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Weiter geht´s

Betrieb & Markt
Weiter geht´s

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Es geht weiter – aber wie? Das fragen sich auch viele von uns, die einen pessimistisch, andere voller Optimismus. Eigentlich macht das keinen Unterschied, wird der amerikanische Unternehmer Yvon Chouinard zitiert. Während der Pessimist meine, es sei alles hoffnungslos und man könne halt nichts ändern, sei der Optimist überzeugt davon, dass man gar nichts tun müsse, es werde schon von allein wieder gut. In beiden Fällen, so Chouinard, passiere nämlich nichts. Das Beste sei, selbst aktiv zu werden. Der Amerikaner ist übrigens auch Bergsteiger. Für die geht’s immer nur aufwärts. Und für uns, wenn wir aktiv bleiben, auch.

Optimale Betriebsgröße?

Ein junger Malermeister fragt mich nach der richtigen Größe für seinen aufstrebenden Betrieb. Aus Kostensicht, freilich nur aus der, lässt sich die Frage leicht beantworten: Die Betriebsgröße ist dann optimal, wenn den notwendigen Fixkosten maximale variable Kosten, bei uns die Löhne, gegenüberstehen, also keine direkt verrechenbaren Mitarbeiter mehr eingestellt werden können, ohne dass sich dadurch die Fixkosten, zum Beispiel wegen dann erforderlicher Investitionen, erhöhen. Sollen also Gesellen dazukommen, stellt sich die Frage neu. Aber die Antwort bleibt dieselbe.

Ducken oder drucken?

Klingt paradox: Wieso wollen jetzt alle unter einen Schutzschirm flüchten, wo’s doch gerade Geld regnet – und zwar in Strömen? Im Ernst: Der Staat als oberster Schirmherr muss entscheiden, ob er sich vor den nahezu täglich neuen Forderungen duckt oder – wie viele befürchten – mehr neues Geld druckt. Jetzt haben auch die Kommunen, die gerade ein Füllhorn von Vergünstigungen für den kostenlosen oder ermäßigten Besuch oder die Nutzung vieler Einrichtungen ausschütten, einen Ausgleich für die erwarteten Einbußen bei der Gewerbesteuer gekriegt. Gewiss, die ist ihre wichtigste Einnahmequelle. Der Bäcker, der im Parterre seinen Laden gemietet hat, zahlt sie. Der Maler mit dem kleinen Lager im Hinterhof auch. Der Rechtsanwalt im ersten Stock, dem das Haus gehört, nicht. Ebenso wenig der Steuerberater in der zweiten Etage. Aber die ganze Infrastruktur der Kommune nutzen sie genauso wie die Gewerbetreibenden, sind aber von dieser Steuer befreit – heißen sie vielleicht deshalb Frei-Berufler?

Bill Gates bei Gesellenprüflingen

Bill Gates als Gast bei Gesellenprüflingen – natürlich nicht als Person, aber doch bildlich und mit einem sehr persönlichen Wort an die jungen Gesellinnen und Gesellen für deren Weg in die Zukunft. Das hat sich der LIV Hessen für sein diesjähriges „Freisprechpaket“ einfallen lassen: Eine bebilderte Rede, in der die Vita von drei bedeutenden Persönlichkeiten vorgestellt und jeweils mit einem von deren Zitaten verknüpft und dann dargestellt wird, was diese für die Zukunft der jungen Gesellinnen und Gesellen persönlich bedeuten können. Das Zitat, das für die individuelle Weiterentwicklung am meisten zusagt, sollen sich die jungen Gesellinnen und Gesellen dann im doppelten Sinn des Wortes „mitnehmen“, nicht nur zur Erinnerung an ihre Freisprechungsfeier, sondern primär als Begleiter auf dem weiteren Weg. Deshalb erhält jeder „sein“ Zitat im Format einer Master-Card, auf der die Unterschrift auf der Rückseite ein Ja zu diesem persönlichen Wegbegleiter ist. „Worte als Wegbegleiter“ ist das Freisprechpaket 2020 überschrieben. Es ist wie immer kreativ und komplett und enthält neben dem Redemanuskript, PowerPoint-CD und den Scheck-Karten alle für eine erfolgreiche Feier notwendigen Unterlagen, wie Checklisten und Organisationstipps, den Text für die Einladung der Presse, zum Thema passende Geschenkvorschläge für die Prüfungsbesten samt Widmungsblatt und die Vorlage für eine Karrieremappe mit allen Weiterbildungsmöglichkeiten in unserem Beruf. Der LIV stattet alle hessischen Innungen kostenlos mit dem Freisprechpaket aus. Die übrigen Innungen und Verbände können das Paket gegen eine Gebühr beim LIV Hessen bestellen. „Worte als Wegbegleiter“ beginnt, wie könnte es anders sein, mit dem Zitat eines großen Malers, dessen Motto war „Ich lerne immer“. Und Bill Gates hat gesagt … aber das erfahren Sie alles mit diesem Paket, und die jungen Gesellinnen und Gesellen bei der Freisprechungsfeier, auch, was die dritte Persönlichkeit, eine Frau, den jungen Menschen als Dauerkarte für persönlichen Erfolg mit auf den Weg geben kann. Neugierig geworden? Das war meine Absicht.

Auch das noch: Wegen der Corona-Krise kann die Rede diesmal wahlweise auch als Hörbuch, als Video oder im Rahmen einer Konferenzschaltung, an der die Teilnehmer aktiv teilnehmen können, vorgetragen werden. Das Freisprechpaket 2020 – auch virtuell virtuos.

Eigentum verpflichtet

Eigentum verpflichtet – in jungen Jahren erst mal zu Verzicht und viele zur Sparsamkeit. Ist das vielleicht auch einer der Gründe dafür, dass wir mit unserer Eigentümerquote bei Immobilien im europäischen Vergleich mit nur 45,4 Prozent an drittletzter Stelle liegen? Mit über 90 Prozent sind übrigens Rumänien und Ungarn die Spitzenreiter. Weit vor uns liegen auch Griechenland, Italien und Polen.

Ältere Lehrlinge

Wegen Corona geht auch im Handwerk das Angebot an Ausbildungsplätzen zurück. Einer Umfrage zufolge will sich sogar jeder vierte Betrieb von der Ausbildung zurückziehen. Andererseits möchte aber fast die Hälfte der handwerklichen Ausbildungsbetriebe, darunter sicher viele aus den Bau- und Baunebengewerken, wo unverändert Bewerbermangel besteht, im bisherigen Umfang, teils sogar noch darüber hinaus, ausbilden. Ein kleiner Lichtblick könnte auch die Tatsache sein, dass Lehrlinge zunehmend älter sind, inzwischen, weil sie sich umorientieren, schon nahezu 13 Prozent bei Ausbildungsbeginn über 24 Jahre. Und auch die umworbenen Studienabbrecher und Flüchtlinge sind ja meist keine Youngster mehr. Also auch um ältere Azubis werben. Damit wir nicht bald alt aussehen.


PraxisPlus

Autor Werner Schledt war jahrzehntelang Betriebsberater und Verbandsgeschäftsführer im hessischen Maler- und Lackiererhandwerk.

Werner Schledt

Gangstraße 35 c

60388 Frankfurt/Main

werner@schledt.de


Am besten, wir bleiben aktiv!

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