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Marktübersicht Multi-Transporter

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Marktübersicht Multi-Transporter

Kombis liegen im Trend und transportieren je nach Sitzstellung Personen, Waren oder Arbeitsgeräte.

Nirgendwo fahren so viele Kombis auf den Straßen wie in Deutschland. Fast alle Automobilhersteller haben sie inzwischen im Angebot. Das zeigte wieder einmal die Internationale Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main. Es sind Autos, die sich für den Betrieb als Transporteroder Service-Fahrzeug und gleichermaßen für die Familie als Van eignen. Besonders interessant für kleine Betriebe. Da kann das Auto werktags als Arbeitsgerät sein Geld verdienen und am Wochenende fährt die Familie damit.

Wenig Neuheiten

Echte Neuheiten zeigte die Internationale Automobil-Ausstellung in Frankfurt am Main bei den Kombis wenig. Der Golf Variant TGI feierte seine Weltpremiere. Sein Vierzylinder-Motor mit 81 kW/110 PS fährt sowohl mit Erdgas als auch mit Benzin. Die Kraftstoffkosten belaufen sich auf weniger als vier Euro pro 100 Kilometer. Der Preis wird bei 25.000 Euro liegen.

Der neue Caddy BlueMotion ist mit einem Verbrauch von minimal 4,5 Litern der sparsamste Volkswagen-Caddy aller Zeiten. Er verfügt über den bekannten 1.6-Liter-TDI mit Common Rail-Direkteinspritzung und 75 kW/102 PS. Motor-Start-Stopp-Funktion, Leichtlaufreifen, Bremsenergie-Rückgewinnung (Rekuperation), Fahrwerks-Tieferlegung und effiziente Motorsteuerung machen diese niedrigen Verbrauchswerte möglich. Das Auto gibt es mit kurzem Radstand als Kastenwagen und Kombi. Preis ab 21.085 Euro.

Auch der neue Seat Leon ST hatte seine Weltpremiere: Der Kombi ist bereits ab 16.640 Euro zu haben. Das Fassungsvermögen des Gepäckraums des 4.535 mm langen Kompaktkombis beträgt 587 Liter, bei umgeklappter Rückbank und dachhoher Beladung sogar bis zu 1.470 Liter. Das Leistungsspektrum der TDI- und TSI-Triebwerke reicht von 63 kW/86 PS bis 135 kW/184 PS. Der besonders effiziente 1.6 TDI Ecomotive mit 81 kW/110 PS erreicht einen Verbrauch von nur 3,3 Liter pro 100 km.

Dacia stellte auf der IAA die zweite Generation des Logan MCV vor. Mit einem Einstiegspreis von 7.990 Euro ist er der günstigste Kombi überhaupt. Dank 573 bis 1.518 Liter Kofferraumvolumen und bis zu 2,74 Meter Ladelänge bietet das Erfolgsmodell das beste Preis-Raum-Verhältnis auf dem Markt.

Was die IAA in Frankfurt nicht zeigte, waren die großen Kombis, die von den Transporter abgeleitet werden. Obwohl Pkw, gehören sie zu den Nutzfahrzeugen und werden erst auf der Nutzfahrzeug-IAA in Hannover (25. September bis 2. Oktober 2014) gezeigt. Wir haben zwei der populärsten TransporterKombis gefahren: den Mercedes-Benz Vito und den Volkswagen Multivan und stellen die Mitbewerber vor.

Bis neun Sitze bietet der Fiat Scudo. Foto: Fiat


Mercedes-Benz Vito

Der Vito 116 CDI in der langen Version als Siebensitzer (Grundpreis 30.810 Euro netto) ist eine gelungene Kombination aus Van und Lieferwagen, wenn er auch seine Herkunft aus dem Lager der Nutzfahrzeuge nicht ganz verleugnen kann. Wer eine sanftere Pkw-mäßigere Fahrweise liebt, sollte zu dem etwas teureren Viano (ab 33.860 Euro netto) greifen.

