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Tipps für die Kommunikation mit Azubis

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Tipps für die Kommunikation mit Azubis

Vor der Bewerbung, nach der Bewerbung und bis zum Ausbildungsbeginn: Warum ist ein respektvoller Austausch mit den jungen Leuten so wichtig? An welchen Details macht sich wertschätzende Kommunikation fest? Neun Tipps, mit denen man Azubis gut „an Bord holt“.

Autor: David Recker | Foto: Brillux

Wer die Auswahl hat, hat keinen Grund, sich klein zu machen. Daher wächst in der jetzigen Generation auch der Anspruch, das eigene Bedürfnis nach Wertschätzung im Job verwirklicht zu sehen. Gehen Sie darauf ein – und verbessern Sie so die Chance, ihre freien Azubistellen zu besetzen und die jungen Leute auch zu halten.

Wertschätzende Azubiwerbung

Bereits bei der Anwerbung von Azubis ist es hilfreich, sich bewusst zu machen: Heute bewirbt sich ein Betrieb beim Lehrling – und eben nicht mehr umgekehrt. Jede Art von Azubiwerbung, ob per Stellenausschreibung oder über die persönliche Ansprache z. B. auf Berufsmessen, kann nur mit dieser Zielrichtung erfolgreich sein. Genauso wichtig ist es, den jungen Leuten einen guten Grund für ihre Bewerbung zu geben. Das Thema Wertschätzung ist ein sehr starkes Argument. Der Klassiker in der Azubiansprache „Wir suchen einen Azubi“ enthält jedoch kein wertschätzendes Element, „Respekt und Abwechslung? Hier entlang!“ hingegen schon.

Malerbetriebe, die bereits offensiv um ihre Azubis werben, haben zudem sehr erfreuliche Erfahrungen mit einer eigentlich unspektakulären Maßnahme gemacht. Hier gehen die Chefs und Chefinnen selbst in die Schulen und stellen ihr Berufsbild und die Ausbildung in ihrem Betrieb vor. Allein die Tatsache, dass sich ein Betriebsinhaber persönlich vor die Jugendlichen stellt, signalisiert Wertschätzung.

Wertschätzende Signale senden

Es hat geklappt: Sie haben Ihre Azubistelle mit einem vielversprechenden Bewerber oder einer Bewerberin besetzen können. Halten Sie bis zum eigentlichen Ausbildungsbeginn Kontakt mit ihrem Nachwuchs und setzen Sie damit wichtige Zeichen. Sie lauten: „Unser Betrieb freut sich auf dich. Wir nehmen dir die verständliche Unsicherheit, was dich in deinem neuen Berufsleben erwartet. Wir unterstützen dich und geben dir Orientierung.“ Mit dieser Haltung signalisieren Sie wiederum weitere Facetten der Wertschätzung. Konkret umgesetzt wird dieser Brückenschlag zwischen Bewerbung und Ausbildungsbeginn mit zwei einfachen E-Mails. Die erste schicken Sie direkt als Zusage nach der erfolgreichen Bewerbung. Neben der sachlichen Mitteilung machen sich hier einige Sätze gut, in denen Sie Ihrer Freude über den neuen Mitarbeitenden zum Ausdruck bringen. Die zweite Nachricht sollte den neuen Azubi spätestens vier Wochen vor Ausbildungsbeginn erreichen. Teilen Sie hierin mit, wie der erste Ausbildungstag genau ablaufen wird und was der Nachwuchs mitbringen sollte. Sie werden sehen – ein so orientierter Neu-Azubi wird seinen ersten Tag bei Ihnen mit deutlich weniger Verunsicherung antreten.

Wertschätzung in der ersten Woche

Überlegen Sie sich mindestens einen Monat vorher, was an Formalitäten zu erledigen ist, wie und mit welchen Beteiligten Sie den ersten Azubi-Tag gestalten wollen und stellen Sie sicher, dass für diesen Tag alles – analog unserer folgenden Tipps – vorbereitet ist. Planen Sie Zeit für den ersten Ausbildungstag ein, ihre eigene ebenso wie die von relevanten Mitarbeitenden. Und seien Sie sich sicher: Diese Stunden, die Sie und Ihr Betrieb am ersten Tag investieren, sind gut angelegt.

Tipp 1: Zeigen Sie, dass er oder sie zu Ihnen gehört: „Du bist jetzt einer von uns!“ – erreichen Sie durch einfache wertschätzende Signale. Vielleicht steht schon an der Bürotür ein Schild mit „Herzlich willkommen, Max Mustermann!“. Vielleicht haben Sie sogar eine eigene Kaffeetasse für ihn vorbereitet oder seine Berufskleidung mit eingesticktem Namen hängt bereits am Kleiderbügel. Ganz sicher jedoch sollten Sie als Chef den neuen jungen Mitarbeitenden persönlich begrüßen und ihn durch die weiteren Stationen des ersten Tages begleiten.

