Licht und Schatten

Mithilfe von Licht und Schatten lässt sich eine dreidimensionale Wirkung erzeugen. Auf diese Weise kann mit wenigen Strichen aus einer glatten Fläche ein Raumobjekt gemacht werden. Wie, das zeigt Friederike Schulz in der dritten Folge ihrer Dekorationsmalerei-Serie.

Text und Fotos: Friederike Schulz

Häufig findet die Licht-und-Schattentechnik Anwendung in der für Bayern typischen Lüftlmalerei. Für die Ausführung von aufgemaltem Licht und Schatten benötigt man einen feinen Strichzieher-Pinsel, eine mittelgroße Katzenzunge (ein weicher, abgerundeter Pinsel), ein Malerlineal oder einen Malstock. Als handwerkliche Fertigkeit wird ein sicherer Umgang mit dem Malstock oder dem Strichzieherlineal vorausgesetzt.

Eine Skizze dient als Grundlage

Zu Beginn der Arbeit sollte man sich eine Skizze der Leiste oder des Objektes machen, das man darstellen möchte. Dabei sind folgende Faktoren wichtig:

  • Gibt es eine Krümmung nach innen oder außen oder eine scharfe Ecke?
  • Aus welcher Richtung kommt das Licht?
  • Und ganz wichtig: welches ist die Lichtfarbe und welche die des Schattens?

Wenn man z. B. eine Kassette darstellen möchte, dann zeichnet man sich im Vorfeld die Leiste aus zwei Perspektiven auf ein Blatt Papier und markiert sich die Partien mit der stärksten Reflexion und den Verlauf des Lichtes sowie die Partien mit den stärksten Schatten und deren Verlauf. Man überträgt die Maße am besten mit Klebebandstreifen, auf denen die Markierungen oben und unten angezeichnet werden. Bei langen Strecken sollte man die Linien mithilfe einer Schlagschnur verbinden.

Grau oder in Farbe?

Man spricht gerne auch von Graumalerei, muss aber ganz klar unterscheiden, dass in der Graumalerei keine farbigen Untergründe vorgesehen sind, da es hierbei wirklich nur um die Nutzung der Farben Schwarz und Weiß geht in seinen Abstufungen zu Grau. Wenn man aber z. B. auf einer Holzfläche eine dreidimensionale Wirkung erzeugen möchte, dann muss man auf die Licht-und Schattenfarben des Holzes zurückgreifen. Als Basis für die Erläuterung der einzelnen Schritte dient die Mahagoniholzimitation aus der Malerblatt-Ausgabe vom Dezember 2017 (Seite 12/13). Für den Schatten und das Licht mischt man sich einen Vollton an, der als Halbton herunterverdünnt wird. Der Schattenton der Mahagoni-Kassette ist ein sehr dunkles Graubraun, der Lichtton ein schmutziges Rot-Orange (der Grundton der Holzmaserung ist meist ein guter Richtwert für die „Lichtfarbe“).

Teile 1 und 2 der Serie:
www.malerblatt.de