Aus- und Weiterbildung

Stufe für Stufe

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Foto: Fotolia/Zabanski
Bei der Aufarbeitung abgenutzter Treppenstufen spielen Untergrund, Nutzung und das gewünschte spätere Erscheinungsbild die Schlüsselrollen.

Autor: Ulrich Weng | Fotos: Uzin

Treppen sind eines der am stärksten beanspruchten Bauteile eines Hauses. Das tägliche rauf und runter macht sich im Laufe der Zeit durch Schäden bemerkbar: rundgelaufene Kanten, ausgetretene Stufen oder sich vom Untergrund ablösende Beläge. Alte, abgenutzte Treppenstufen sind nicht nur unschön, sie stellen auch ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Durch eine Treppensanierung lassen sich alte Stufen jedoch wieder aufarbeiten.

Doch Treppe ist nicht gleich Treppe. Selbstverständlich macht es einen erheblichen Unterschied, ob es sich um Treppenstufen aus einem mineralischen Material handelt, also Zement oder Calciumsulfat, oder um Holz. Auch spielen die spätere Nutzung und das gewünschte Erscheinungsbild für das Vorgehen bei einer Renovierung eine entscheidende Rolle. Soll das bisherige Erscheinungsbild beibehalten oder ein neuer Bodenbelag darauf verklebt werden? Zusätzlich spielt das vorliegende Schadensbild eine entscheidende Rolle, welche Arbeitsschritte für eine Treppensanierung vorgenommen werden müssen.

Mineralischer Untergrund

Bevor eine Treppe aufgearbeitet werden kann, muss einiges an Vorarbeit geleistet werden. Das bedeutet, dass die Treppe in ihren Rohzustand versetzt werden muss. Alte elastische Beläge werden hierfür vollständig entfernt und auf dem Untergrund anhaftende Kleberreste müssen beseitigt werden. Hierfür eignen sich Bodenschleifmaschinen im handlichen Format. Es sollten nach dem Schleifgang keine Verschmutzungen mehr sichtbar sein. Sind alte Beläge und Kleberreste entfernt, wird der Untergrund begutachtet. Calciumsulfat-Estriche und Gipsspachtelmassen sowie stark saugende Untergründe sollten mit einer Universalgrundierung bearbeitet werden, um die Saugfähigkeit des Untergrundes etwas zu reduzieren.

Größere Unebenheiten oder Rauigkeiten in der Oberfläche der Treppenstufen werden dann mit einer standfesten Spachtelmasse ausgefüllt und geglättet. Dazu wird kaltes, klares Wasser in einen sauberen Behälter gegeben, das Spachtelmassenpulver unter kräftigem Rühren eingestreut und klumpenfrei angerührt. Am besten nur so viel Mörtel anmischen, wie innerhalb einer Verarbeitungszeit von 5 bis 10 Minuten verbraucht werden kann. Die fertig angemischte Masse wird anschließend mit einer Glättkelle gleichmäßig bis zur gewünschten Schichtdicke auf den Untergrund aufgetragen. Nach ca. 15 Minuten kann nachgeglättet werden. Je nach eingesetzter Spachtelmasse ist die Fläche nach ca. 30 bis 60 Minuten belegereif. Hier muss unbedingt auf die Angaben des Herstellers geachtet werden.

Wurde die Treppenstufe soweit aufgearbeitet und die Unebenheiten beseitigt, wird sie mit neuem Bodenbelag beklebt. Hierzu je nach den Angaben des Belagsherstellers den Klebstoff vollflächig auf den Untergrund auftragen und darauf achten, dass Ecken und Kanten nicht vernachlässigt werden. Nun den Belag sofort oder innerhalb der Kontaktklebezeit oder nach der Ablüftzeit passgenau einlegen und vollflächig kräftig andrücken, anreiben oder anklopfen. Nachträgliches Korrigieren ist häufig nicht möglich. Nach 10 bis 20 Minuten nochmals kräftig nachreiben, besonders an Nähten und im Kantenbereich.

Die gute alte Holztreppe

Holztreppen sind gerade im Wohnbereich wohl der Klassiker. Gerade wenn die Holzoberfläche sichtbar ist, sind diese nicht nur rein funktional, um von einem Stockwerk in das nächste zu gelangen. Sie sind dann wesentlicher Teil der Inneneinrichtung. Ist solche eine Treppe abgenutzt, wirkt sich dies schnell negativ auf den Gesamteindruck des Wohnobjekts aus. Der erste Schritt besteht auch hier darin, den Zustand der Treppe zu beurteilen und die Möglichkeiten, die bei einer Renovierung zu Verfügung stehen, abzuwägen. Die Kernfragen sind: Wie stark wurde die Treppe über die Jahre in Mitleidenschaft gezogen? Soll die Oberfläche erhalten bleiben oder kann ein neuer Belag verlegt werden?

Für eine Renovierung müssen die Holztreppen zunächst vom alten Belag wie bspw. Teppich oder Linoleum befreit und Klebstoffschichten abgeschliffen werden. Auch alte Versiegelungen, wie Lacke oder Öle, müssen runter. Ist die Treppenstufe nicht zu sehr ausgelaufen und die Holzoberfläche soll erhalten bleiben, kann eine neue Versiegelung auf die bis auf das rohe Holz abgeschliffene Oberfläche aufgetragen werden. Hier sind die üblichen Herstellerangaben der Versiegelung zu beachten.

Sind Treppenstufen stark ausgetreten und die Stufenkante rundgelaufen, ist ein Ausgleich unumgänglich. Nachdem auch hier die Oberfläche großzügig abgeschliffen wurde, wird an die Stufenkante eine Leiste angeschlagen.

Um eine zementäre oder Gipsspachtelmasse auf Holz auftragen zu können, muss zunächst mit einer zweikomponentigen Spezialgrundierung für kritische Untergründe für die notwendige Anhaftung gesorgt werden. Unter Berücksichtigung der vom Hersteller angegebenen Trocknungszeiten kann die so wieder instandgesetzte Treppe mit Bodenbelag beklebt werden.

Fazit

Die Nutzung einer Treppe, ihr Zustand und das gewünschte Erscheinungsbild bestimmen maßgeblich das Vorgehen bei ihrer Renovierung. Es müssen hierbei nicht gleich großzügig substanzielle Bestandteile ausgetauscht werden, sofern diese noch ihre Funktion erfüllen. Die bauchemische Industrie hält einige Spezialprodukte bereit, die eine einfache Renovierung gewährleisten. Wenn Zweifel über Sicherheitsaspekte bestehen, sollte ein sachkundiger Kollege hinzugezogen werden.

Weitere Informationen:
www.uzin.de


Foto: Uzin

Unebenheiten oder Rauigkeiten werden mit einer standfesten Spachtelmasse ausgeglichen.


Foto: Uzin

Die Masse wird mit einer Glättkelle gleichmäßig bis zur gewünschten Schichtdicke aufgetragen.


Foto: Uzin

Der Klebstoff wird vollflächig auf den Untergrund auftragen.


Foto: Uzin

Belag vollflächig kräftig andrücken, anreiben oder anklopfen, besonders an Nähten und Kanten.



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