Tipp 2: Stellen Sie einen Paten/eine Patin: Wenn Ihr Betrieb etwas größer ist und Azubis höherer Lehrjahre oder jüngere Mitarbeiter beschäftigt, kann Ihnen das Patenmodell bei der sozialen Einbindung des neuen Azubis wertvolle Dienste leisten. Ein Jung-Geselle oder fortgeschrittener Azubi ist dabei Ansprechpartner und Unterstützer für den Frischling – ob es um Fragen zur Berufsschule oder Erfahrungen im Arbeitsalltag geht. Der neue Azubi profitiert von einem Gegenüber auf Augenhöhe, der Pate wächst an der Verantwortung, die er übernimmt.

Tipp 3: Geben Sie einen Überblick über Ihren Betrieb: Orientierung für den Azubi bedeutet natürlich auch räumliche Orientierung. Führen Sie ihn durch den Betrieb und zeigen Sie ihm Werkstatt, Lager, Büro, Sanitär- und Aufenthaltsräume sowie die Firmenfahrzeuge. Natürlich gehört auch eine Vorstellung aller anderen Mitarbeitenden mit Name und Funktion mit dazu, inklusive der/dem Ausbildungsverantwortlichen und, wenn vorhanden, dem Paten. Geben Sie dem Azubi dann einen kurzen Überblick zu den wichtigsten Fakten Ihrer Firma: Für wen arbeiten Sie, was sind Ihre Schwerpunktarbeitsgebiete und welche Arbeits- und Verhaltensweisen sind daher besonders wichtig?

Tipp 4: Vermitteln Sie die Grundregeln Ihres Betriebs: Bereits in den ersten Tagen ist es wichtig, dass Sie die wesentlichen Eckpfeiler Ihrer betrieblichen Regeln klar machen. Wann sind Pausen? Wann ist Handy-Nutzung gestattet? Was ist bei der Urlaubsplanung und im Krankheitsfall zu beachten? Was muss der Azubi zur Arbeitskleidung wissen? Welche Rechte und Pflichten haben Ausbilder und Auszubildender? Nachhaltiger wird es, wenn Sie diese Grundregeln auch schriftlich auf einem Blatt kurz zusammenfassen.

Tipp 5: Erklären Sie Abläufe: Wie sieht ein typischer Tag im Betrieb für den Azubi aus? Welche Berufsschultermine gibt es? Stehen überbetriebliche Maßnahmen an, wenn ja – welche und wann? Besprechen Sie auch dies, ebenso wie den Aufbau der Ausbildung mithilfe von Ausbildungsordnung und -plan. Ein kleines Handout mit den wichtigsten Terminen hat sich auch hier bewährt.

Tipp 6: Werden Sie konkret, was Sie kurzfristig erwarten: Struktur gibt Orientierung, gerade in den ersten Tagen: Besprechen Sie mit Ihrem Azubi, wie sein Fahrplan im Betrieb für die kommende Woche aussieht und legen Sie genaue Ziele für diese Zeit fest.

Tipp 7: Legen Sie einen ersten Gesprächstermin fest, möglichst am Ende der ersten Woche. Hier sollten Sie auf die ersten Tage zusammen mit ihm zurückblicken, sich Eindrücke schildern lassen und Fragen beantworten. Hier ist dann auch die richtige Zeit, dem Azubi die Werte und die Gesprächskultur, die im Betrieb gepflegt werden, zu erläutern.

Tipp 8: Vereinbaren Sie weitere Termine und klären Sie Organisatorisches: Besprechen Sie mit dem Azubi am Ende des ersten Tages auch noch Technisches: Wann ist der Termin für Belehrungen rund um Arbeitsschutz & Co.? Welche Daten und Unterlagen des Azubis fehlen noch? Übergeben Sie dann auch die im besten Falle durch individuelle Zusammenfassungen angereicherte Infomappe für den Azubi.

Tipp 9: Lassen Sie Platz für Fragen: Ermutigen Sie Ihren Auszubildenden, Fragen und Probleme immer offen anzusprechen. Und lassen Sie natürlich gerade am ersten Tag, an dem auf den Neuling viele Informationen einprasseln, immer Raum für Fragen.

Positiv von Beginn bis zum Ende

Mit all diesen Maßnahmen erreichen Sie, dass die Ausbildung vom ersten Kontakt bis zum Beginn der Lehrzeit zum positiven Erlebnis für den Nachwuchs wird. Genau das sind die besten Voraussetzungen für Interesse, Einsatzbereitschaft und Loyalität der jungen Leute. Zugegeben: Für den einzelnen Betrieb bedeutet das einiges an Aufwand. Doch viele der Schritte kann man enorm effizient gestalten.

Weitere Infos: www.malerblatt.de/
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