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Von Mängeln und Möglichkeiten

Betrieb & Markt
Von Mängeln und Möglichkeiten

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Foto: Florian Kunde / Adobe Stock

Es mangelt an Dämmplatten und Dachlatten. Wenn eine Kette reißt entsteht eine Lücke, bei einer Lieferkette, zumal einer globalen, die eng getacktet ist, eine Versorgungslücke. Die Folge: Baumaterialien, bei Hölzern sogar Dachlatten, Dämmstoffe und auch Lacke und Farben werden kurzfristig knapp und deutlich teurer -für uns und unsere Kunden. Angebot und Nachfrage regeln halt den Preis, das heißt: Mehr Bares für Rares. Kann man sich auf solch unliebsame Überraschungen vorbereiten? Man kann. „Macht’s wie die Hausfrauen zu Beginn von Corona mit dem Klopapier“, las ich dazu in einem Unternehmerblatt. Ein vorsorglich gut dosierter Vorrat macht bei Lieferengpässen autark und ist temporär sicherer als A jour-Baustellenlogistik. Logisch.

Vorsorge oder Fürsorge?

„Die Rente ist sicher.“ So sicher wie ihre Großeltern sind sich Jugendliche da nicht. Aber über die Möglichkeiten und Erfordernisse, die zu erwartende gesetzliche Altersrente durch Eigeninitiative aufzustocken und selbst vorzusorgen, wissen sie nicht viel. In der Schule -nur in zwei Bundesländern gibt es Wirtschaftsunterricht- hören sie kaum was davon. Ökologie dominiert Ökonomie.

Wenn hier besser informiert werden muss, warum nicht auch von Betrieben, Innungen und Verbänden, zum Beispiel für die Zielgruppe Lehrlinge und junge Mitarbeiter. Müsste ich denen was zur Vorsorge vortragen, wüsste ich schon wie ich’s anfinge: Mit einem Hinweis auf unsere ZVK, dem kleinen Baustein als Anfang einer guten Altersversorgung. Noch dazu: Fürsorgliche Betriebsführer könnten ihren Youngstern die Gründung eines firmeninternen Kreises vorschlagen, dessen Teilnehmer, wie bei einem der zahlreichen Börsenspiele, regelmäßig selbstbestimmte Lohnanteile in Anlagen investieren und vielleicht mit einem betrieblichen Zuschuss zum Startkapital zur Gründung eines solchen Krieses ermuntern. Die individuellen Beiträge müssten ja nicht hoch sein. Kapital entsteht durch Kontinuität. Und fürs Wir-Gefühl wäre so ein Zirkel auch nicht schlecht. Über mögliche Namen, wie „Provide“, „Peanuts“ oder „Petto“ mag man sich amüsieren. Besser natürlich: Einfach probieren!

Weiterhin gut gerüstet

Nein, der Gerüstbau ist für die Stuckateure nicht zusammengebrochen. Der Verband, und Mitglieder, die ihre Bundestagsabgeordneten nachdrücklich darauf aufmerksam gemacht haben, wie nachteilig die geplante Gesetzesänderung für das Handwerk gewesen wäre, haben das verhindert. Der Entwurf sah nämlich vor, dass Stuckateure für Dachdecker, Zimmerer und auch Maler keine Gerüste mehr stellen dürfen. Der erreichte Kompromiss erlaubt nach Erteilung einer Ausübungsberechtigung durch die Handwerkskammer weiterhin den Gerüstbau auch für Dritte. Die Stuckateure bleiben also auch dafür gut gerüstet.

Zum Alten Eisen?

„So wie Bäume an Jahresringen gewinnen, gewinnen Mitarbeiter an Erfahrung.“ Ein schöner Satz, den ich in einem Artikel über ältere Mitarbeiter gefunden habe. Obwohl Altersdiskriminierung seit Jahren verboten ist und Formulierungen wie „jung und dynamisch“ in Stellenanzeigen nicht mehr erlaubt sind, werden primär Junge gesucht und die Absagen an ältere Bewerber halt anders begründet. „Ich komme mir vor wie ein gebrauchter Polo, obwohl ich ein Mercedes bin“ klagt in dem Aufsatz ein Betroffener. Warum fragt man sich. Ein Oldtimer von Mercedes ist doch immer noch Spitzenklasse – und ein Oldie vom Fach, mit seinem beruflichen Know how und seiner Erfahrung, gehört längst nicht zum Alten Eisen – auch mit über 65 noch nicht. Bewährte Fachkräfte können – auch temporär – für Arbeiten eingesetzt werden, die sie besser als Junge beherrschen, sie können Baustellen leiten, Arbeitsvorbereiter sein oder als Ausbilder tätig bleiben. Auch ehrenamtliches Engagement als Mentor ist eine nachdenkenswerte Variante. Auch weil Fachkräftemangel herrscht, sind für einen lohnintensiven Beruf die Jungs mit den Jahresringen ein beträchtliches Potential.

Zukunft ohne Zement?

Prototypen braucht es nicht mehr: Die ersten mit 3-D-Druckern erstellten Häuser sind inzwischen bezogen. Als Argumente für diese erstaunliche Technologie werden u.a. Geschwindigkeit, Preiswürdigkeit, Kompensation des Fachkräftemangels, Entlastung von Schwerstarbeit und neue Gestaltungsmöglichkeiten genannt. „Zukunft mit Zement – Kreativität statt Kisten“ sagen die einen, „Nachhaltige Baustoffe statt Beton“ fordern andere und weisen darauf hin, dass allein „Heidelbergzement“ bei der Produktion soviel CO2 ausstoße wie ganz Österreich. Das Thema wird noch oft für Diskussionen sorgen.

Einfach streichen

Mieter malern – nicht bei uns, aber in ihren Wohnungen. Im Zusammenhang mit der geplanten/gescheiterten/realisierten Fusion der zwei größten Wohnungsgesellschaften wurde wieder mal publiziert, dass in kaum einem anderen Land prozentual so viele Menschen zur Miete leben wie in Deutschland. Mieter, vor allem jüngere, meiden Aufwand und Risiken: Das Ansparen für den Erwerb von Wohneigentum, die Pflege und Verantwortlichkeit für dessen Unterhaltung, und sie scheuen, das haben jüngere Erhebungen gezeigt, schon die Modalitäten beim Erwerb und den „Steuerkram“. Privateigentum, von den Linken ohnehin kritisch beäugt, verpflichtet halt. Davon ist man als Mieter entbunden – muss lediglich beim Auszug mal drüberstreichen. Da wächst eine Generation nach, aus der wir viele aus der Liste potentieller Kunden für Malerarbeiten streichen können.

Miss und Mister Handwerk gesucht

Bis zum 12. August können sich Handwerkerinnen und Handwerker um den Titel für 2020 bewerben. Es wäre schön, wenn’s die Maler machten – auch das Rennen.


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Autor Werner Schledt war jahrzehntelang Betriebsberater und Verbandsgeschäftsführer im hessischen Maler- und Lackiererhandwerk.

Werner Schledt

Gangstraße 35 c

60388 Frankfurt/Main

werner@schledt.de


Peter C.. Schumacher

Rente – das Echo ruft zurück: Ente

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