Frage des Monats

Beschichtung von Faserzement-Fassadenplatten

Rainer Hülsermann, Leiter Anwendungstechnik ZERO-Lack. r.huelsermann@zero-lack.de
Saugend oder nicht saugend? Bei der Beschichtung von Faserzement-Fassadenplatten ist zuallererst zu prüfen, ob Asbestfasern in der Platte enthalten sind.

Eventuell vorhandene Einprägungen oder Stempelungen auf den Platten zeigen eine Codierung: DIN EN 492 Typ AT (i.e. asbesthaltig) oder DIN EN 494 Typ NT (i.e. asbestfrei). Im Zweifelsfall sind gesonderte Prüfungen erforderlich. Erkennt man Fasern im Bereich von Bruch- und Schnittkanten, die durch das Erhitzen mit einer Propangasflamme nicht verschmelzen oder verbrennen, so muss mit asbestfaserhaltigen Platten gerechnet werden. In einem solchen Fall gelten für die Bearbeitung dieser Flächen alle entsprechenden Sicherheits-, Umwelt- und Arbeitsschutzvorschriften – sowie die Technische Regel für Gefahrstoffe 519 (Asbest: Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten). Merke: Mit der europäischen Richtlinie 1999/77/EG wurden as-besthaltige Produkte prinzipiell verboten! Faserzement-Baustoffe für den Hochbau aus deutscher Produktion bestehen heute aus Zement und Fasern. Letztere auf Basis von Zellulose und/oder alkaliresistenten Kunststoffen und Zuschlagsstoffen. Im Hochbau werden Faserzementplatten als Fassadenplatten, Balkonverkleidungen, Fensterbänke u.v.m. eingesetzt. Im Renovierungsfall ist zu unterscheiden zwischen normal saugenden und nicht saugenden Platten:

Saugfähige Faserzementplatten werden mit lösemittelhaltigen oder wasserverdünnbaren Grundiermitteln grundiert und mit diffusionsoffener Farbe zwischen- und schlussbeschichtet. ZERO RenoTop Housepaint ist so eine hoch elastische Multifunktionsfarbe, die sich auf Faserzenment bewährt hat.
Die nicht saugenden Platten werden überwiegend farbig beschichtet geliefert, wobei diese Beschichtung eine glatte, harte, UV-beständige und kratzfeste Oberfläche aufweist. Um auf diesen Untergründen eine ausreichende Haftung zu erzielen, sind spezielle 2-komponentige Grundierungen – wie zum Beispiel ZERO PUR-Haftgrund – zu empfehlen. Die weitere Bearbeitung kann dann mit Acryllacken oder Fassadenfarben erfolgen.
Bei überlappend montierten Platten ist darauf zu achten, dass es durch die neue Beschichtung zu keiner Verklebung der Platten untereinander kommt! Dies kann ansonsten zum Bruch einzelner Platten führen. In diesem Bereich wird praktischerweise durch einen Schnitt eine Sollbruchstelle erzeugt.
Übrigens: Bei wiederkehrender Beschichtung verschlechtert sich der bisherige sd-Wert (Wasserdampfdurchlässigkeit) über eine Erhöhung der Schichtdicke und es kann bei hinterlüfteten Fassadenplatten zur Blasenbildung in der Beschichtung kommen (Achtung: Bedenkenanmeldung). Informieren Sie sich vorsorglich auch im BFS-Merkblatt Nr. 14.

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