Wer ständig zwischen Arbeitsgerät-, Material- und Personentransport wechseln muss, wählt am besten das Sitzschienensystem. Ruckzuck sind die Sitze nach vorne geschoben oder ausgebaut. So ist Platz zum Befördern von Material. Beim Ausbau der Sitze sollte man auf jeden Fall zu zweit sein, wer allein die Sitzbank auf dem Fahrzeugboden herumwuchtet, riskiert hässliche Druckstellen.

Sitze und Bänke sind bequem und auch die Geräuschkulisse ist auf langen Strecken nicht störend. Allerdings fährt der Vito holpriger, desto weniger er geladen hat. Durch enge Straßen lässt er sich handlich lenken, bei schneller Fahrt hinterlässt er ein Gefühl der Sicherheit. Im Notfall greifen die Bremsen kraftvoll zu.

Bis zu neun Personen haben im Mercedes-Benz Vito Kombi Platz. Foto: Mercedes-Benz

Den Vito Kombi gibt es in kompakter (4.763 mm), langer (5.008 mm) und extralanger (5.238 mm) Version. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 3.050 Kilogramm, die Nutzlast 1.075 bis 1.155 kg (kompakt), 1.050 bis 1.130 kg (lang) und 1.025 bis 1.105 kg (extralang). Der Wendekreis liegt bei 11,8 Meter, bei der extra-langen Version bei 12,5 Meter. Das Lade-raumvolumen ohne Bestuhlung im Fahrgastraum beträgt bei kompaktem und langem Aufbau 5,2 m3, bei extralangem Aufbau 6,2 m3.

Vier moderne 4-Zylinder-CDI-Motoren von 70 kW/95 PS bis 165 kW/224 PS sowie ein V6-Einspritz-Benzinmotor mit 190 kW/258 PS stehen zur Verfügung. Den Vito Kombi gibt es in der einfachsten Ausführung (Crew) ab 22.160 Euro netto. Die Blue-Efficiency-Technologie ist beim Kombi mit Pkw-Zulassung serienmäßig und senkt den Verbrauch erheblich. Dafür sorgt unter anderem die Start-Stopp-Funktion. Unser Testverbrauch mit dem 100 kW/136 PS-Vito lag bei 8,27 l/100 km.

Den Mercedes-Benz Vito gibt es mit serienmäßiger Blue-Efficiency-Technologie.


Volkswagen Multivan

Reinsetzen, abfahren, wohlfühlen – selten fuhren wir ein Auto, das man sofort im Griff hat. Die Bedienung ist – typisch Volkswagen – logisch und einfach. Wir fuhren den Volkswagen Multivan 2.0 TDI mit 84 kW/114 PS in der Blue-Motion-Ausführung als Siebensitzer. In der Grundausstattung kostet dieses Fahrzeug mit 62 kW/84 PS-Motor netto 26.555 Euro. Die einfachere Ausführung, den TransporterKombi, gibt es bereits ab 24.745 Euro netto.

Wenn der Multivan als reiner Transporterdienen soll – kein Problem: Der Ausbau der Sitze ist kinderleicht. Eine zweite Person sollte jedoch beim Ausbau der hinteren Bank helfen. In vielen Fällen lässt sich Platzbedarf auch durch einfaches Vorschieben der Sitze lösen. Die verschiebbare Dreierbank im Fond lässt sich zudem zusammenfalten.

Das kastenartige Design des Transporter mag auf manchen Betrachter langweilig wirken, tatsächlich ist es jedoch zeitlos und im Alltag hat dieses Konzept viele Vorteile.

Fast nichts erinnert bei der Fahrt daran in einem Transporterzu sitzen. Auf allen Plätzen sitzt es sich mehr als bequem Die Übersicht nach hinten ist grandios. Der kurze Überhang vorne bereitet beim Einparken kein Problem. Der Multivan fährt sich wie ein Pkw. Egal, ob durch enge Straßen in der Stadt, in Kurven auf der Landstraße oder langen Strecken auf der Autobahn – die Fahrt ist angenehm.

