Betrieb & Markt

Treppenhäuser

Eine attraktive Gestaltung von Treppenhäusern erhöht deren Wertigkeit und schützt vor Beschädigungen und Vandalismus. Es lohnt sich, über ihre Gestaltung nachzudenken.

Kai Sonntag

Die Kommunale Wohnungsbaugesellschaft WBG in Neustadt an der Weinstraße ist der größte Wohnungsanbieter der Stadt. Rund 2.200 Wohnungen verteilt auf 300 Objekte führt das Unternehmen in seinem Bestand. Volker Weiss ist technischer Leiter und Prokurist des Unternehmens. „Die Häuser, die wir in unserem Bestand haben, sind alle zwischen 1950 und 1996 gebaut worden. Etwa die Hälfte der Wohnungen wird von Sozialmietern bewohnt.“ Als Eigentümerin der Wohnungen ist das Unternehmen für bauliche Investitionen zuständig. „Wir haben hier viel getan in den vergangenen Jahren, etwa im Bereich Wärmedämmung. Immer mehr ist darüber hinaus aber ein zusätzlicher Bereich hinzugekommen, dem wir verstärkt Aufmerksamkeit widmen: der Modernisierung der Treppenhäuser.“
Riesentrend
Damit beschreit er einen Trend, der in der Wohnungswirtschaft in den letzten Jahren zu beobachten ist. Martina Lehmann ist Expertin für die Gestaltung von Treppenhäusern im FarbDesignStudio von Caparol: „Treppenhäuser müssen nicht immer nur in rustikalen weißen oder beigen Putzoberflächen gestaltet sein. Es wird immer mehr erkannt, dass die Treppenhäuser einen wichtigen Teil zur Attraktivität eines Hauses beitragen. Das wurde lange Zeit unterschätzt.“ Vor allem zwei Gründe führt sie an, warum sich hier die Situation verändert hat. „Zum einen haben wir in einigen Regionen in Deutschland ein Überangebot an Wohnungen, so dass es für die Eigentümer schwieriger geworden ist, adäquate Mieter zu finden. Ein attraktives Treppenhaus wirkt dann erst einmal wie eine Visitenkarte für das Objekt. Zum anderen hat sich gezeigt, dass schön gestaltete Treppenhäuser die Identifizierung der Mieter mit den Objekten erhöht und damit die Treppenhäuser weniger Gegenstand von Beschädigungen und Vandalismus werden. Die Wertigkeit der Objekte wird betont.“
Die WGB in Neustadt hat daher unter dem Namen „100 Treppenhäuser“ ein entsprechendes Programm aufgelegt. „Wir haben uns vorgenommen, Schritt für Schritt die Treppenhäuser in unseren Objekten zu modernisieren und haben daher für die nächsten Jahre dieses Programm aufgelegt. Für uns stehen dabei zwei Bereiche im Vordergrund: Wir wollen schönere Treppenhäuser haben, um die Attraktivität unserer Häuser zu erhöhen. Wir wollen zum anderen in den Treppenhäusern eine Beschichtung aufbringen, die sie stärker gegen Beanspruchung und Abrieb schützt. Wir haben natürlich ständig Wohnungsumzüge, bei denen es schnell mal Kratzer und Löcher in den Treppenhauswänden gibt.“ Für die Planung der Neugestaltung der Treppenhäuser nutzt Volker Weiss den Treppenhauskoffer von Caparol. „Ich brauche ein Planungsinstrument, mit dem ich auch den nicht technisch versierten Kollegen im Unternehmen eine Vorstellung davon vermitteln kann, wie das Treppenhaus nachher aussieht.“ „Mit dem Treppenhauskoffer haben wir ein Instrument entwickelt, mit dem Entscheidungen hinsichtlich Material, Gestaltung und Farbton leichter, schneller und praktischer getroffen werden können“, beschreibt Martina Lehmann die Box. „Das Besondere daran ist, dass wir ein sehr einfach zu handhabendes und übersichtliches Instrument geschaffen haben.“
Strukturierung
Die Treppenhäuser wurden in drei Kategorien eingeteilt: klassisch-historisch, funktional-sachlich sowie modern-trendig. „Damit können wir alle Treppenhäuser erfassen, vom Hochhaus bis zur exklusiven Wohnanlage“, sagt Martina Lehmann. Der Treppenhauskoffer ist in sechs Farbrubriken gegliedert: Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und Grau. Zu jeder Farbrichtung sind sechs Fotokarten in der Box enthalten, von denen jeweils zwei die einzelnen Treppenhaustypen widerspiegeln. Auf den Fotokarten sind Gestaltungskonzepte abgebildet, die mit den einzelnen Werkstoffen und Techniken aus der Box visualisiert wurden. Dabei sind sowohl Ton-in-Ton- als auch kontrastreiche Varianten enthalten. Jedes der Gestaltungskonzepte ist ausführlich hinsichtlich der verwendeten Werkstoffe und Farbtöne beschrieben. „Ich habe so den Vorteil, dass ich ohne großen Aufwand eine Vorstellung über die Optik des Treppenhauses erhalten kann“, erklärt Volker Weiss.
Oberflächenmuster
Für jede der sechs Farbrubriken sind 20 handgefertigte Oberflächenmuster in dem Koffer enthalten. Die Originaloberflächen spiegeln die unterschiedlichsten Werkstoffe und Gestaltungstechniken wider. Dazu gehören neben Multicolor- und putzähnlichen Beschichtungen auch Wandlasuren, dessinierte Wandbeläge auf Vliesbasis zum anschließenden Beschichten sowie Spachtel- und Effekttechniken. „Wir decken damit einen großen Bereich der Gestaltungsmöglichkeiten von Treppenhäusern ab, von hochwertig-repräsentativ bis praktisch-funktional, die sich mit dem Treppenhauskoffer unkompliziert gestalterisch planen lassen“, sagt Martina Lehmann. „Für die Zusammenarbeit mit den Malerbetrieben haben wir darauf geachtet, dass der Treppenhauskoffer kompatibel zur Gestaltungssoftware Spectrum 3.0 ist, mit der der Nutzer weitere Visualisierungsmöglichkeiten der Treppenhausfotos hat.“ Zu jedem der Oberflächenmuster gibt es wie bei den Fotokarten exakte Beschreibungen über die Materialien, die Vorbereitung des Untergrundes, die Verarbeitung und die unterschiedlichen Farbtöne. Komplettiert wird der Koffer durch Lackmuster für die Gestaltung etwa von Handläufen, Briefkästen oder Türen.
Neben den Wohnungsbaugesellschaften ist der Treppenhauskoffer auch für große Hausverwaltungen geeignet. „Wenn Sie sich den Verwaltungsbeirat der Eigentümer bei der Hausverwaltung vorstellen, die gemeinsam das Treppenhaus neu gestalten sollen, dann ist es wichtig, sehr anschauliche, einfach strukturierte Gestaltungsvorlagen zu haben, weil sonst die Entscheidungsfindung zu kompliziert wird“, so Martina Lehmann.
Attraktiver Markt
Für den Maler ist die Neugestaltung von Treppenhäusern ein lukrativer Markt. Viele Personen gehen jeden Tag durch ein Treppenhaus, so dass die Wirkung einer attraktiven Gestaltung groß ist. Es lohnt sich also für den Malerbetrieb, einen Anstoß zu Renovierung und Gestaltung von Treppenhäusern zu geben. „Die Erfahrungen, die wir gemacht haben, sind sehr positiv. Wir bekommen deutliche Rückmeldung, dass das von den Mietern gut angenommen wird“, so Volker Weiss.

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