Nachwuchs

Besenstrich deluxe

Teil 6 unserer Serie: Der Besenstrich ist wieder hip. Seit einiger Zeit ziert die alte Strukturtechnik wieder Putzfassaden, erobert zunehmend aber auch Innenwände. Der Niederländer Peter van Hemert hat seine ganz eigene Besenzug-Variante entwickelt, die in Verbindung mit Lehmputz Innenwände zu wahren Schmuckstücken macht.

Text und Fotos: Susanne Sachsenmaier-Wahl

Dass der Niederländer Peter van Hemert ein Meister seines Fachs ist, erkennt man auf den ersten Blick. Der Umgang mit natürlichen Baumaterialien gehört seit rund 20 Jahren zu seinem täglichen Geschäft. Dementsprechend routiniert verarbeitet er Kalk, Tadelakt oder Lehm mit Traufel, Kelle und Bürste. Beim Lehm-Gestaltungswettbewerb, den Claytec vor rund einem Jahr ausgetragen hatte, verblüffte der Niederländer die Jury mit einer „alten Bekannten“ – der Besenstrichtechnik –, die er völlig neu interpretierte.

Feines Spiel horizontaler Linien

Bereits beim Aufziehen und Glätten der Lehmfeinputzschicht offenbart sich van Hemerts handwerkliches Geschick. In rasantem Tempo schafft er eine spiegelglatte Oberfläche, die er dann kurze Zeit ansteifen lässt. Als der Putz „reif“ ist, greift der Niederländer nicht, wie erwartet, zum Besen bzw. zur Bürste, sondern rollt die Fläche zunächst horizontal mit einer Musterwalze mit Rillenstruktur ab. Die Walze führt er dabei mit gleichmäßigem Druck frei Hand über die Wand. Dann nimmt er die Glättkelle zur Hand und verschlichtet die Grate an der Oberfläche leicht. Durch diesen mit Gefühl ausgeführten Zwischenschritt wird wieder eine gewisse Ebenheit der Oberfläche erzielt, ohne dass dabei die Rillenstruktur verloren geht.

Rillenstruktur und Borstenstriche

Dann kommt endlich der lange erwarte Besen – in diesem Fall passend zu Wandgröße ein Flächenstreicher – zum Einsatz. Diesen zieht Peter van Hemert ebenfalls frei Hand (in derselben Richtung wie zuvor die Walze) über die Wandfläche. Es entsteht ein vielschichtiges Spiel aus feinen Linien und Rillen, das der Wand Plastizität verleiht und sie leicht und lebendig wirken lässt. Ihre besondere handwerkliche Note erhält die Oberfläche aber dadurch, dass die horizontalen Linien nicht ganz akkurat verlaufen und immer wieder kleine „Wellen“ sichtbar sind, was der freihändigen Werkzeugführung geschuldet ist. Dadurch überlagern sich die Rillen und Borstenstriche gegenseitig und erinnern an horizontal gespannte Fäden.

Da die Oberfläche zwar lebendig und plastisch, aber keineswegs aufdringlich wirkt, kann diese Technik problemlos auch auf größeren Flächen im Raum Anwendung finden. Vorausgesetzt, der Verarbeiter verfügt über ein ruhiges Händchen …

Weitere Folgen der Lehmserie:
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Foto: Susanne Sachsenmaier-Wahl

Zunächst wird ein Lehmfeinputz möglichst glatt auf die Wandfläche aufgezogen.


Foto: Susanne Sachsenmaier-Wahl

Mit der Strukturwalze werden horizontale Rillen eingedrückt.


Foto: Susanne Sachsenmaier-Wahl

Die Grate der Rillen werden mit der Glättkelle verschlichtet.


Foto: Susanne Sachsenmaier-Wahl

Mit einem Flächenstreicher wird der „Besenstrich“ frei Hand gezogen.


PraxisPlus

1997 gründete Peter van Hemert den Handwerksbetrieb „Ecowonen“ in Zutphen
in den östlichen Niederlanden. Ecowonen konzentriert sich
hauptsächlich auf Lehmputz- und Kalkputzarbeiten, gespachtelte
Badezimmer und Fußböden sowie Kalk- und Lehmstuck im Freien.

www.ecowonen.net



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