Aus- und Weiterbildung

Jubiläumsgrüße aus Schweden

Diese Marmor-Technik findet ihren Ursprung in der schwedischen Dekorationsmalerei. Sie ist in ihrer Darstellung an den Kolmårdenmarmor angelehnt.

Autorinnen: Friederike Schulz/Susanne Sachsenmaier-Wahl I Fotos: Lars Krüger

Schwedischer Marmor

Marmortechnik90_Schulz_Fertiger-Marmor.jpg
Der „Schwedische Marmor“, wie der Kolmårdenmarmor auch genannt wird, besticht durch seine dezente Farbigkeit in leichten Grüntönen.
Foto: Lars Krüger

„Der Kolmårdenmarmor (schwedisch: Kolmårdsmarmor) ist ein grüner schwedischer Marmor aus der Landschaft Kolmården in der historischen Provinz Östergötland, südlich von Stockholm. Er besitzt als Dekorationsgestein innerhalb der Architekturgeschichte Schwedens einen besonderen Stellenwert.“ So ist auf Wikipedia zu lesen. Außerdem erfährt man dort Folgendes: „In der Zeit des Barocks und des Klassizismus wird der Marmor als gefragtes Dekorationsgestein in Schlössern des schwedischen Königshauses und des Adels verwendet. Bevorzugt fertigte man daraus Bauteile für Treppenhäuser, Foyers sowie Säulen, Möbelteile und einzelne Kunstgegenstände.“ Seine Beliebtheit liegt vermutlich in seiner besonderen Farbigkeit begründet: Meist kommt der Kolmårdenmarmor grünlich daher mit Einschlüssen von Braun über Grau bis Ocker. Der Marmor hat keine Äderungen in Form von Linien und fällt in seiner Intensität und Farbigkeit sehr unterschiedlich aus.

Marmor steht für 90 Jahre Bindung

Nach 90 Jahren Ehe feiert man die Marmorne Hochzeit. Was von Ehepaaren so gut wie nie erreicht wird, hat das Malerblatt mit seinen Lesern gemeinsam geschafft: Seit 90 Jahren abonnieren Maler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz das Fachmagazin. Lassen Sie uns deshalb gemeinsam Marmorne Hochzeit feiern – mit einer ganz besonderen Marmortechnik, die unsere Autorin Friederike Schulz präsentiert.

Werkzeuge und Materialien

Mithilfe der folgenden fünf Trockenpigmente soll diese Farbigkeit in der Marmormalerei nachgeahmt werden: Veroneser grüne Erde, Böhmische grüne Erde, Umbra gebrannt bräunlich, Umbra natur grünlich und Titanweiß. Um eine längere Bearbeitungszeit der Oberfläche zu gewährleisten, empfiehlt sich der Einsatz eines etwas länger offen stehenden Acrylbinders. In Schweden wird ein spezieller Acrylbinder für solche Techniken angeboten. Der hiesige VOC-Wert wird von diesem aber stark überschritten, weshalb er nicht zum Einsatz kam. Stattdessen wurde mit „Acrilino“ von Linova gearbeitet – dieser Binder ist relativ neu auf dem Markt und wurde speziell für die Holz- und Marmorimitation entwickelt. Ausgeführt wird die Marmormalerei auf einem mit Wasserlack weiß beschichteten Untergrund.

An Werkzeugen und Hilfsmitteln sollten bereit liegen: ein Lasurpinsel, ein breiter Modler, ein Naturschwamm und ein Dachshaarvertreiber für die Marmormalerei, sowie für das Relief eine Lochpause, ein Kohlebeutel zum durchreiben und ein Schlepper nebst Malstock für das Ausmalen von Licht und Schatten.

Und so wird´s gemacht

Zunächst wird der Binder auf die Fläche aufgetragen. Von nun an wird von der Palette mit den vier Farbpigmenten gearbeitet. Mithilfe des Lasurpinsels wird die Fläche mit großen grünen Flächen und schmaleren braunen Partien farbig angelegt. Strukturiert wird die Fläche, indem ein feuchter Naturschwamm über dieselbe getupft und gerollt wird. Mit dem Dachshaarvertreiber werden anschließend weiche Übergänge geschaffen.

Stellt man fest, dass einige Bereiche zu hell geblieben sind, können diese nach dem Trocknen partiell überarbeitet werden, um sie zu intensivieren. Auch hier wird wieder mit dem Naturschwamm strukturiert und anschließend weich vertrieben. Ist man mit dem Ergebnis zufrieden, wird die Fläche nach dem Trocknen mit einer Lasur, bestehend aus den grünen Erden, Binder und Wasser, lasiert. Die Lasur wird mithilfe des Modlers gleichmäßig vertrieben, sodass keine Pinselspuren mehr zu sehen sind. Mit einer Mischung aus Titanweiß, Binder und Wasser wird die Fläche mit dem Schwamm kristallin lasierend getupft.

Wo gewünscht, kann abschließend noch eine plastische Malerei angebracht werden. Für das Jubiläum haben wir selbstverständlich die 90 ausgewählt. Diese kann aber problemlos durch ein Ornament oder eine Rosette ersetzt werden. Mithilfe einer Lochpause wird das gewünschte Motiv mit einem Kohlebeutel auf die trockene Fläche übertragen. Dann werden mit dem dunkelsten Ton des Marmors die Schattenpartien angelegt (das Licht fällt in unserem Beispiel von links oben ein). Die lichten Partien werden mit Titanweiß angelegt. Zum Schluss werden mit einem trockenen Tuch die Kohlepunkte „weggeschlagen“.


Dekorationsmalerin Friederike Schulz kennt sich mit Materialimitation bestens aus. In ihrem Atelier in der Hamburger Speicherstadt gibt sie ihr Wissen an Interessierte in Praxiskursen weiter. Als Autorin veröffentlicht sie im Malerblatt außerdem regelmäßig Schritt-für Schritt-Anleitungen zu verschiedenen Dekorationsmalereien.

Anzeige

Große Fotoaktion auf der FAF 2019

Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Titelbild Malerblatt 9
Ausgabe
9.2019

ABO

Anzeige


Malerblatt Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Malerblatt-Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Medien GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Malerblatt-Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Malerblatt-Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de