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Mithilfe von Pause, Malstock, Strichzieher und Spitzpinsel lassen sich historische Muster klassisch reproduzieren.
Foto: Friederike Schulz
Dekorationsmalerei-Serie

Jugendstilmalerei reproduzieren

In dieser Folge der Dekorationsmalerei-Serie zeigt Friederike Schulz, wie man – ganz klassisch mithilfe von Pausvorlage, Malstock und Strichzieher – eine alte Jugendstilmalerei reproduzieren kann.

Text und Fotos: Friederike Schulz

Für die Herstellung eines Jugendstilentwufs, der aus einer alten Leipziger Malerzeitung stammt, benötigt man neben einer Schlagschnur und einem Lineal folgende Werkzeuge: Lasurpinsel und Stupfbürste für die Lasurtechnik; Spitzpinsel, einen feinen und einen breiteren Strichzieher, Malerlineal, Malstock für die Ausmalung sowie einen Beutel aus Stoff mit geriebener Kohle gefüllt für die Pause.

Die Lasuren werden schrittweise angelegt. Dafür benötigt man neben Acrylbinder und Wasser nachstehende Pigmente (in angewandter Reihenfolge): 1. Schiefermehl hellst, 2. Französischer Ocker, extra hell, gelb, 3. Böhmische grüne Erde + Nicosa Grün, 4. Goldocker DD und für oben und unten: Französischer Ocker Havane, orange.

Außerdem zum Ausmalen der Muster und Striche Künstler-Acrylfarben in den Tönen: Weiß, Orange, Karminrot und Blaugrau (z.B. Paynes Grey)

Jugendstilmalerei: So wird’s gemacht

Zuerst misst man die Abstände der Querlinien ein und klebt sie schrittweise ab, um sie schließlich zu lasieren. Man fängt mit der hellsten Fläche an und wird mit jeder Klebung schrittweise dunkler. Um ein homogenes Flächenbild zu erlangen, werden die Lasuren nach dem gleichmäßigen Auftragen stets mit der Stupfbürste egalisiert.

Aus Pergamentpapier stellt man die Pausvorlage her, mit der das historische Muster auf den Malgrund übertragen wird. Mithilfe eines Pausrädchens und einer Pausnadel wird das Muster entlang der Musterkanten in das Papier eingestochen. Vor dem Anlegen des Musters werden die weißen Streifen, die die Fläche einteilen, gezogen. Das Pauspapier wird am oberen Streifen fixiert, damit man die Pause stets gleich platzieren kann. Mit dem Kohlebeutel wird das Muster auf den Malgrund durchgerieben. Nun folgt die Kür: Das Muster wird unter Zuhilfenahme eines Malstocks, eines feinen Spitzpinsels und Strichziehers deckend aufgemalt. Mit einer Schlagschnur werden die weiteren Linien angeschlagen und mit dem breiten Strichzieher mittig gezogen. Um einen sauberen Ansatz zum Querstrich zu erhalten, wird dessen Unterkante exakt abgeklebt.

Zum Schluss bläst man den eventuell noch vorhandenen Pausstab ab – und kann dann stolz seine ganz klassisch reproduzierte Jugendstilmalerei betrachten.

Folgen 1 bis 7 der Serie:
www.malerblatt.de


Foto: Friederike Schulz

Die Abstände der Querlinien messen und schrittweise abkleben und lasieren. Man fängt mit der hellsten Fläche an und wird mit jeder Klebung schrittweise dunkler.


Foto: Friederike Schulz

Um ein homogenes Flächenbild zu erlangen, werden die Lasuren nach dem gleichmäßigen Auftragen stets mit der Stupfbürste egalisiert.


Foto: Friederike Schulz

Aus Pergamentpapier wird eine Pausvorlage hergestellt. Mithilfe eines Pausrädchens und
einer Pausnadel wird das Muster exakt entlang
der Kanten in das Papier gestochen.


Foto: Friederike Schulz

Vor dem Anlegen des Musters werden die weißen

Streifen gezogen, die die Fläche einteilen.


Foto: Friederike Schulz
Foto: Friederike Schulz

Das Pauspapier wird an der oberen Linie fixiert.
So kann man die Pause immer gleich platzieren. Mit dem Kohlebeutel wird das Muster durchgerieben.


Foto: Friederike Schulz

Das Muster wird mithilfe eines Malstocks,
eines feinen Spitzpinsels und eines Strichziehers deckend aufgemalt.


Foto: Friederike Schulz

Mit einer Schlagschnur werden die weiteren

Linien angeschlagen und mit dem breiten Strichzieher mittig gezogen.


Foto: Friederike Schulz

Um einen sauberen Ansatz zum Querstrich zu erhalten, wird dessen Unterkante exakt abgeklebt.