Bis zu sieben Sitze bietet der Volkswagen Multivan. Foto: Volkswagen

Mit einer Länge von 4,89 Meter misst der Multivan mit kurzem Radstand etwa so viel wie eine Limousine der oberen Mittelklasse. Mit langem Radstand kommt er auf 5,29 Meter. Das zulässige Gesamtgewicht liegt je nach Ausführung zwischen 2.700 bis 3.080 Kilogramm. Die maximale Nutzlast bei 930 Kilogramm. Der Wendekreis beträgt 11,9 Meter, bei langem Radstand 13,2 Meter. Das Lade-raumvolumen beträgt bei ausgebauten Sitzen und kurzem Radstand 5,8 m3, bei langem Radstand 6,7 m3.

Fünf TDI-Motoren von 62 kW/84 PS bis 132 kW/179 PS sowie zwei Benzinmotoren mit 110 kW/150 PS und 150 kW/104 PS stehen zur Verfügung. Besonders sparsam die Blue-Motion-Ausführung, die bis zu einem Liter Sprit spart. Unser Testverbrauch mit dem 84 kW/114 PS-Blue Motion lag bei 8,23 Liter/100 km.


Die Mitbewerber

Werden im Citroën Jumpy Multispace, in dem bis zu neun Personen Platz finden, die aus je einem Doppel- und einem Einzelsitz bestehenden hinteren Reihen ausgebaut, wird das Personen- zum Lastentaxi mit fast 3,7 Kubikmeter Laderaum. Drei Dieselmotoren stehen zur Wahl von 72 kW/98 PS bis 120 kW/163 PS. Verbrauch: 6,6 bis 7,6 l/100km, Preis: ab 22.924 Euro netto. 1)

Die Kombi-Version des Fiat Scudo steht in zwei Karosserievarianten mit fünf bis neun Sitzen zur Wahl: kurzer Radstand (3.000 mm) und langer Radstand (3.122 mm). Besonders reichhaltig ausgestattet sind der Panorama Family und der Panorama Executive mit dem von Ausrüstungsspezialist Sortimo entwickelten VitaMo-System. Es ermöglicht durch im Fahrzeugboden verankerte Schienen das einfache Verschieben oder Ausbauen der Sitze. Der Fiat Scudo setzt beim Antrieb auf drei wirtschaftliche Turbodiesel-Motoren von. 66 kW (90 PS) bis 120 kW (165 PS). Kraftstoffverbrauch: 6,8 bis 7,1 l/100 km. Preis: ab 23.900 Euro netto. 1)

Beim Ford Transit/Tourneo Custom Kombi können bis zu neun Personen mitfahren. Jede Rückenlehne ist nach vorn klappbar, um eine ebene Fläche zu erhalten. Für noch mehr Platz kann der gesamte Sitz nach vorn geklappt werden. Reicht es immer noch nicht, lassen sich die Sitze ausbauen. Den Transit Custom Kombi gibt es mit kurzem (Gesamtlänge 4.972 mm, Laderaumraumlänge 2.555 mm) und langem Radstand (5.339 mm, 2.922 mm). Bei den sparsamen 2,2-l- TDCi-Motoren mit 6-Gang-Schaltgetriebe ist die Wahl zwischen 74 kW/100 PS, 92 kW/125 PS, 114 kW/155 PS. Verbrauch 6,5 bis 7,0 l/100 km. Preis: ab 27.750 Euro netto.

Im Ford Tourneo Custom haben bis zu neun Personen Platz. Foto: Ford

Der Hyundai H-1 Travel ist die Kleinbusvariante des Transporter H-1 Cargo. Die zweite Sitzreihe ist längs verschiebbar. Sowohl in der zweiten als auch in der dritten Sitzreihe sind die Lehnen im Verhältnis 60:40 klapp- und neigungsverstellbar. Maximal dürfen 780 Kilogramm zugeladen werden. Die modernen 2,5-Liter-Turbodieselmotoren mit Common-Rail-Direkteinspritzung leisten wahlweise 85 kW/116 PS, 100 kW/136 PS oder 125 kW/170 PS. Der Verbrauch: 7,5 bis 8,8 l/100 km. Preis: ab 24.220 Euro netto.

