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Natascha Glenz, Caparol

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Natascha Glenz, Caparol

Natascha Glenz, Produktmanagerin Dekorative Innenwandtechnik bei Caparol. Entwicklungen, auf die sich der kreative Maler einstellen sollte.

Frau Glenz, alles wird schnelllebiger, auch die Oberflächen? Ja, durchaus. Die Produktzyklen sind heute bei drei bis fünf Jahren angekommen. Das heißt, nach spätestens fünf Jahren darf, ja soll die Gestaltung erneuert werden. Je effektreicher eine Oberfläche, desto kurzlebiger ist sie. Wände werden heute tendenziell schneller überarbeitet als vor wenigen Jahren noch.

Ist dies eine Folge der allgemeinen Lebensbeschleunigung? Vermutlich hat das miteinander zu tun. Auf der anderen Seite definieren sich viele Menschen heute stärker über das eigene Heim. Man lädt Freunde und Bekannte wieder mehr zu sich nach Hause ein, damit wird die Wohnung zu einem Statussymbol. Und ein solches will bekanntlich stets gepflegt und auf aktuellem Stand sein – einschließlich der Wände. Diese kürzeren Zyklen sind eine große Chance für Maler, die Kreativität und handwerkliches Können
verbinden.

Damit dürfte auch die Frage der Überarbeitbarkeit häufiger gestellt werden. In der Tat bekommen unsere Fachberater und auch wir diese Frage öfter auf den Tisch als früher. Wem klar ist, dass er in wenigen Jahren wieder die gleiche Wand in Arbeit haben wird, macht sich Gedanken, wie er dann rangeht. Und auch die Endkunden fragen nach den möglichen Renovierungs- kosten, nicht nur, wenn sie in Miete wohnen. Es geht letztlich auch um ein stimmiges Preis-Leistungs-Verhältnis für den Maler und dessen Kunden sowohl im Objekt- als auch im Privatbereich und die damit verbundenen unterschiedlichen Ansprüche.


Rein mineralisch aufgebaut ist diese spezielle Form der Glättetechnik, die mit der Ästhetik des Betons spielt und diese in verfeinerter Form in den Raum bringt.

Wohin zeigt denn der aktuelle ästhetische Trend? Den einen großen Trend gibt es ja bekanntlich nicht. Aber deutlich beobachten wir, dass die großen und zugleich opulent gestalteten Flächen nicht mehr so gefragt sind. Stattdessen geht der Trend zukleineren Akzentwänden und tendenziell weg von klassischen hin zu moderneren Techniken wie etwa jener, die Betonoberflächen aufgreift..

Also keine Glättetechniken mehr? Doch natürlich. Erstens ist die Betontechnik auch eine spezielle Form einer Glättetechnik. Zweitens bleibt auch für klassische Techniken immer eine gewisse Nachfrage vorhanden.
Und schließlich, das lehren uns die Trendwellen, kommt alles irgendwann wieder, wenn auch nicht in identischer Form. Dann aber sind wir und unsere Partner vorne dabei, denn natürlich feilen wir heute schon an Materialien für die nächsten Jahre. Denn unsere Rolle als Industrie ist es, Möglichkeiten zu schaffen, die der engagierte Profi draußen dann nutzen kann. Wir entwickeln Materialien, die dem Maler helfen, eigene Ideen zu realisieren. Unsere Zielgruppe sind Profis, die ihr Handwerk verstehen und sich auf ihre künstlerische Ader besinnen wollen. Da dürfen Materialien durchaus eine gewisse Komplexität haben, schließlich soll sich der Profi auf diesem Wege auch abheben können – vom Heimwerker sowieso, aber auch vom Kollegen, der sich auf andere Aspekte spezialisiert hat.
Dass wir damit auf dem richtigen Weg sind, zeigen unsere stets ausgebuchten Seminare, in denen die Teilnehmer zu eigenen Experimenten angeregt werden. Unsere Dokumentationen, die auch als Youtube-Video abrufbar sind, verstehen sich als Basis, um mehr daraus zu machen.


Wandbelag mit Auszeichnung: Capaver Element Effects erhielt dank seiner differenzierten Oberflächenvarianten den Iconic Award des Rates für Formgebung für die besondere Gestaltung.

Welches Video-Tutorial hat denn die meisten Klicks? Das ist interessanterweise StuccoDecor DI LUCE Marmor. Danach folgen MultiStruktur Schiefer und AntikLasur Rost. Das sind Techniken, die dem angesagten Vintage-Look aufgreifen, also Oberflächen mit rohem oder gebrauchten Aussehen.

Wie steht es eigentlich um Effektmaterialien? Metallic-Farben sind zwar immer noch präsent, tauchen aber in Form von Akzenten kleinflächiger auf. Oft wird das dann mit puristischeren Techniken oder klassischen Uni-Beschichtungen kombiniert. Auch unsere Capaver ElementEffects-Reihe mit ihrem Zusammenspiel aus feinster Struktur und Glattheit lässt sich hervorragend mit Effektbeschichtungen kombinieren.

Also gilt letztlich doch das Ideal der glatten Oberfläche? Der Wunsch nach stumpfmatten glatten Wänden gehört hierher, für den wir neben den passenden Wandfarben natürlich auch die Grundlage bieten: Beispielsweise unser speziell für das Ideal der glatten Wand konzipiertes Capaver AkkordVlies Z 200 S (satiniert). Große Beliebtheit erfreut sich auch unsere Capaver Element Effects-Reihe mit ihrem Zusammenspiel aus feiner Struktur und Glattheit. Weitere Materialien für glatte, matte Flächen haben wir übrigens in Vorbereitung, etwa ein rein mineralisches System für steinartige, moderne Oberflächenanmutungen.


Mehrfarbig appliziert, eignen sich Kalkmaterialien auch sehr gut für die Imitation natürlicher Materialien. Hier tauchen scheinbar massive Travertinblöcke im Wohnzimmer auf.

Wie entstehen die neuen Materialien überhaupt? Woher kommen die Ideen? Sagen wir mal so: Inspirationen gibt es überall. Wer mit offenen Augen unterwegs ist und auch in andere Bereiche schaut, wird immer wieder Impulse für Neues finden. Und natürlich beobachten wir, wie sich die Märkte entwickeln.
Konkret aber entwickeln wir im Team, zu dem das FarbDesignStudio ebenso gehört wie die Anwendungstechnik, der Vertrieb und wir vom Produktmanagement. Das ist ungemein wichtig, schließlich möchten wir nur Produkte anbieten, die rundum den Anforderungen gerecht werden. Und das auf funktionaler, ästhetischer, emotionaler und auch wirtschaftlicher Ebene.

Und jetzt verraten Sie uns bitte noch Ihre aktuelle Lieblingstechnik. Das ist die Betontechnik. Diese entsteht aus einer rein mineralischen Glättetechnik. Sie lässt sich verarbeiten und bietet viel Spielraum für Abwandlungen. Ansonsten bin ich sehr beeindruckt von „destroyed surfaces“, also Oberflächen, die eine extrem gebrauchte Anmutung besitzen, sozusagen der Gegenentwurf zu den perfekten glatten Wänden darstellen.

Das Interview führte Armin Scharf.


Natascha Glenz

Fotos: Caparol Farben Lacke Bautenschutz
Quelle: Malerblatt 07/2014

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