Weihnachtsgrüße

Weihnachtsbriefe mit Stil

Weihnachtsgrüße
Foto: Malerblatt
Weihnachtsgrüße können einen Geschäftspartner berühren oder verärgern. Ist die frohe Botschaft gehaltvoll, wird sie Freude auslösen. Bleibt sie dagegen beliebig, ist der Unmut des Empfängers vorprogrammiert. Der Grund: Niemand möchte seine Zeit mit nutz- oder lieblosen Nachrichten vergeuden.

Autorin: Sylke Schröder

Kein Kunde würde etwas vermissen, würde sein Maler auf die vorgedruckte Weihnachtskarte verzichten, deren einzige Individualität in einer Standard-Grußzeile und einer Unterschrift besteht. Unpersönliche Weihnachtskarten verhindern nicht nur die gewünschte positive Wirkung, viele Menschen ärgern sich sogar darüber. Standardgrüße und Floskeln treffen einen wunden Punkt in unserem Inneren. Wir alle reagieren mehr oder weniger empfindlich, wenn ein Geschäftspartner nicht mehr als eine halbherzige Geste für uns übrig hat.

Mit diesem Gedanken im Hinterkopf, fallen nun viele Unternehmen ins andere Extrem. Das Ergebnis sind Weihnachtsgrüße, die vor Pathos triefen. Ist der Sprachstil darin herzlicher als jede persönliche Begegnung, wird die Kluft offensichtlich.

Wenn eine SMS meines Mobilfunkanbieters überschwänglich formuliert ist, suggeriert diese eine Nähe, die weder da ist, noch wünschenswert wäre. Das wirkt befremdlich und manchmal sogar abstoßend, abgesehen davon, dass eine Massensendung für die Weihnachtspost ungeeignet ist.

Weihnachtspost – pro und kontra

Was lässt sich daraus lernen? Solange Weihnachtsgrüße beliebig sind, schaden sie mehr als sie nützen. In diesem Fall ist es tatsächlich klüger, darauf ganz zu verzichten. Auf der anderen Seite wäre das eine vergebene Chance, weil sich ein individueller und empathischer Weihnachtsgruß in den Köpfen der Empfänger festsetzt. Eine bessere Werbung kann es für den Absender kaum geben. Wenn es in Weihnachtsgrüßen gelingt, angenehme Gefühle bei Kunden und Geschäftspartnern auszulösen, liefern diese eine Steilvorlage für die Kundenbindung und den Verkauf. Der Grund liegt auf der Hand: Damit bringt sich der Absender auf (hoffentlich) charmante Weise in Erinnerung, und zwar ohne das „Geschmäckle“ eines Werbebriefs. An einen besonderen Gruß wird sich der Empfänger auch im neuen Jahr noch erinnern. Dann fällt es leichter, die überfällige Neugestaltung der Büros umzusetzen. Ein weiteres Argument für den Weihnachtsbrief liefert eine Studie, nach der die Befragten deutlich zufriedener mit der Kommunikation eines Unternehmens sind, wenn sie sich an einen Kontakt erinnern konnten (41 Prozent) als Befragte ohne Erinnerung (25 Prozent). Dieser Aspekt ist nach meiner Meinung der stichhaltigste Grund für den Weihnachtsbrief.

Freilich bedarf es einiger Mühe, die eigene Marke auf diese Weise zu stärken. Voraussetzung für einen gelungenen Weihnachtsbrief ist, dass der Absender eine Botschaft hat, also wirklich etwas Substanzielles sagt und seine Worte nicht bloßer Redeschmuck sind. So könnte ein Malerbetrieb auf einen Meilenstein zurückschauen, den sein Geschäft im zu Ende gehenden Jahr gesetzt hat. Er könnte mit der Symbolik der Farben spielen, zum Beispiel das Rot und das Grün der Weihnachtszeit aufgreifen. Er könnte die Werte seines Leitbilds ins Spiel bringen und seinen Text darauf aufbauen oder einen Appell an seine Geschäftspartner richten. Ein kurzes Innehalten im Tagesgeschäft lohnt sich, um gedanklich eine passende und glaubwürdige Botschaft zu entwickeln. Grundsätzlich gilt das für alle wichtigen Briefe.

