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Vergilbung bei Alkydharzlacken: Die Ursachen

FRAGE DES MONATS
Warum vergilben Lacke auf Alkydharzbasis?

Vergilbung: Ursprünglich strahlend weiße Fenster und Türen werden mitunter gelblich. Die Ursachen sind unterschiedlich, die Reaktion der Kunden jedoch gleich – sie reklamieren.

Mit Alkydharzlack hergestellte Beschichtungen können unterschiedlich stark vergilben. Muss diese Vergilbungstendenz von Maler-Alkydharzlacken akzeptiert werden oder kann die Industrie gilbungsbeständige Produkte bereitstellen?

Ursachen

Malerlacke auf Alkydharzbasis zeichnen sich durch klassische Eigenschaften aus, insbesondere hohen Festkörperanteil und gute mechanische Attribute. Die Vergilbung der Alkydharzfarbe geht vom Bindemittel, dem Alkydharz, aus. Die Ursache der Vergilbung ist vorrangig bei den verwendeten Ölen bzw. Fettsäuren zu suchen. Die Trocknung der Alkydharzlacke erfolgt über die Öle, deren Moleküle mit Sauerstoff unter Energieaufnahme reagieren (Aufspalten der Doppelbindung, Anlagerung von Sauerstoff aus der Luft). Diese chemische Reaktion bildet zunächst chromophore (farbgebende) Gruppen und verändert damit die Wellenlänge des reflektierten Lichts, vornehmlich in den sichtbaren Gelbbereich. Dieser Vorgang führt zu unterschiedlichen Ergebnissen, je nachdem ob die Reaktion unter Lichteinfluss, im Dunkeln, unter Wärmeeinwirkung oder gar unter Einfluss chemischer Dämpfe (Ammoniak, Amine) erfolgt. Treffen zwei oder mehrere Faktoren aufeinander, kann dies zu einer deutlichen Beschleunigung und Verstärkung der Vergilbung führen.

Arten von Vergilbung

Es werden verschiedene Vergilbungsarten unterschieden: Lichtvergilbung, Wärmevergilbung, meistens jedoch Dunkelvergilbung. Bei der Vergilbung unter Lichtabschluss entstehen ebenfalls farbgebende Verbindungen. Im Gegensatz zur Lichtvergilbung zerfallen diese Verbindungen wieder unter Lichteinfluss. Diese Vergilbung ist darum weitgehend reversibel. Die Vergilbung unter Wärmeeinwirkung (Wärme = Energie) kann mit der Lichtvergilbung gleichgesetzt werden.

Die chemische Vergilbung erfolgt durch Reaktion mit Stickstoff aus Ammoniakverbindungen und Aminen. Und zwar überall dort, wo solche Substanzen, die in Fußbodenklebern, Dispersionsfarben, Reinigungsmitteln etc. eingesetzt werden, die Lackoberfläche erreichen, mitunter sehr rasch. Auch die chemische Vergilbung ist unter Lichteinwirkung zum Teil reversibel; generell ist sie die Ursache für starke Gilbung. Hierbei ist zu prüfen, ob wirklich das Anstrichmaterial verantwortlich ist oder ob andere Einflüsse, wie z. B. Nebenreaktionen mit Stickstoff aus anderen Wirkstoffen, die Veränderung hervorgerufen haben.

Beim heutigen Stand der Technik lassen sich auf Alkydharzbasis zwar gute, wenig vergilbende Malerlacke herstellen, völlig vergilbungsfrei sind sie jedoch nicht. Aktuell steht dem Verarbeiter eine Vielzahl von Anstrichstoffen mit anderer Bindemittelbasis zur Verfügung. Wasserverdünnbare Lacke auf Basis von Acrylatdispersion sind in Bezug auf Vergilbung problemlos.

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