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Fugenlose Bäder bei Malerbetrieb Micheluzzi

Der Malerbetrieb „Der Grüne“ aus Hard bei Bregenz geht seit Jahren seinen ganz eigenen Weg. Seine – häufig sehr anspruchsvollen – Vorstellungen versucht Firmeninhaber Christian Micheluzzi stets in die Realität umzusetzen. Zuletzt schwebte ihm vor, komplette fugenlose Bäder anzubieten, vom Boden über die Wände bis hin zu den Sanitärobjekten. Seit einiger Zeit gehören nun auch diese zu seinem Portfolio.

Autorin und Fotos: Susanne Sachsenmaier-Wahl

Sich auf dem Erreichten auszuruhen, ist nicht Christian Micheluzzis Sache. Der agile Österreicher versucht ständig, noch etwas in seinem Betrieb zu optimieren. So entstand auch die Idee, komplette fugenlose Bäder anzubieten. Dabei ist der Malerbetrieb Micheluzzi schon seit Jahren alles andere als gewöhnlich. Bereits Christian Micheluzzis Vater Kurt hatte in der Branche von sich reden gemacht, weil er Fassadenarbeiten statt vom Gerüst aus, mittels Arbeitsbühne ausführte. Diese Tradition pflegt der Junior weiter. „Natürlich machen wir nicht alles mit der Arbeitsbühne“, sagt der 43-Jährige. „Wenn mehrere Gewerke an die Fassade müssen, ist ein Gerüst rentabler. In den meisten Fällen werden die Fassaden aber nur gestrichen und dann ist die Arbeitsbühne genau das Richtige.“ Sie ermöglicht Spontanität bei der Ausführung, ist um einiges kostengünstiger, stört im Sommer die Gartennutzung kaum und insbesondere schätzen die Kunden eines: „Wenn die Anstricharbeiten beendet sind, sind auch wir weg“, schmunzelt Christian Micheluzzi. Haus und Garten sind umgehend wieder wie gewohnt nutzbar. Die schöne neue Fassade zeigt sich sofort von ihrer besten Seite.

Auf der Suche nach dem Besonderen

Manch einer würde sich vielleicht entspannt zurücklehnen, wenn er einen elterlichen Betrieb übernehmen könnte, der schon über ein Alleinstellungsmerkmal verfügt. Nicht so Christian Micheluzzi. Als der junge Vorarlberger 1998 mit nur 22 Jahren als frisch gebackener Meister und Fachwirt von der Stuttgarter Fachschule in den elterlichen Betrieb zurückkehrt, rückt er zum zweiten Geschäftsführer des Malerbetriebs „Der Grüne“ auf und gründet die Kreativabteilung „Il Verde“. . Nur vier Jahre später übernimmt er als alleiniger Geschäftsführer die Agenden des Unternehmens.

Obwohl Micheluzzi in dieser Zeit viel um die Ohren hat, lässt ihn ein Gedanke nicht los. Er möchte seinen Kunden handwerkliche Oberflächen aus natürlichen Materialien anbieten, dabei aber nicht ausschließlich auf die gängigen Produkte der „großen“ Hersteller zurückgreifen. Wieder einmal ist „der Grüne“ auf der Suche nach einem Alleinstellungsmerkmal. Mit einem Freund von der Meisterschule sei er damals immer wieder übers Wochenende nach Italien gefahren, um mit dort ansässigen Produzenten Kontakt aufzunehmen, deren Produkte auszuprobieren bzw. einzukaufen, erinnert sich Christian Micheluzzi. „Und das, obwohl wir kein Wort Italienisch sprachen“, erzählt der Österreicher, der sogar italienische Wurzeln hat, lachend und ergänzt: „Gepennt haben wir im Auto“. Luxusurlaub war das damals keiner, aber die Reisen haben sich gelohnt.

Fugenlos: Natürlich schöne Oberflächen

2010 schließlich ist es soweit: Christian Micheluzzi gründet den Geschäftszweig „Terraviva“, der bis heute existiert. „Der Grüne“ bietet seinen Kunden nicht nur die Gestaltung von Wänden und Böden mit natürlichen, edlen Materialien an. Auch ganze Bäder, Küchen oder Möbelstücke umfasst das Portfolio. Mit den rein mineralischen Produkten der Marke „SoloCalce“, die Matthias Wagner zu dieser Zeit von Stuttgart aus in Deutschland vertreibt, hat Christian Micheluzzi nach umfangreicher Suche Kalkmaterialien gefunden, die seinen Ansprüchen gerecht werden.

Das Händchen für die Oberflächengestaltung, den Sinn für Form und Farbe und insbesondere das handwerkliche Geschick für anspruchsvolle Arbeiten hat Christian Micheluzzi. Das bewies der Vorarlberger bereits während seiner Lehrjahre. 1995 errang er nicht nur den österreichischen Siegertitel, sondern auch den Weltmeistertitel bei der Berufsolympiade in Lyon.

