatkleber.

Tipp 2: Klebeband gut andrücken und baldmöglichst entfernen: Das Klebeband muss fest angedrückt werden, damit eine gute Haftung erreicht wird. Gleichzeitig wird damit auch ein Unterlaufen der Beschichtung unter das Klebeband verhindert. Klebebänder sollten in ihrer Einsatzdauer auf das notwendige Minimum beschränkt werden und sollten daher nach Beendigung der Arbeiten sofort entfernt werden.

Tipp 3: Blasen und zu hohen Zug vermeiden: Selbstklebende Schutzfolien sollten vollflächig, möglichst blasenfrei angebracht werden, um Reaktionen im Bereich von Lufteinschlüssen zu vermeiden. Beim Abrollen sollte das Klebeband nicht überdehnt werden, um ein späteres Ablösen auf der beklebten Fläche zu verhindern.

Tipp 4: Klebebänder vorsichtig entfernen: Klebebänder sollten vorsichtig und gleichmäßig abgezogen werden. Der Abzugswinkel sollte hierbei möglichst flach sein. Beim Entfernen von Papier-Klebebändern sollte darauf geachtet werden, dass sowohl der Untergrund als auch das Klebeband trocken sind. Ansonsten kann es zu einem Abriss des Trägers und zu Rückständen auf dem Untergrund kommen.

Tipp 5: Auf die Lagerung von Klebebändern achten: Klebebänder sollten trocken, bei normaler Raumtemperatur (18°C bis 25°C) und vor Frost und Sonneneinstrahlung geschützt gelagert werden; idealerweise in der Originalverpackung. Hohe Lagertemperaturen sollten vermieden werden, da diese die Alterung der Klebebänder beschleunigen. Besondere Vorsicht ist bei der Lagerung im Auto geboten: Im Sommer entstehen schnell sehr hohe Temperaturen auch bereits am Vormittag. Im Winter hingegen können Temperaturen unter 0°C die Klebebänder beschädigen, so dass diese nicht mehr wie gewohnt verarbeitbar sind.

Folge 2 zur Klebebandauswahl :

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