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Kuchlbauerturm in Abensberg

Wie aus einem Märchen aus 1001 Nacht steht der im Hundertwasserstil erbaute Turm der Brauerei Kuchlbauer in Abensberg da.

Mit seiner typischen Farbigkeit und Formenvielfalt und der goldenen Kugel zieht das 35 Meter hohe Bauwerk Besucher aus Nah und Fern an. Es war das letzte Architekturprojekt des Künstlers und Architekten Friedensreich Hundertwasser.
Der Kuchlbauerturm war ein Wunsch des Brauereibesitzers Leonhard Salleck, der ihn ursprünglich als Werbeträger mit 70 Meter Höhe errichten lassen wollte. Weil das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege Bedenken anmeldete, dass ein so hoher Turm die mittelalterlich geprägte Altstadt Abensberg mit dem 56 Meter hohen Kirchturm beeinträchtigen könne, einigte man sich auf eine Höhe von 35 Metern.
Als Friedensreich Hundertwasser im Jahr 2000 in Neuseeland verstarb, war der Abensberger Turm zwar projektiert. Planung und Realisierung wurden dann von Architekt Peter Pelikan übernommen, der bereits Projekte mit Hundertwasser erstellt hat. Nach intensiver Planungsphase entstand das fantasievolle, künstlerische Gebäude in vier Jahren Bauzeit.
Im Januar 2010 eröffnet, gab es im vergangenen Jahr bereits einen Besucherrekord: Mehr als 150.000 Menschen – dreimal so viele Besucher wie erwartet – bestiegen das Bauwerk. Selbst im Winter lassen es sich die Hundertwasserfans nicht nehmen, den Turm zu bestaunen, das Restaurant im Erdhügelhaus neben dem Turm zu besuchen oder die Sammlung von über 2000 Weißbiergläsern im Turmkeller anzusehen. Doch Friedensreich Hundertwasser ging es immer um mehr, als nur bunte, verspielte Bauwerke zu entwerfen und zu bauen. Hinter der Architektur steckt die Philosophie und das Anliegen, dem Mensch wie der Natur einen lebensgerechten Platz zu bieten.


Organische Formen und bunte Farben

In seiner Gestalt und Farbigkeit zeigt der Turm die typische Hundertwasser-Architektur: organische Formen, das Fehlen rechter Winkel, fließende Linien, Erker, Freitreppen und bogenförmige Fenster. Das Bauwerk wird gekrönt von einer goldenen, gedrückten Kugel. Sie hat einen Durchmesser von zehn Metern und ist zwölf Tonnen schwer. Auch bei den Fensteröffnungen sind keine rechten Winkel zu finden. Hundertwasser wünschte, dass „die Fenster tanzen und nicht traurig in Reih und Glied dastehen“ sollen. Wie aus einem Blütenkelch, verziert mit rot-bunten Kachelstreben und gekrönt von goldenen Kugeln, ragt der Turm empor. Er wird umrankt von einer hellblau gestrichenen Außentreppe, die in der Form eines Laubenganges mit bogenförmigen, säulentragenden Öffnungen gestaltet ist. Markante orangeroten Lisenen durchziehen den Turm wie stützende Lebensadern. Lila-farbige Erker, teilweise mit goldenen, zwiebelförmigen Dächern scheinen an der Turmfassade zu kleben. In luftiger Höhe sprießt hier und da ein Bäumchen hervor – ein Herzenswunsch des Künstlers bei all seinen Projekten. Friedensreich Hundertwasser plädierte für eine Baumpflicht, d.h. aus der Fassade sollen Bäume wachsen. Er wollte dem Baum wieder einen bedeutenden Stellenwert einräumen als Partner des Menschen.

Luftige Ausblicke bietet die Freitreppe mit einem filigranen Geländer unterhalb der goldenen Kugel.


