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Nano-Fassadenfarben

Fassadenfarben mit Nano-Quarzpartikeln weisen eine geringere Thermoplastizität und ein schnelleres Trocknungsverhalten auf.

Neben Feinstaub und organischen Bestandteilen, die an der Fassade haften bleiben, ist es vor allem die Feuchtigkeit, die das Wachstum von Algen und Moosen begünstigt. Ziel ist es deshalb seit Jahren, Fassadenfarben zu entwickeln, deren Oberflächen schnell abtrocknen.
Nachdem jahrelang auf eine hohe Hydrophobie – also eine wasserabweisende Oberfläche – gesetzt wurde, zeichnet sich derzeit der Trend zu hydrophilen (wasserfreundlichen) Oberflächen ab. Auf die Fassade auftreffende Wassertropfen werden gespreitet, die Oberfläche komplett benetzt. Dadurch wird ein vollflächiges Abwaschen der Fassade unterstützt. Gleichzeitig trocknet die Fassade gleichmäßiger ab. Rinnsale und Schmutzläufer, wie sie bei stark hydrophoben Oberflächen häufig auftreten, entstehen daher nicht. Durch das schnelle Abtrocknen wird Algen und Co. der Nährboden entzogen und das Bewuchsrisiko wird so auf natürlichem Weg minimiert.


Geringe Thermoplastizität

Damit Schmutzpartikel und Sporen aber erst gar nicht anhaften können, sollte eine Fassadenfarbe möglichst wenig zum Weichwerden und Anquellen neigen. Je härter die Oberfläche einer Fassadenfarbe ausgestattet ist, desto weniger Schmutz, Feinstaub und Sporen können sich halten. Bindemittel in herkömmlichen Dispersionsfarben sind in der Regel thermoplastisch und hygrisch wenig stabil. Die neue Fassadenfarbengeneration zeichnet sich durch eine extrem harte Oberfläche aus. Selbst bei hohen Temperaturen oder Wasserbelastung neigt das Bindemittel nicht zum Weichwerden bzw. zum Anquellen. Dadurch entsteht eine deutlich geringere Neigung zur Verschmutzung als bei herkömmlichen Farben.


Hohe Farbtonstabilität

Die bisher beschriebenen Eigenschaften treffen ganz ähnlich auch für Silikatfarben zu. Auch sie sind hydrophil und besitzen eine harte Oberfläche, die nicht zum Weichwerden neigt. Der große Nachteil der Silikatfarben liegt aber in der meist starken Kreidung, was eine schnelle Farbveränderung mit sich bringt. Bei den neuen Fassadenfarben sind die Pigmente fest in die Bindemittelstruktur eingebunden. Die Kreidung ist damit äußerst gering, die Farbtonstabilität entsprechend hoch. Doch nicht nur die Nano-Struktur ist für die hohe Farbtonstabilität ausschlaggebend. Es werden, wie bei mineralischen Farben üblich, bevorzugt sehr gut lichtbeständige anorganische Pigmente zur Abtönung eingesetzt, die ihre Farbe kaum verändern. So strahlen farbige Fassaden auch nach Jahren noch in ihrer ursprünglichen Schönheit.


Perfekte Symbiose

Die neue Fassadenfarbengeneration verbindet zwei unterschiedliche Bindemitteltechnologien miteinander. Die Vorzüge eines Siliconharz-/Acrylat-Bindemittels werden mit denen einer Silikatfarbe vereint. Die anorganischen Bestandteile sorgen in erster Linie für einen sehr guten Algenschutz, da sie eine hohe Oberflächenhärte und die Hydrophilie bewirken. Die organischen Bestandteile stellen die universelle Einsetz- und die leichte Verarbeitbarkeit sicher. Und nicht zuletzt schützen sie das Pigment, indem der entscheidende Nachteil von Silikatfarben vermieden wird: die Neigung zum Kreiden.

Susanne Sachsenmaier-Wahl
Quelle: Malerblatt 07/2010


Nano-Fassadenfarben
Eine Fassade, die möglichst lange makellos aussieht, keinen Schmutz und Algenbefall aufweist, das wünschen sich die meisten Bauherren.

Nano-Fassadenfarben
Oberflächenbeschaffenheit verschiedener Bindemittel: Dispersionsoberflächen sind klebrig, wodurch Schmutzpartikel anhaften können.

Nano-Fassadenfarben
Nanofarben, die aus organischen und anorganischen Bestandteilen zusammengesetzt sind, kombinieren Oberflächenhärte und Elastizität. Schmutz haftet nicht an und die Oberfläche ist widerstandsfähig.

Nano-Fassadenfarben
Silikatfarben kleben zwar nicht, sind aber starr und spröde, weshalb mechanische Belastungen zu Rissen führen können.

Nano-Fassadenfarben
Verhalten verschiedener Bindemittel bei Beregnung: Bei einer herkömmlichen Dispersion perlt der Wassertropfen in einzelnen Bahnen ab, was mit der Zeit deutliche Schmutzläufer verursacht. Bei der Silikatfarbe dringt der Wassertropfen ein und verursacht Schäden, wie z.B. Kreidung. Bei der Nano-Fassadenfarbe wird der Wassertropfen gespreitet, er verteilt sich gleichmäßig, ein vollflächiges Abwaschen der Fassade wird unterstützt. Außerdem trocknet die Oberfläche schneller ab. Abbildungen: Caparol, Herbol

 

 

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