Form und Inhalt

Auf der sicheren Seite ist ein Unternehmer, wenn er für die wichtigsten Kunden eine hochwertige Postkarte auswählt, jeden Empfänger individuell anspricht und etwas Verbindendes aus dem vergangenen Jahr schreibt. Wenn die Zeit für handgeschriebene Grüße fehlt, ist der maschinenschriftliche Brief eine gute Alternative. Dafür sollte der Absender sein Firmenbriefpapier benutzen. Das oft verwendete Motivpapier wirkt kontraproduktiv, weil der Absender so übersehen wird und der Brief durch seine Beliebigkeit in der übrigen Weihnachtspost versinkt. Mit dem eigenen Briefpapier sorgt der Absender auch optisch für Wiedererkennung. Damit auch der Text die Aufmerksamkeit des Empfängers weckt, ist eine Geschichte hilfreich.

Der Weihnachtsbrief bietet sich geradezu an, eine anrührende Kurzgeschichte zu erzählen. Am besten ist es, wenn sich die eigene Botschaft mit der Botschaft der Weihnachtsgeschichte verbinden lässt. Auf diese Weise können Sie an der biblischen Sprachkraft partizipieren, ohne sich mit fremden Federn zu schmücken. Als Brücke wähle man ein passendes Zitat, zum Beispiel: „… und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie …“ Das Zitat dient als Aufhänger, aus dem sich ein Text entwickeln lässt, der etwas über das eigene Unternehmen sagt. Welches Gewerk wäre prädestinierter als die Maler, mit dem Verb (leuchtete) zu spielen? Auch der „Statthalter in Syrien“ könnte einen Bogen zur eigenen Botschaft schlagen, zum Beispiel dann, wenn der Betrieb einen Syrer beschäftigt oder ausbildet.

Business-Weihnachtskarten

Handgeschriebene Karte oder maschinenschriftlicher Weihnachtsbrief? Eine dritte Variante bilden Weihnachtskarten mit Logo und einem eingedruckten Text, der die üblichen Floskeln überwindet. So hat das BriefStudio für das Handwerk die Kartenserie „Elemente“ entwickelt. Interessenten können aus sechs Bild- und Textmotiven wählen. Für Malerbetriebe eignen sich „Luft“ (Farbenspiel) sowie „Holz“ (christliche Botschaft).

Egal, für welche Variante Sie sich entscheiden: Wichtig ist, dass Ihr Weihnachtsgruß etwas Relevantes zum Unternehmen sagt, dabei ein Gefühl anspricht und auf Selbstbeweihräucherung verzichtet. Vor dem Formulieren gilt es, die Botschaft herauszuarbeiten. Was ist uns wichtig? An was sollen sich Kunden auch Wochen später noch erinnern? Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. So kann der Weihnachtsbrief auch dann einen Spannungsbogen aufbauen, wenn der Absender etwas Unverhofftes ankündigt. Belebend wirkt der Weihnachtsbrief auf eine Beziehung, wenn darin ein ungewöhnlicher Wunsch oder eine Erwartung ausgesprochen wird. Auch mit dem Wünschen darf der Texter flirten – gerade an Weihnachten. Ihnen wünsche ich viel Freude beim kreativen Schreiben. Möge die Botschaft Ihres Weihnachtsgrußes ihre verheißungsvolle Wirkung entfalten. Frohe Weihnachten!

Praxistipp: Stilebene klären

Klären Sie vor dem Schreiben die passende Stilebene. Soll Ihr Brief heimelig, vertraut oder sachlich wirken? Egal, für welches Attribut Sie sich entscheiden: Es muss zum Duktus Ihres Betriebs passen. Ist zum Beispiel Herzlichkeit ein herausragender Wert Ihres Leitbilds, darf und soll auch Ihr Weihnachtsbrief herzlich formuliert sein.

Mehr zum Thema „Briefe“:
www.malerblatt.de


PraxisPlus

Die Autorin

Sylke Schröder ist Inhaberin des BriefStudios. Dort beschäftigt sie sich in verschiedenen Geschäftsfeldern mit der Wirkung von Briefen und anderen Dialogmedien auf das Markenbild.

www.briefstudio.de


Voraussetzung für einen gelungenen Weihnachtsbrief ist, dass der Absender eine Botschaft hat

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