Der Nissan Primastar Kombi wird in zwei Radständen (Länge L1: 4.782 mm, L2: 5.182 mm) und Gesamtgewichten bis zu 3,1 Tonnen offeriert. Das Großraum-Mobil verfügt über zwei Dreier-Sitzbänke für insgesamt sechs Personen im Fond. Sie sind beide herausnehmbar, die hintere Bank ist auch vorklappbar. Für den Antrieb ist ein 2,0-dCi-Motor zu- ständig. Der Selbstzünder aus dem Renault-Regal leistet in der Basisversion 66 kW/90 PS, in der stärksten Ausführung 84 kW/114 PS. Durchschnittsverbrauch: 6,9 Liter/100 Kilometer. Preis: ab 22.350 Euro netto. 2)

1) Citroën Jumpy, Fiat Scudo und Peugeot Expert sind baugleich.
2) Nissan Primastar-Kombi, Opel Vivaro und Renault Trafic sind baugleich.


Weitere Modelle

Den Opel Vivaro Combi gibt es mit zwei verschiedenen Radständen (Gesamtlänge L1: 4.782 mm, L2: 5.182 mm) sowie mit fünf leistungsstarken und wirtschaftlichen Motoren zwischen 66 kW/90 PS und 107 kW/146 PS. Die Sitze lassen sich leicht umklappen oder ausbauen, so dass der Van für bis zu neun Personen schnell in einen Transporterumgebaut ist. Verbrauch: 7,5 bis 7,8 l/100 km. Preis: ab 24.810 Euro netto. 2)

Der Van für bis zu neun Personen kann schnell in einen Transporter umgebaut werden. Foto: Opel

Der Peugeot Expert Tepee (gesprochen: Tipi) ist die eigenständige Pkw-Version der Nutzfahrzeuggeneration. Er ist in zwei Karosserielängen (4805 mm und 5135 mm) und mit bis zu neun Sitzplätzen lieferbar. Die Sitze lassen sich herausnehmen, um- oder zusammenklappen. Peugeot bietet drei HDi-Dieselmotoren (72 kW/98 PS bis 120 kW/163 PS) zur Auswahl. Verbrauch: 6,8 bis 7,6 l/100km. Preis: ab 23.084 Euro netto. 1)

Der Renault Trafic Combi bietet serienmäßig acht Sitzplätze. Wird im Trafic Combi mit kurzem Radstand (Gesamtlänge 4782 mm) die dritte Sitzreihe umgeklappt, steigt das Ladevolumen auf 2,5 Kubikmeter. Bei der Version mit langem Radstand (5182 mm) beläuft sich das Platzangebot umgeklappt auf 3,4 Kubikmeter. Ist noch mehr Transportkapazität erforderlich, können die Fondsitze komplett ausgebaut werden. Zwei wirtschaftliche Dieselmotoren stehen zur Verfügung mit 66 kW/90 PS und 84 kW/ 14 PS. Verbrauch: 7,3 – 7,5 l/100 km. Preis: ab 24.220 Euro netto. 2)

Nirgendwo fahren so viele Kombis auf den Straßen wie in Deutschland. Besonders interessant sind Transporterfür kleine Betriebe. An Arbeitstagen fährt der Kombi für den Betrieb, an Wochenenden für die Familie.

Mit sechs oder neun Sitzen gibt es den Nissan Primastar. Foto: Nissan

1) Citroën Jumpy, Fiat Scudo und Peugeot Expert sind baugleich.
2) Nissan Primastar-Kombi, Opel Vivaro und Renault Trafic sind baugleich.

Andreas Fritzsche
Foto: Fiat, Ford, Mercedes-Benz, Nissan, Opel, Renault, Volkswagen
Quelle: Malerblatt 11/2013
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