Betrieb & Markt

Lesen und behalten

Fachzeitungen wie die, die Sie gerade in Händen halten, sind durch nichts zu ersetzen. In der jetzt viel zitierten Stavanger-Erklärung sagen die Forscher übereinstimmend, dass Papier unverändert das wichtigste Lesemedium für Texte bleiben wird, vor allem, wenn es um solche geht, die man verstehen und behalten will. Lesen ist weder zu stoppen noch zu toppen.

Pakt berufliche Bildung

Der Akademisierungswahn ist vorbei. Jedenfalls sagt und belegt das der Professor für Philosophie und Politische Theorie, Julian Nida-Rümelin, in einem Interview. Dabei wies er auch darauf hin, dass die berufliche Bildung in den drei deutschsprachigen Ländern unbestreitbar die beste der Welt sei und deshalb von anderen kopiert werde. Gleichzeitig beklagte er aber auch, dass unsere Berufsschulen von allen Bereichen im deutschen Bildungswesen am schlechtesten ausgestattet seien und schlug einen „Pakt berufliche Bildung“ vor, im Rahmen dessen von Politik, Gewerkschaften und Wirtschaft genau so viele Milliarden investiert werden sollten, wie in die Hochschulen. Ob man so einen Pakt anpackt?

Schönes Bild

Das war mal ein schönes Bild in einer großen Tageszeitung: Ein Pulk junger, fröhlicher Menschen, die alle ein Handbanner mit der Aufschrift: „Deutscher Meister“ in die Kamera hielten. Das farbige Foto illustrierte den Bericht über die Freisprechungsfeier der Handwerksmeister in der Frankfurter Paulskirche. Auch dass die Festrede diesmal der Präsident des Deutschen Fußballbundes hielt, war eine publikumswirksame Idee.

„Mach meinen Kumpel nicht an!“

In Hessen ging jetzt ein von der Gewerkschaft initiierter Wettbewerb zu Ende, bei dem Lehrlinge eigene Projekte zum Thema „Mach meinen Kumpel nicht an!“ einreichen konnten, mit denen sie sich gegen Rassismus am Arbeitsplatz engagieren und Hetzern die „Gelbe Hand“ zeigen. Die besten Ideen wurden mit attraktiven Geldpreisen ausgezeichnet. Ich fand das eine ausgezeichnete Idee.

Je mehr desto eher

Hätten Sie das gedacht: Je mehr jemand verdient, desto eher beschäftigt er Schwarzarbeiter. Eine aktuelle Studie ergab das, aber auch, dass 80 Prozent der Deutschen, die im letzten Jahr einen Handwerker beauftragt haben, mit dessen Leistung und auch dem Preis zufrieden waren. Das haben die Interviewer repräsentativ erfragt. Aus betrieblicher Sicht ist es natürlich viel wichtiger zu wissen, ob und wie zufrieden die eigenen Kunden sind. Dazu fand ich in der bereits mehrfach zitierten Malerblatt-Broschüre „Sekunden-Seminare“ dies: Was nützt das routinemäßige „Hat’s geschmeckt?“, wenn’s schon runtergeschluckt ist? Deshalb fragen wir den Kunden ab sofort schon während der Auftragsabwicklung, ob er zufrieden ist.

Wurm im Turm

Der Ortsbeirat hat meinen Vorschlag, im neuen Putz des historischen Wehrturms als horizontale Begrenzung für Ausbesserungen nach zu befürchtenden Schmierereien etwa in Haushaltsleiterhöhe eine daumenbreite Schattenfuge zu bilden, zwar abgenickt, ist aber dann wohl gegenüber Youngstern von der Denkmalpflege eingeknickt. Jugendliche orteten das vorbildlich restaurierte Baudenkmal aus dem 15. Jh. prompt ziemlich schnell als „Fettes Teil“ und versahen den mineralischen Anstrich mit einem „Upgrade“ aus Fettkreide. Das von mir ebenfalls vorgeschlagene Rückstellmuster gab’s natürlich auch nicht, aber ich kriegte das Grafitti weg, zusammen mit einem Kommunalpolitiker, der spontan mit Wasser und Seife angerückt war. Gemeinsam kamen wir bei unserer zufälligen Partnerschaft auf die Idee, ortsansässigen Malerbetrieben für solche Baudenkmäler Partnerschaften anzutragen. Schließlich sind unsere Profis bei der Beseitigung von Grafitti den engagierten Laien turmhoch überlegen. So eine Patenschaft würde die Betriebe zwar was kosten, aber in einem Aufwasch signalisierte so ein Engagement auch Kompetenz – und fürs Image wär’s auch nicht schlecht.

Heilen mit Farbe

Über das Thema „Heilen mit Farbe“ und auch eigene Erfahrungen und Erfolge mit dem Einsatz psychologischer und physiologischer Farbwirkungen bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen und -räumen, habe ich schon mehrfach berichtet. Was Farbe als Funktion des Lichtes alles vermag, beweist aktuell einmal mehr eine Studie der Uni Düsseldorf: Unter dem Einfluss von blauem Licht sank bei allen Probanden der obere Blutdruckwert innerhalb von 30 Minuten um 7,6. Die Forscher sagen, dass dies eine interessante Option sein kann – und für manche Maler vielleicht Anlass, die Farbwirkungen bei der Raumgestaltung mehr zu berücksichtigen und fundiert zu begründen. Beim gesunden „Wohlfühl-Wohnen“ geht es also nicht nur um Asbest, Raumklima und Schimmel, sondern auch um Farbwirkungen. Und da können wir mitwirken.

100 Jahre Bauhaus

Von den vielen Ideen und Impulsen, die vom legendären Bauhaus, das anlässlich seiner Gründung vor 100 Jahren jetzt überall gewürdigt wird, ausgingen, hat mir eine aus dem Bereich der Ausbildung besonders gefallen: Die Bewerber mussten erst mal bei den Professoren ein oder zwei Semester Grundlagen erlernen und ihre Begabung nachweisen, bevor sie mit dem eigentlichen Studium beginnen konnten – als Lehrlinge. Ja, Sie haben richtig gelesen: Das eigentliche Studium am Bauhaus bestand darin, dass man als Lehrling ein Handwerk erlernte – bei so namhaften Lehrern wie Klee, Kandinsky oder Feininger, die Meister hießen und sich auch als solche verstanden. Sie führten viele ihrer Lehrlinge zu großer Meisterschaft.


PraxisPlus

Autor Werner Schledt war jahrzehntelang Betriebsberater und Verbandsgeschäftsführer im hessischen Maler- und Lackiererhandwerk.

Werner Schledt

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