Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schlagmetall: Unechtes Gold

Um Gegenstände oder Wanddekorationen einen Gold-Look zu verleihen, bedarf es nicht unbedingt des teuren Echtgolds. Mit Schlagmetall lassen sich schöne Effekte erzielen. Friederike Schulz zeigt in der 10. Folge der Dekorationsmalerei-Serie, was beim „Vergolden“ mit Schlagmetallen zu beachten ist.

Autorin: Friederike Schulz I Fotos: Lars Krüger

Mit einer „vergoldeten“ Schrift beispielsweise kann man tolle Effekte erzielen. Dabei muss man nicht unbedingt auf echtes Blattgold zurückgreifen. Schlagmetalle, also unedle Legierungen, sind die preiswerte Alternative zu Blattgold. Schlagmetall bringt – insbesondere für Blattmetall-Anfänger – den Vorteil mit sich, dass es etwas dicker als echtes Blattgold und damit einfacher zu verarbeiten ist. Beim „Vergolden“ mit Schlagmetall muss das „unechte Gold“ säurefrei versiegelt werden.  Im unversiegelten Zustand und nach Kontakt mit der Haut oder speziellen Umwelteinflüssen kann es braun werden.

Der passende Kleber für Schlagmetall

Aufgrund der um ein Vielfaches höheren Blattdicke als bei echtem Gold benötigt man auch einen anderen Kleber. Es eignen sich z. B. klassische Anlegemilch oder, wie im hier gezeigten Beispiel verwendet, ein rot eingefärbtes Anlegemittel (z. B. „Permacoll Size HA rot“ von Kölner). Dieses ist im Gegensatz zur Milch nicht durchsichtig, sondern ahmt den klassischen Rot-Ton einer Polimentvergoldung nach, der das darauf gelegte Metall wärmer erscheinen lässt. Zum abschließenden Schutz vor Oxidation und äußeren Einflüssen ist ein spezieller Wasserlack (z.B: „Leaf Protect“ von Kölner) eine gute Wahl, da er im Gegensatz zum Zaponlack nicht riecht und besser zu verarbeiten ist.

Materialien: Anlegemittel und Schlusslack, Schlagmetall von der Rolle oder als Blättchen auf Transferpapier. Außerdem sollte man folgende Werkzeuge parat haben: Cutter, Andrückwalze, Poliertuch oder Watte, Schablonierpinsel und einen Pinsel für die Schlusslackierung.

Und so bringen sie das Schlagmetall auf

Vorlage platzieren und fixieren. Mit reversiblem Sprühkleber besprüht man die Rückseite der Vorlage, damit das Papier gut am Untergrund haftet. Die Vorlage mit Andrückrolle gleichmäßig anwalzen. Dabei sollte man darauf achten, dass keine Lufteinschlüsse entstehen. Alternativ kann man selbstverständlich auch geplottete Klebefolie verwenden. In diesem Fall entfällt das für manch einen schwierige oder einfach nur lästige Ausschneiden der Vorlage.

Die selbst hergestellte Vorlage nach dem Fixieren mit dem Cutter ausschneiden. Bei geraden Linien ist dabei die Zuhilfenahme eines Lineals empfehlenswert. Nach dem Ausschneiden kann das Papier abgelöst und die Schrift freigelegt werden für die nachfolgende Beschichtung mit dem Klebemittel.

Den Kleber tupft man mit dem Schablonierpinsel „trocken“ auf – das bedeutet, dass der Pinsel gut mit dem Kleber eingearbeitet, aber nicht zu feucht ist. So vermeidet man ein Unterlaufen der Schablone.

Schlagmetall andrücken

Nun ist der Zeitpunkt abzuwarten, ehe mit dem „Vergolden“ begonnen wird. Der Kleber ist angezogen, wenn man mit dem Fingerknöchel die Klebkraft spürt. Grundsätzlich sollte man aber mindestens 15 Minuten warten, bis man mit dem Anlegen des Metalls beginnt. Das Schlagmetall mit einer weichen Kunststoffwalze andrücken. Nun sollte sich das Transferpapier leicht lösen.

Anschließend wird das Metall mit einem weichen Poliertuch oder Watte poliert, sodass es auch an den Kanten und schmalen Stegen gut haftet. Jetzt wird die komplette Fläche lackiert. Ist der Lack getrocknet, wird die Schablone vorsichtig entfernt.

Die Schlagmetallvergoldung eignet sich gut für den Innenbereich. Im Außenbereich ist eine Vergoldung mit Echtgold zu empfehlen. Diese stellen wir in der nächsten Folge vor.

Die Folgen 1 bis 9 der Serie finden Sie unter www.malerblatt.de.


Foto: Lars Krüger

Die Schrift bzw. das gewählte Design wird aus
dem selbst ausgeschnittenen Papier bzw. der
geplotteten Klebefolie freigelegt.


Foto: Lars Krüger

Den Kleber (hier rot eingefärbt) tupft man mit
dem Schablonierpinsel „trocken“ auf.
So vermeidet man ein Unterlaufen der Schablone.


Foto: Lars Krüger

Der Kleber ist angezogen, wenn man mit dem
Fingerknöchel die Klebkraft spürt. Erst dann sollte man mit dem Anlegen des Metalls beginnen.


Fotos: Lars Krüger

Das Schlagmetall wird mit einer weichen Kunststoffwalze angedrückt bis sich das Transferpapier  leicht vom „Gold“ lösen lässt.


Foto: Lars Krüger

Anschließend poliert man das Metall mit einem weichen Poliertuch oder Watte, sodass es auch an den Kanten und schmalen Stegen gut haftet.


Foto: Lars Krüger

Die komplette Fläche wird lackiert. Ist der Lack getrocknet, wird die Schablone vorsichtig entfernt.

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