Erster Schritt bei der Sanierung eines Schimmelschadens

Vor der Schimmelsanierung muss die Ursache und das Ausmaß des Schadens ermittelt werden

Schimmelursache – Schadensausmaß

Erster Schritt bei der Sanierung eines Schimmelschadens ist die Feststellung der Schadensursache und des Schadensausmaßes.

Autor: Robert Kussauer

Die Ursache mikrobieller Schäden ist immer Feuchtigkeit. Unter günstigen Wachstumsbedingungen beginnt bereits nach wenigen Tagen ein mikrobieller Befall. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Schimmel nicht immer optisch ersichtlich ist, sondern ebenso nicht sichtbar oder verdeckt vorhanden sein kann. Nicht alle Schimmel-Ursachen lassen sich sofort beseitigen (z. B. Kondensationsschäden) und können ggf. erst nach der Schimmelsanierung behoben werden. Ohne Ursachenbeseitigung ist eine nachhaltige fachgerechte Sanierung jedoch nicht möglich.

Wichtige Erkenntnisse zur Klärung der Schadensursache erhält man durch die Inspektion des Gebäudes, durch die Befragung der Betroffenen und die Sichtung von Baudokumenten sowie ggf. vorhandener Gutachten. Dies wird durch die Vielzahl der zur Anwendung kommenden Baustoffe zunehmend schwieriger und erfordert eine für den Anwendungsfall geeignete Messtechnik.

Vor der eigentlichen Sanierung ist zu prüfen, welche Bereiche eine erhöhte Feuchtigkeit aufweisen und wo bereits mikrobielles Wachstum, auch in tieferen Bauteilschichten, stattgefunden hat. Erst nach Feststellung des Schadensausmaßes in der räumlichen Ausdehnung und der Intensität kann die Sanierung geplant und ein Sanierungskonzept erstellt werden.

Quantitative Feuchtigkeitsmessungen sind mit der elektrischen Widerstandsmethode bei Vollholz möglich. Ebenso orientierende Feuchtigkeitsmessungen bei Putz und Mauerwerk sowie im Bereich von Estrichrandfugen (Sonde). Auch mit der Dielektrischen Methode lassen sich schnell orientierende Werte ermitteln. Die angezeigten Feuchtigkeitswerte können jedoch z. B. durch Salze, Alukaschierungen, gut elektrisch leitfähige Materialien u. a. im Untergrund stark verfälscht werden. Es ist daher wichtig, den Einsatzbereich der einzelnen Geräte zu kennen und den angezeigten Wert werten zu können. Wenn genauere Messergebnisse erforderlich sind, kann abhängig vom Anwendungsfall eine Messung z. B. mit dem Mikrowellenverfahren, der Calziumcarbidmethode oder der Darrprobe erfolgen.

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