Ausbildung im Fokus

Die Ausbildung seiner Lehrlinge ist Christian Micheluzzi auch heute sehr wichtig. „Das Einzige, was mir derzeit ernsthafte Sorgen macht, ist, dass der Fachkräftemarkt leer gefegt ist“, sagt der Vorarlberger. Er habe ausreichend Aufträge, aber es mangle an Personal, das diese ausführen kann. Deshalb liegt der Fokus so stark auf der Ausbildung eigener Fachkräfte. Beim „Grünen“ lernt der Nachwuchs nach einem von Christian Micheluzzi entwickelten System, das an den neuesten Stand der Technik angepasst ist. Weil die Lehrlinge gefordert sind und schon früh lernen, selbst Verantwortung zu tragen, wächst mit dem fachlichen Können auch das Selbstvertrauen. Das spornt stets zu neuen Leistungen an. Ein Prämiensystem belohnt den Nachwuchs außerdem für persönliches Engagement während der Ausbildung. Dass das Konzept aufgeht, lässt sich daran ablesen, dass immer wieder Auszubildende des Grünen in Landes-, Bundes- und Olympia-Wettbewerben ganz vorne dabei sind.

Vom Malerbetrieb zum Hersteller

Durch die intensive Zusammenarbeit mit seinem Lieferanten Matthias Wagner verbindet den Österreicher und den Schwaben bald eine Freundschaft. Sie besuchen gemeinsam Messen und optimieren die „SoloCalce“-Produkte ständig weiter. Da immer öfters der Wunsch nach fugenlosen, pflegeleichten Oberflächen in Anwendungsbereichen sowohl an den Vertriebsprofi als auch an den Handwerker herangetragen wurde, bei denen „Bio“ und „100 Prozent mineralisch“ nicht funktionierte, entwickelten die beiden 2014 eine weitere Produktlinie. Mit dem Oberflächensystem „SoloTecnica“ wurde die Lücke zwischen offenporigen, rein mineralischen Oberflächen mit höchstem Anspruch an Natürlichkeit und Gesundheit und fugenlosen Boden- und Wandbeschichtungen mit höchster Belastbarkeit geschlossen.

Für Matthias Wagner, der sich mit seinem Unternehmen „Vivere LebensRäume“ – inzwischen in einer ehemaligen Sägemühle in Bad Waldsee beheimatet – immer stärker auf ganzheitliches natürliches Bauen spezialisiert, wird die Kalkmaterial-Produktlinie bald zu umfangreich. Bei einem gemeinsamen Messebesuch eröffnet er Christian Micheluzzi, dass er den Verrieb von
„SoloCalce“ gerne abtreten würde.
Micheluzzi überlegt nicht lange und übernimmt die Kalkmanufaktur. Im Sommer 2018 erfolgt der Umzug nach Hard. Christian Micheluzzi ist von diesem Zeitpunkt an auch Geschäftsführer der Kalkmanufaktur „SoloManufactur“. Wagner bleibt dem Unternehmen als Berater im technischen Bereich und in der Produktentwicklung erhalten.

Garten- und Bäderpark

Durch den Umzug in die Räumlichkeiten des Malerbetriebs eröffnen sich neue Möglichkeiten. In Hard stehen der Manufaktur beispielsweise zusätzliche Schulungs- und Ausstellungsräume zur Verfügung. Der Vertrieb der Materialien alleine ist Micheluzzi nicht genug, er möchte, dass diese auch fachgerecht angewendet werden. Insbesondere auch deshalb, weil er inzwischen komplette fugenlose Bäder anbietet. Neben der Oberflächengestaltung offeriert er nun auch die entsprechenden Sanitärobjekte (Badewannen, Waschbecken, bodengleiche Duschen) sowie deren Einbau. Wie einfach dieser vonstatten geht, präsentiert der clevere Österreicher in einem Ausstellungsraum im Untergeschoss des Malerbetriebs. Die Fertigteile aus einem speziellen Kunststoff, die er in Italien fertigen lässt, werden auf darauf abgestimmte Unterkonstruktionen montiert – letztere entwickelte Micheluzzi selbst, um die Zusammenarbeit der verschiedenen Gewerke (Installateur, Estrichleger, Oberflächengestalter) zu vereinfachen. Sanitärkentnisse sind nach Aussage Micheluzzis für den Einbau nicht notwendig, eine Schulung empfiehlt er jedoch unbedingt.

