Anwendungstechnik

Verarbeitung von Silikatfarben

Bei der Verkieselung von Silikatfarben entsteht aus dem wasserlöslichen Kaliwasserglas eine unlösliche Silikatverbindung. Folgende Bedingungen sind hierfür Voraussetzung:

  • Reaktionspartner Quarz im Untergrund und möglichst auch im Füllstoff
  • Temperaturen über +8 ° Celsius für Umgebung und Untergrund

Diese Randbedingungen gelten sowohl für 2K-Silikatfarben als auch für Dispersionssilikatfarben. Werden sie bei niedrigeren Temperaturen verarbeitet, kommt es zu einer Störung des Abbindevorganges. Das Wasserglas verkieselt nicht vollständig. Die daraus resultierenden Anstrichmängel wie beispielsweise Fleckenbildungen und Kreidung sind hinreichend bekannt.

2K-Silikatfarben

2K-Silikatfarben sind nicht auf jedem Untergrund geeignet. Grund dafür ist, dass reine Silikatfarben einen mineralischen, verkieselungsfähigen Untergrund benötigen. Geeignet sind:

  • feste Putze der Mörtelgruppen P Ic, P II und P III.
  • Sandsteine müssen eine feste Oberfläche aufweisen und dürfen nicht absanden. Falls erforderlich, müssen sie zuvor mit Kieselsäureester (Histolith Steinfestiger) verfestigt werden.
  • Kalksteine sind nicht geeignet für 2K-Silikatfarben, da sie keinen oder nur wenig Quarz enthalten und daher nicht verkieselungsfähig sind.
  • Altbeschichtungen mit organischen Bestandteilen (z.B. Dispersionsfarben) können nicht mit 2K-Silikatfarbe überstrichen werden, sondern müssen rückstandsfrei entfernt werden, was in der Praxis meist nicht realisierbar ist. Auf abgebeizten Untergründen sollten besser Dispersionssilikatfarben verwendet werden.

Dispersionssilikatfarben

Die Anwendungsmöglichkeiten von Dispersionssilikatfarben sind wesentlich vielseitiger als von 2K-Silikatfarben. Sie sind spannungsärmer und können, bedingt durch den organischen Bindemittelanteil, auch auf eher kritischen Untergründen appliziert werden.

Verarbeitung

Die Verarbeitung von 2K-Silikatfarben sollte nach traditioneller Handwerkstechnik mit der Bürste erfolgen. Geeignet sind eingearbeitete, kurze Bürsten. Mit ihnen trägt der Handwerker die Silikatfarbe auf und verschlichtet sie im Bürsten-Kreuzschlag.

Im Gegensatz dazu kann der Maler Dispersionssilikatfarben sowohl mit der Bürste als auch mit der Rolle verarbeiten.

Vor Ausführung der Silikatbeschichtungen sind einige Grundregeln zu beachten.

  • Bei Neuputzen müssen vor einer Beschichtung Mindeststandzeiten zur Aushärtung eingehalten werden:
    • Kalkputze der Mörtelgruppe P Ic: mindestens 4 Wochen
    • Hochhydraulische Kalkputze P IIa, Kalkzementputze P IIb und Zementputze P III: mind. 2 Wochen
  • Kalkputze der Mörtelgruppen P Ia und P Ib sind nicht zur Beschichtung mit 2K-Silikatfarben geeignet. Sie haben eine zu hohe Festigkeit und trocknen mit zu großer Eigenspannung auf. Diese Putze sollten bevorzugt mit Kalkfarben gestrichen werden.
  • Beim Einsatz von 2K-Silikatfarben muss der Oberputz eine Mindestdicke von 5,0 mm aufweisen.
  • Putz-Sinterschichten müssen entweder mechanisch oder durch Fluatieren mit Histolith Fluat entfernt werden. Ansonsten kann es zu Problemen bezüglich der Anstrichhaftung oder zu Fleckenbildungen kommen.
  • Alte, an der Oberfläche ausgewitterte Putze muss der Maler verfestigend grundieren. Hierzu verwendet er entweder Histolith Kristallin-Fixativ oder Histolith Silikat-Fixativ. Die Verdünnung ist auf die Saugfähigkeit des Untergrundes abzustimmen.
  • Untergründe mit Algen- und Pilzbefall sind sorgfältig zu reinigen. Anschließend sind die Flächen mit der Biozidlösung Histolith Algen-Entferner zu behandeln. Allein die Alkalität der Silikatfarben ist nicht ausreichend als Schutz gegen Algen und Pilze. Im Außenbereich nimmt sie durch Witterungseinflüsse relativ schnell ab. Grundsätzlich sind die Ursachen von Algen- und Pilzbefall vielschichtig. Für die Prävention muss der Fachhandwerker die jeweiligen Objektbedingungen mit berücksichtigen.

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