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Farben und Fakten

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Farben und Fakten

Unverdünnt aufgetragen
Foto: Florian Kunde / Adobe Stock

Ich dachte zuerst es sei Schwarzer Humor: Nach den da und dort vorgenommenen Umbenennungen alter Namen wie „Mohrenapotheke“ und „Mohrenstraße“ allen Ernstes jetzt die Sprachanleitung einer Berliner Senatsverwaltung an die Landesbediensteten, Begriffe, in denen die Farbe Schwarz vorkommt, nicht mehr zu verwenden, also beispielsweise statt „schwarz fahren“ künftig „fahren ohne Fahrschein“ zu sagen und zu schreiben, und auch Worte wie „anschwärzen“ und „Ähnliche“, in denen das Wort „schwarz“ negativ besetzt sei, nicht mehr zu gebrauchen. Leider gibt es zu den „Ähnlichen“ noch kein Schwarzbuch als Anhang. In ihn gehörten wohl auch Begriffe wie Schwarzgeld, Schwarzmarkt und Schwarzarbeit, in einer Neuauflage vielleicht dann noch Schwarzwurzel und Schwarzwald – aber ich will ja nicht schwarzmalen. Der Kolumnist einer großen Zeitung sieht inzwischen unter Hinweis auf China als nächsten Schritt bereits den Gebrauch von Begriffen, die Gelb enthalten, gefährdet – aber noch ist Gelb-Würstchen kein Schimpfwort und auch Amerikas Ureinwohner haben den Gebrauch des Wortes Rot-Kraut noch nicht beanstandet. Wenn es soweit käme, müssten wir als „Krauts“, wie uns die Amerikaner und Engländer bislang unbeanstandet nennen, auf ein anderes Wort für Weiß-Kraut bestehen. Ob die Berliner Sprachanleitung ein wirksames Mittel gegen Rassismus ist? Ich sehe da schwarz.

Was heißt hier Gewinn

„Schwarze Zahlen“ darf man einstweilen noch sagen – und schreiben. Sie sind aber für viele, insbesondere für die Linken „Rote Tücher“, die man mit deutlich höheren Steuern belasten will. Da tut der Aufsatz im überregionalen Wirtschaftsteil gut, in dem Gewinn als das definiert wird, was dem Unternehmer nach Abzug aller Kosten – und Steuern- bleibt.

Unter diesem Aspekt betrachtet, wird der Unternehmergewinn nach einer Umfrage auf fast 23 Prozent geschätzt. Tatsächlich liegt die „Nachsteuerumsatzrendite“ aber im Schnitt nur bei 3,3 Prozent. Damit sind wir unter den marktwirtschaftlich orientierten OFCD-Ländern Vorletzte, die Japaner Schlusslicht. „Am Gewinn ist noch keine Firma kaputtgegangen“ ist auch der treffende Titel eines Buches, das der Autor des zitierten Artikels, Hermann Simon, jetzt geschrieben hat.

Klimaschutz nachrangig

Baugeld vor Umwelt – so könnte man das Ergebnis einer Studie zusammenfassen, die eine große Bausparkasse beauftragt hat. Derzufolge ist für 57 Prozent der Hausbesitzer die Kostenersparnis der Hauptgrund für energetische Modernisierung. Der Klimaschutz ist nachrangig. Interessant jetzt für uns: 60 Prozent der Hausbesitzer wollen in den nächsten zwei Jahren die Modernisierung angehen. Also jetzt an die drangehen: Mit präzisen Informationen über die Förderung, samt Service beim Prozedere der Mittelbeschaffung und dem Hinweis, dass die Vorhaben mit Einführung der CO2-Steuer bald teurer werden. Damit es schnell heißt: Bargeld und Umwelt!

Totgedämmte Welt

Die Tiraden gegen die Wärmedämmung haben’s jetzt auch schon ins Feuilleton geschafft. Unter einer Betrachtung über die „totgedämmte Welt“ wurde da beklagt, dass die Oberflächen der Gebäude deprimierend seien, weil sie, meist „mit einem klapperigen Dämmputz überzogen“, wie überdimensionierte Pappmodelle wirkten. Die Kritik ist nicht nur angesichts der Notwendigkeit energetisch zu bauen, überzogen. Aber auf das, was progressive Künstler, so war dort zu lesen, als „Denk-Gebäude“ zu diesem Thema beitragen werden, darf man neugierig sein.

Hol mal, Hilf mal …

…. Halt mal: Der Vorwurf einer Ausbildungsberaterin in einer Illustrierten über das Berufsleben, man würde Auszubildende, statt ihnen etwas zu erklären, oft mit einfachen Hilfsarbeiten beschäftigen, trifft uns Maler und Lackierer sicher nicht. Alle Meister haben ihre Ausbildungsqualifikation nachgewiesen und viele Betriebe setzen darüber hinaus traditionell „Lehrgesellen“ und oft auch Mitarbeiter mit zusätzlicher Ausbilderqualifikation in der Lehre ein. Nicht zuletzt die hervorragenden Ergebnisse bei Gesellenprüfungen und Berufswettkämpfen bestätigen, dass bei uns die Lehrlinge keine Handlanger sind.

Weniger Lehrstellen

Durch Corona ist auch die Zahl der angebotenen Lehrstellen zurückgegangen, in Hessen zum Beispiel um über acht Prozent. Andererseits haben sich dort aber rund zwölf Prozent weniger um einen Ausbildungsplatz beworben. Es wird viel getan, damit das Verhältnis zwischen Lehrstellen und Bewerbern wieder ausgeglichener wird und Ausbildungswillige, die sich wegen Corona entschieden haben länger zur Schule zu gehen und im nächsten Jahr in größerer Zahl anstehen, nicht leer ausgehen. Aus diesem Grund hat Hessen das Programm „Ausbildungsstellen für Hauptschüler“ nicht nur verlängert, sondern auch die Mittel dafür erhöht.

Abgefahren

„Ein glücklicher Handwerker“ war auf dem Pritschenwagen zu lesen, nichts übers Gewerk. Und auf den Aufklebern hieß es „Menschliche Mitarbeiter gesucht“. Aber tierisch gut arbeiten sollen sie schon, dachte ich, und: Ganz schön abgefahren – die Reifen übrigens auch.


PraxisPlus

Autor Werner Schledt war jahrzehntelang Betriebsberater und Verbandsgeschäftsführer im hessischen Maler- und Lackiererhandwerk.

Werner Schledt

Gangstraße 35 c

60388 Frankfurt/Main

werner@schledt.de


Hermann Simon

Am Gewinn ist noch keine Firma kaputtgegangen.

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