Während die Schulungsräume alle Anforderungen erfüllen, sucht der Malermeister nach passenden Möglichkeiten, die komplett von ihm erstellten Bäder zu präsentieren. 2018 wird in Hard auf dem Betriebsgelände des Grünen ein Bäder- und Gartenpark eröffnet. In drei LKW-Containern finden potenzielle Kunden mehrere komplett ausgestattete Bäder vor. Neben dem italienischen Badezimmerinterieur sind hier sämtliche Oberflächengestaltungen zu sehen, die die Kreativschiene „Il Verde“ anzubieten hat. Die passenden Accessoires und eine stimmige Beleuchtung sorgen dafür, dass die Badezimmer „echt“, nahezu bewohnt und einladend wirken. Eingebettet sind die Container in einen kleinen Gartenpark, der zum Verweilen einlädt. Genutzt werde der Park inzwischen auch für Betriebsfeiern, erzählt Christian Micheluzzi.

Außergewöhnliche Aufträge

Dabei muss sich der Österreicher keine Sorgen über die Auslastung seiner Bädersparte machen. „In der Regel arbeiten wir hier im Umkreis von etwa 40 Kilometern“, erzählt Micheluzzi.In den vergangenen Jahren habe er jedoch auch mehrere anspruchsvolle Projekte in Vorarlberg und den Tiroler Bergen gestaltet, wie z. B. Luxuschalets, Hotels und Boutiquen. Dann seien seine Mitarbeiter und er mehrere Tage „außer Haus“, was speziell in seinem Fall nicht optimal sei. Nicht zuletzt aus diesem Grund sucht „der Grüne“ Partnerbetriebe, die in den Badausbau einsteigen wollen. „Wenn mich eine Anfrage erreicht, die ich derzeit nicht stemmen kann oder will, würde ich den Auftrag dann an einen Partnerbetrieb in der jeweiligen Region abtreten“, erklärt Micheluzzi das Konzept.

Von Meisterhand zu Meisterhand

Da Qualität in Christian Micheluzzis Unternehmen eine führende Rolle einnimmt, sollten seine Partnerbetriebe „ähnlich ticken“ wie er. Schnell war Micheluzzi klar, dass er seinen Partnerbetrieben etwas bieten müsse, um die „richtigen“ Betriebe zu finden. Die Partnerbetriebe erhalten deshalb nicht nur umfangreiche Schulungen rund um die Badgestaltung, sondern profitieren auch von attraktiven Konditionen, Marketingaktionen und Verarbeitungstipps. Und zu guter Letzt hat Micheluzzi eine eigene Premiummarke kreiert: Die Meisterhände. Unter dieser Marke werden Produkte angeboten, die über das „SoloManufactur“-Angebot hinausgehen und die ausschließlich den Premiumpartnern vorbehalten sind. Zu diesen Produkten zählen neben einigen speziellen Boden- und Wandmaterialien auch verschiedene Innen- und Fassadenfarben, die Micheluzzi entwickeln ließ. „Der Lieferant musste mehrmals nachbessern, bis meine Mitarbeiter mit den Qualitäten zufrieden waren“, erinnert sich Micheluzzi an die nervenaufreibende Zeit, die er hinter sich hat. Die Farbtöne hat er selbst ausgemustert, sie passen perfekt zu den Kalk- und Zementoberflächen, die er an Wänden, Böden, in Duschen und auf den Sanitärobjekten verarbeitet. Die Farbtöne werden auf eigens entwickelten und patentierten Farbkarten präsentiert. Auf die Frage, woher er die Zeit für all diese aufwendigen Arbeiten nehme, antwortet er augenzwinkernd: „Die Zeit, die andere vor dem Fernseher oder im Internet verbringen, nutze ich, um neue Ideen zu entwickeln.“ Das empfinde er auch keineswegs als „Arbeit“. Vielmehr sei sein Beruf seine Leidenschaft.

Neben dem Inhalt war für Micheluzzi bei seinen „Meisterhände“-Produkten aber auch das Corporate Design von großer Bedeutung. Deshalb erhalten alle Premiumpartner eigens kreierte Gebinde mit dem Meisterhände Logo.

Edles Design

„Das sieht nicht nur sehr hochwertig aus, sondern macht das Produkt auch nicht austauschbar“, erklärt Christian Micheluzzi. Diese Produkte dürfen exklusiv von den Partnerbetrieben verarbeitet werden. Das mache es schwieriger, wenn nicht gar unmöglich, dass ein Kunde mit dem Angebot eines Partnerbetriebes zu einem anderen Malerbetrieb gehe und diesem den Auftrag dann 1 zu 1 erteile.

Das Netzwerk startet ab November 2019. Die Anzahl der Partnerbetriebe stehe nicht im Vordergrund, meint Micheluzzi, für ihn zählt Klasse statt Masse. Doch der Austausch untereinander stehe für ihn im Mittelpunkt und daher sei er stets offen für Gleichgesinnte im gesamten deutschsprachigen Raum – und gerne auch darüber hinaus.

Video zum Bäder-und Gartenpark: bit.ly/2pV0Qou


PraxisPlus

Informationen zum Malerbetrieb Micheluzzi, zur Solomanufactur und dem Partner-Netzwerk Meisterhände:

www.dergruene.at
www.solomanufactur.com
www.meisterhaende.com

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