Storch Werkzeuge

Werkzeug-Design

Produktdesign mag für Außenstehende eine schillernde Disziplin sein, die schnittige Sportwagen gestaltet oder trendige Möbel.

Mehrwert für alle

Im Malerhandwerk, das sich gerne als gestaltend positioniert, ist das Produktdesign momentan noch nicht so verankert wie in anderen Branchen. Abgesehen von Elektrowerkzeugen großer Hersteller, die ergonomisch, funktional und auch ästhetisch auf dem neuesten Stand sind, tut sich nicht allzu viel. Eine Kelle ist noch immer eine Kelle, auch wenn die Griffform schon Generationen von Handwerker plagte. Gleiches gilt für die Wandbürste, für Zahnspachtel, Nahtroller, Pinsel oder die Tapeziermaschine. Es scheint, als sei die Zeit stehengeblieben, obwohl die Technik vorangeschritten ist und heute neue Borstenmaterialien genutzt werden oder der Funktionsumfang beim Kleisterauftrag gestiegen ist. „Es ist ein weites Feld“, sagt Industriedesigner Oliver Stotz aus Wuppertal. Stotz arbeitet schon seit Jahren im Werkzeugbereich, der Zangenhersteller Knipex gehört zu seinen Kunden – und Storch. Der Wuppertaler Werkzeughersteller hat erkannt, dass Design kein Selbstzweck ist, sondern Mehrwert für alle bietet. Storch kann so bessere Produkte anbieten, positioniert sich als Marke für Profi-Geräte und gewinnt einen Wettbewerbsvorsprung. Und als Anwender profitiert man von der besseren Ergonomie, kann rationeller und auch präziser ans Werk gehen, was die Arbeitsqualität erhöht. Allein damit amortisieren sich etwaige höhere Preise für diese Gerätschaften in Kürze – abgesehen von psychologischen Nebeneffekten. Erstens motivieren gut gestaltete Werkzeuge die Mitarbeiter, zweitens sind auch Kunden immer designinteressierter, verbinden Design mit Innovation und übertragen dies als Imagebonus auf den Handwerksbetrieb.

 


Griffiger

Stotz und sein sechsköpfiges Team haben sich 2007 an ein „Allerwelts-Produkt“ gemacht, an den Walzengriff. Der kommt normalerweise als Massenware aus Fernost und ist ein kaum wahrgenommenes Produkt – obwohl es über lange Arbeitsstunden die Schnittstelle zwischen dem Anwender und seiner wertvollen Leistung bildet. Der neue Griff nun, entstanden aus unterschiedlichsten Ideen für Formen und Greifoptimierungen, lässt sich besser in der Hand halten, verfügt über eine beidseitige Daumenablage am Kopf und in weicherem Kunststoff ausgebildete Griffzonen. Eine zweite Variante verzichtet auf das hellgraue Softgrip-Material und zeigt sich nur im typischen Storch-Blau. Außerdem entwickelte Stotz mit der Bajonett-Verbindung eine bessere Verbindung zum Teleskopstab, die eine spielfreie Fixierung und damit ein präziseres Arbeiten ermöglicht. Der Teleskopstab wiederum verfügt über optimierte, ebenfalls mit Softgrip-Material ausgestattete Verstell- und Greifbereiche.

Innovation plus Tradition

Dass sich auch traditionelle Arbeitsmittel wie der Malerkoffer zeitgemäß weiterentwickeln und verbessern lassen, zeigt das System der „blueBox“. Die Koffer in verschiedenen Größen bestehen aus dem bewährten weiß lasierten Sperrholz, blauen Seitenwangen aus Metall und einem Alu-Rundrohr als Griff. Bewusst wurde die Form so einfach wie möglich gehalten, durch die Verwendung von Sperrholz lässt sich der Koffer mit Bordmitteln reparieren und hat damit die besten Voraussetzungen, ausgesprochen langlebig zu sein. Die Box dient als Basis für spezielle Nutzungen mit ausgeklügeltem Innenleben: Etwa als Pinsel- und Walzenbox für die Wasserlack-Verarbeitung, für Airless-Zubehör oder für unterschiedliche Abdeckbänder und -folien. Dafür erhielt die Box einen iF-Designpreis und wurde für den Bundespreis Produktdesign 2011 nominiert, dem Olymp des deutschen Designs.



Mit auf dem Gerüst

Von ganz anderer Komplexität sind wiederum die drei Dämmplattenschneider der „ProCut“-Reihe. Die eigentliche Herausforderung für das Designteam war, den im Prinzip rein funktionalen Geräten ein visuell stimmiges Gesamtbild zu verleihen und besondere Features wie Wiederholanschläge oder Plattenhalter bedienfreundlich zu integrieren. Die Bedienung selbst sollte so einfach, aber so präzise wie möglich sein, auch bei beengten Arbeiten auf dem Gerüst. Dies zu erkunden, sind die Designer auch selbst auf Gerüste geklettert und haben sich mit den Gegebenheiten und den Anforderungen der Nutzer eng vertraut gemacht – diese

Recherche gehört übrigens stets zu den Grundlagen eines seriösen Designprozesses. Gemeinsames Kennzeichen der drei Schneidertypen ist das –natürlich blaue – Rückpaneel mit Skalierung, die geschweißte und verwindungsfreie Alu-Konstruktion und die schnelle Montagemöglichkeit auf der Baustelle. Rund zwei Jahre arbeitete man in Wuppertal an der Designentwicklung, inklusive Prototypenbau und -erprobung. Das zeigt auch, dass Design nicht bedeutet, einen schnellen Entwurf aus dem Ärmel zu schütteln. Design ist konzeptionelle und konstruktive Arbeit mit großer Detailgenauigkeit. So erhielt Storch vom Designbüro exakte CAD-Dateien, die nur noch auf die produktionsspezifischen Belange angepasst werden mussten.

Armin Scharf

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