Alles klar?

Weniger unproduktive Zeiten durch Baustellenplanung

Fragt man erfahrene Malermeister nach den Möglichkeiten, ihre Produktivität zu verbessern, kommt immer wieder dieselbe Antwort: bei der Baustellenorganisation. Schnell wird dabei aber vergessen, dass eine effiziente Baustellenorganisation vor allem das Ergebnis einer guten Planung ist.

Je früher man mit der Planung von konkreten Baustellen beginnt, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit guter Ergebnisse. Die nachfolgenden vier grundlegenden Aspekte dienen der Verminderung unproduktiver Zeiten durch effiziente Baustellenplanung:

1. Personaleinsatzplanung und Teambildung

Sicher haben Sie auch schon folgende Erfahrung gemacht: Bei einem vielversprechenden Auftrag mit „guten“ Preisen wurde am Ende ein bescheidenes Ergebnis erzielt. Vielleicht lag es daran, dass folgende Grundsätze der Personaleinsatzplanung nicht beachtet wurden:

  • Mitarbeiter sind entsprechend ihren Fähigkeiten
    einzusetzen!
  • Baustellen sind stets mit
    der richtigen Mitarbeiterzahl zu besetzen!
  • Die Teams sollten sich hinsichtlich fachlicher und sozialer Kompetenzen ergänzen! (Teambildungen sind
    zu planen – Ad-hoc-Teams sind selten erfolgreich.)
  • Die Mitarbeiter benötigen klare Anweisungen und Informationen zur Baustelle und zum Auftrag!

2. Information der Vorarbeiter/Baustellenleiter

Damit sind wir schon beim Thema Informationsfluss. Gemeint ist hier vor allem, dass die Mitarbeiter die notwendigen Baustelleninformationen auch rechtzeitig erhalten. Bei größeren Baustellen sollte die Führungskraft mit dem Baustellenleiter vorab die Baustelle besuchen, um alle Problemfelder vor Ort zu besprechen. Es gibt kaum einen größeren „Produktivitätskiller“, als wenn wichtige Fragen erst
bei Arbeitsbeginn auf der
Baustelle geklärt werden.
Als Hilfsmittel eignen sich entsprechende Formblätter und Checklisten.

3. Maschineneinsatzplanung

Dass der Maschineneinsatz zur Reduktion von Kosten beitragen kann, ist inzwischen eine Binsenweisheit. Ergänzend sei deshalb nur erwähnt, dass der Maschineneinsatz

i. d. R. auch die Ausführungszeiten verkürzt, sodass in der gleichen Zeit mehr Umsatz möglich ist. Klare Verantwortlichkeiten für die entsprechenden Maschinen minimieren zudem die Ausfallzeiten der
Geräte und vermeiden so
unproduktive Zeiten von
Mitarbeitern.

4. Planung des Materialflusses

Unproduktive Zeiten entstehen beim Be- und Entladen von Material und Werkzeugen. Durch die direkte Lieferung des Materials an den Ort der Verarbeitung (Just in time) kann ein Teil der unproduktiven Zeiten auf den Lieferanten verlagert werden. Dennoch lässt sich bei vielen Betrieben aufgrund ihrer Kunden- und Auftragsstruktur ein erheblicher Materialfluss zur Baustelle und zurück nicht vermeiden. Außerdem müssen auch Geräte und Hilfsmittel bereitgestellt werden. Zahlreiche Betriebe erwarten deshalb von ihren Vorarbeitern, dass die Fahrzeuge entweder morgens vor der eigentlichen Arbeitszeit oder bereits am Vorabend beladen werden, um unproduktive Zeiten zu
reduzieren.

schilling@farbegestaltung.de