Nachwuchs

Neue Wege gehen

Wie ein Unternehmen in Westfalen neue Wege im Handwerk erschließt: Die Kloke Ausbildungs-Akademie in Paderborn

Fotos: Kloke

Digitalisierung bedeutet, alle ablaufenden Prozesse in eine digitale Form zu transferieren. Von der eigenen Website, über das Angebot an den Kunden, der Visualisierung von Kundenwünschen per Augmented Reality (also die Ergänzung von Bildern oder Videos mit computergenerierten Zusatzinformationen), zur Bestellung beim Großhändler, dem Werkzeug, das auf den Baustellen eingesetzt wird, bis zur Rechnung und Steuererklärung – alles soll und muss in Datenform dargestellt und verarbeitet werden. Ziel ist die Verbesserung aller Prozesse, eine Vereinfachung der routinierten Tätigkeiten und neue Attraktivität für die Leistungsfähigkeit im Handwerk.

Obwohl 40 Prozent der Handwerksunternehmen Digitalisierung als Bestandteil des eigenen Geschäftskonzeptes betrachten, scheuen viele noch den ganzen Schritt in das Zeitalter 4.0. Zu groß scheint die Umstellung, zu hoch der Aufwand, der neben dem dichten Tagesgeschäft bewältigt werden muss.

Die Jugend des Handwerks

Ausbildung im Handwerk ist ein ebenso schwieriges Thema. Ist es doch die Suche nach Fachkräften und Auszubildenden, die allen Betrieben schlaflose Nächte beschert. Der Wegfall der Hauptschulen auf der einen Seite und eine zunehmende Akademisierung unserer Gesellschaft auf der anderen, gehören zu den Faktoren, die eine Tätigkeit im Handwerk an den Rand gedrängt haben. Gesellschaftliche Veränderungen können auf betrieblicher Seite vielleicht nicht direkt beeinflusst werden, wohl aber indirekt, über die eigene Reaktion auf derartige Entwicklungen.

Chancen sehen und nutzen

Unternehmen wie Kloke Malermeister in Paderborn beweisen, wie Digitalisierung und Ausbildung bewältigt bzw. erfolgreich miteinander verknüpft werden können – zum Vorteil aller. Modellhaft für das Malerhandwerk hat Elmar Kloke seinen Betrieb innerhalb eines Jahres nicht nur digital umgestellt, sondern auch noch eine hauseigene Ausbildungsakademie geschaffen, die als innerbetriebliche Ergänzung dem neuen, gewachsenen Berufsbild des Malers und Lackierers gerecht wird. Ein vom Fachkollegen Michael Kiwall entwickeltes Konzept, das im Zusammenschluss mit mehreren Pionierbetrieben – in Bochum, Herdecke und Herne – im Bund durchgeführt wird. In Paderborn startete die K2A zum Ausbildungsjahr 2018. Ausgehend von einem präziseren Blick auf die Interessen der Jugendlichen, wurde bei Kloke die Perspektive der Auszubildenden stark in den Fokus gestellt. Den jungen Leuten wird die Möglichkeit gegeben, ihre eigene Persönlichkeit unter besten Bedingungen weiterzuentwickeln: Fachlich in Theorie und Praxis, digital mit den heutigen Möglichkeiten und sozialer Kompentenz. Ein erster Schritt ist die Umbenennung: Wertschätzend werden die Azubis bei Kloke „Malermeister Talente“ genannt.

Kritische Bestandsaufnahme

Der gesamtbetrieblichen Neuausrichtung war eine kritische Bestandsaufnahme vorausgegangen, die das ganze Team miteinander erarbeitete.

Werbung, Arbeitskleidung und Fahrzeuge – all das wurde detailliert erörtert, Qualität und Quantität der eigenen Arbeit hinterfragt, Arbeitsprozesse und interne Abläufe infrage sowie die technische Ausstattung auf den Prüfstand gestellt. Wichtige Themen wie Transparenz und Kommunikation gleichwertig neben Verwaltungsabläufe gestellt. Schonungslose Analysen, die die Recherche nach zukünftigen Möglichkeiten schlussfolgerten. Mit seinem Firmencredo fasst der Betrieb zusammen, worum es in der Neuausrichtung geht: Wert erhalten, Werte schaffen. Ein Satz, der gleichermaßen die für Kunden zu erbringenden Leistungen beschreibt wie auch die Entwicklungen im Handwerk benennt.

Weitere Information:
www.kloke-malermeister.de


PraxisPlus

Die K2A Ausbildungs-Akademie

Die regelmäßigen internen Schulungen der K2A Ausbildunga-Akademie erfolgen über die gesamte Ausbildungsdauer in praktischer Form in drei verschiedenen Bereichen in den TalentTrainingsCentern (TTC). Sie werden gezielt abwechslungsreich gestaltet, sind von Theorie begleitet, selbstverständlich digital aufbereitet. Teambildungsmaßnahmen wie die Werksbesichtigung bei Erfurt mit allen AusbildungsAkademien, Kletterparkbesuche oder Azubi-Knigge-Schulungen fördern den Zusammenhalt und die soziale Kompetenz. Auch das unliebsame Berichtsheft wird gemeinsam bearbeitet. Überdies setzt sich der Betrieb für die Durchsetzung des digitalen Berichtsheftes ein. On Top hat Elmar Kloke für eine Akademie-Leitung auf Augenhöhe der Talente gesorgt: Leonie Cordfulland hat jüngst selbst im Unternehmen die Gesellenprüfung abgelegt und ist mit verschiedenen persönlichen Coachings auf ihre neue Aufgabe vorbereitet worden.

Anzeige

Große Fotoaktion auf der FAF 2019

Anzeige

Aktuelle Ausgabe

Titelbild Malerblatt 8
Ausgabe
8.2019

ABO

Anzeige

Malerblatt Wissenstipp


Malerblatt Infoservice

Vielen Dank für Ihre Bestellung!
Sie erhalten in Kürze eine Bestätigung per E-Mail.
Von Ihnen ausgesucht:
Weitere Informationen gewünscht?
Einfach neue Dokumente auswählen
und zuletzt Adresse eingeben.
Wie funktioniert der Malerblatt-Infoservice?
Zur Hilfeseite »
Ihre Adresse:














Die Konradin Medien GmbH erhebt, verarbeitet und nutzt die Daten, die der Nutzer bei der Registrierung zum Malerblatt-Infoservice freiwillig zur Verfügung stellt, zum Zwecke der Erfüllung dieses Nutzungsverhältnisses. Der Nutzer erhält damit Zugang zu den Dokumenten des Malerblatt-Infoservice.
AGB
datenschutz-online@konradin.de