Rainer Hülsemann, Leiter Anwendungstechnik ZERO-LACK
Frage des Monats:

Bewehrte Wandplatten aus Porenbeton beschichten?

Porenbetonflächen (früher: Gasbeton) im Außenbereich sind Rohbauflächen, die grundsätzlich einer Oberflächenbehandlung bedürfen.

Im Wirtschaftsbau werden üblicherweise bewehrte Porenbeton-Wandplatten als Ausfachung von Skelettbauten aus Stahl oder Stahlbeton verbaut. Bei angeschnittenen Platten sind die Schnittflächen der Bewehrungsstähle dauerhaft gegen Korrosion zu schützen. Für die Oberflächenbehandlung im Außenbereich stehen spezielle Beschichtungssysteme zur Verfügung. Bei der Erstbeschichtung von Porenbeton-Wandplatten muss beachtet werden, dass insgesamt mindestens 1.800 g/m² Beschichtungsstoff aufgebracht wird. Der erste Anstrich wird aufgerollt, danach muss er anziehen und mit einem Rakel abgeport werden. Die Schlussbeschichtung wird aufgerollt und mit einer Strukturwalze in einer Richtung strukturiert.

Der Hellbezugswert der getönten Beschichtung soll den Wert 30 nicht unterschreiten, da dunkle oder satt getönte Beschichtungen bei Sonnenbestrahlung zu einer starken Erwärmung führen. Daraus resultierende Spannungen verursachen durch Risse Schäden am Porenbeton. Bewegungsfugen mit dichtender Funktion dürfen bei größerer Zug- und Druckbeanspruchung nicht vollflächig überstrichen werden. Porenbeton ist ein feinkörniger, poröser Baustoff mit niedriger Rohdichte. Dieser wird aus Zement und/oder Kalk unter Verwendung von porenbildenden Zusätzen mit Wasser und ggf. Zusatzmitteln hergestellt und unter Dampfdruck gehärtet.

Verwendet werden neben bewehrten Wandplatten auch Plansteine, Planbauplatten, Planbauplatten und bewehrte Dach- und -Deckenplatten aus Porentbeton. Bauteile aus diesem Baustoff müssen immer vor aufsteigender und rückseitig oder sonst einwirkender Feuchtigkeit geschützt sein. Wegen des ungünstigen Verhaltens bei Feuchtigkeit sollten während der Rohbaustandzeit die Flächen vor lang anhaltender Feuchtigkeitseinwirkung geschützt werden.

Zero Porenbetonbeschichtung für den Außenbereich erfüllt die Anforderungen der Hersteller hinsichtlich Dehnung, Wasserdampfdiffusionsfähigkeit, kapillarer Wasseraufnahme, Wetter- und Verseifungsbeständigkeit und ist lichtecht. Renovierungsanstriche sind mit hoch wasserdampfdiffusionsoffenen Materialien auszuführen, z. B. Zero Siliconit RenoTec.

Ausführliche Informationen finden sich im BFS-Merkblatt Nr. 11 (Beschichtungen, Tapezier- und Klebearbeiten auf Porenbeton).