Keramikelemente innen und außen

Unterhalb der Kugel wird die Freitreppe luftiger, sie ist mit einem filigranen Geländer im Jugendstil versehen und bietet beeindruckende Rundumansichten. 176 Stufen führen zur Aussichtsplattform in 25 Meter Höhe, von der man einen schönen Blick auf das Städtchen Abensberg und in die umgebende Landschaft, dem Hopfenland Hallertau, hat. Das ganze Bauwerk ist mit zahlreichen aufwendigen Keramikarbeiten künstlerisch gestaltet, sowohl Außen als auch Innen. Selbst die Toiletten im Turmkeller sind im Hundertwasserstil gekachelt. Motive wie aus einem orientalischen Märchen zieren das Innere des Turmes. In der goldenen Kugel, wo sich ein Info-Center über die Geschichte der Brauerei befindet, breitet ein Lebensbaum aus silbrigen Spiegelscherben seine Zweige aus, ein Motiv, das der Künstler gerne verwendete.
An der Eingangspforte zum Biergarten, der am Fuße des Turmes liegt, empfangen farbige Keramiksäulen und -kacheln in der Mauer die Besucher. Säulen sind für Hundertwasser ein wesentliches Element abendländischer Architektur. Eine Säule musste für ihn „schön und vielfarbig sein und im Regen und im Mondlicht aus eigener Kraft leuchten“.

Der Kuchlbauerturm im Stil von Friedensreich Hundertwasser ist ein weithin sichtbares Kunstwerk, das durch seine organischen Formen und die kräftige Farbigkeit besticht.


Den richtigen Farbton treffen

Kräftige Farben, vor allem in Blau, Gelb und Rot dominieren das Bauwerk. Sämtliche Farben stammen von dem Ober-Ramstädter Farbenhersteller Caparol. Innen wie Außen wurden die Betonflächen mit der Betonlasur Disbocret 535 von Caparol beschichtet, auf Putz wurde Histolith Antiklasur verwendet. Disbocret 535 Betonlasur schützt die Wand vor Abwitterung und Korrosionsschäden und hat einen Filmschutz gegen Algen- und Moosbefall. Die Acrylat-Dispersion ist UV- und wetterbeständig und reinigungsfähig. Auch die farblose, matte Histolith Antik-Lasur auf der Basis von Kaliwasserglas ist hoch wetterbeständig und wasserabweisend. Das Lasurkonzentrat wird auch gerne im Denkmalschutz eingesetzt.
Insgesamt wurden sieben verschiedene Farbtöne direkt vor Ort angemischt und bemustert, bevor sie vom Architekten Peter Pelikan ausgewählt und freigegeben wurden. „Ein Modell des Turmes diente uns als Anhaltspunkt für die Bemusterung und so begannen wir den richtigen Farbton zu finden. Mir war bekannt, dass Hundertwasser keine perfekten, neu aussehenden Oberflächen haben wollte, daher ließen wir die Oberflächen eher antik wirken. Bei den orangeroten Lisenen verwendeten wir allerdings den Capacryl Lack, weil diese auf Wunsch des Architekten glänzend sein sollten“, berichtet Caparol-Fachberater Heribert Sers.

Das Lila und Grau der Erker und das Himmelblau der Außentreppe wurden in der Betonlasur Disbocret 535 von Caparol beschichtet, die orangeroten Lisenen glänzen in Capacryl-Lack.


Alle Farbtöne dokumentiert und Vorräte auf Lager

Fast ein Jahr lang waren zwei bis vier Mitarbeiter des Malerbetriebs Knöfler aus Abensberg am Kuchlbauerturm im Einsatz. „Wir haben sämtliche Farben vor Ort von Hand gemischt. Jede Fläche war nicht nur vom Farbton her anders, sie trägt auch die spezielle Handschrift des Malers. Manche Flächen wurden gebürstet und dann abgezogen und mit dem Lappen nachgearbeitet, bis es genau so war, wie es Herr Pelikan sich vorstellte“, erläutert Siegfried Knöfler. In seinem Abensberger Malerbetrieb hält er sämtliche Farbtonmischungen in einem eigenen „Hundertwasserlager“ vor – die Zusammensetzung und den Auftrag hat er sich exakt notiert, denn durch den Besucherandrang waren bereits Nacharbeiten erforderlich geworden. „Die Arbeiten am Abensberger Kuchlbauerturm waren eine sehr schöne Herausforderung für uns. Meine Mitarbeiter fühlen sich jetzt wie richtige Künstler. Und es ist natürlich ein erstklassiges Referenzobjekt“, freut sich Siegfried Knöfler. Im Frühjahr 2011 sollen der Neubau einer Ausstellung und ein Café hinzukommen.

Quelle: Caparol

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