Anwendungstechnik Herbol Malerblatt Wissen

Holzbeschichtungen Teil 1

Wichtig für die richtige und Wert erhaltende Beschichtung ist das Wissen um die Art und Beschaffenheit von Holz und Holzwerkstoffen.

Holz gehört zu den ältesten Baustoffen der Menschheitsgeschichte. Es lässt sich sehr leicht individuell gestalten. Als nachwachsender, energieeffizienter Rohstoff hat Holz gerade in den letzten Jahren eine weite Verbreitung gefunden. Im Wohnungsbau, bei Hallenkonstruktionen oder als einfacher Carport bietet der natürliche Baustoff Vorteile und zeigt viele Gesichter.

Holz für Außenbauteile

Die meistverwendeten Nadelhölzer für Holzbauteile im Außenbereich sind Fichte, Kiefer, Lärche, Douglasie und Red Cedar. Bei den Laubbäumen finden die einheimische Eiche, tropische Hölzer wie Red Meranti und Sipo Mahagoni ebenso Verwendung wie Afromosia, Afzelia und Teak. Für Terrassen und andere horizontale Flächen kommen besonders witterungsbeständige Holzarten wie Bangkirai immer mehr in Mode. Bei allen Holzarten ist die Qualität davon abhängig, welcher Teil des Stammes genutzt wird. Generell gilt: Das Kernholz ist in seiner Struktur fester und nimmt weniger Wasser auf. Von daher ist es aus bautechnischer Sicht die wertvollere Komponente. Das Splintholz, die äußere hellere Zone des Stammes, nimmt mehr Wasser auf und ist immer ein Nährboden für Bläue und holzzerstörende Pilze. Die natürliche Dauerhaftigkeit des Holzes nach DIN EN 350–2 wird immer anhand des Kernholzes bestimmt.
Beim Kernholzbaum ist das Kernholz vom Splintholz farblich zu unterscheiden. Zu den einheimischen Kernholzbäumen zählen z. B. Kiefer, Eibe, Eiche, Douglasie, Lärche und Ulme. Zu den importierten Kernhölzern gehören Ebenholz, Mahagoni und Palisander.
Ein Baum, dessen Kernholz vom Splintholz farblich nicht zu unterscheiden ist, wird als Reifholzbaum bezeichnet. Reifholzbäume gibt es bei den Nadelhölzern und Laubhölzern. Zu den Reifholzbäumen gehören Birnbaum, Fichte, Linde, Buche, Tanne und Feld-ahorn.
Als Splintholzbäume werden Bäume mit verzögerter Kernholzbildung bezeichnet, bei denen am Stammquerschnitt weder Farb- noch Feuchteunterschiede feststellbar sind. Dazu zählen z. B. Spitzahorn, Erle, Birke und Aspe.


Holzarten

Nadelhölzer wachsen sehr schnell, sie sind weicher und leichter als Laubhölzer. Hemlock, Fichte und Tanne sollten im Außenbereich immer gegen Bläuepilze geschützt werden. Bei anderen Holzarten ist nur das Splintholz gegen holzverfärbende Pilze empfindlich. Für die Herstellung von Außenbauteilen werden häufig Fichte und Kiefer verwendet.
Die Annahme, Laubhölzer seien hochwertiger als Nadelhölzer, muss differenziert werden. Für hochwertige, maßhaltige Bauteile wird z.B. Eiche eingesetzt. Viele Laubhölzer z.B. Buche sind jedoch kaum witterungsbeständig und anfällig für Schädlinge. Sie werden oft nur als Ausstattungsholz im Innenbereich eingesetzt. Doch auch das Splintholz der Laubbäume ist gegen holzverfärbende Pilze empfindlich.
Viele Tropenhölzer sind äußerst hart und deshalb meist sehr witterungsbeständig. Tropische Hölzer wie Afromosia, Afzelia, Teak und Meranti kommen bei der Fensterherstellung und bei hochwertigen Gartenmöbeln zum Einsatz, da das Holz wenig schwindet. Das Kernholz ist sehr widerstandsfähig gegen Pilz- und Insektenbefall, was beim Splintholz der Tropenhölzer nicht der Fall ist. Die Holzarten tropischer Hölzer mit geringer Rohdichte sind ähnlich wie das Splintholz einheimischer Nadelhölzer zu betrachten.


Erkennung

Selbst für einen Holzfachmann ist es nicht immer ganz einfach, die genaue Holzart zu bestimmen. Dennoch lassen sich die wesentlichen Qualitätsmerkmale für die Beschichtung von Holz rein visuell sehr gut erkennen. Neben der Schnittart (Tangential-Fladerschnitt, Querschnitt und Radialschnitt) kann im Einzelfall die Größe und Anzahl von Rissen, Ästen und Astlöchern ein guter Anhaltspunkt für die Eignung einer Holzoberfläche zur Beschichtung und deren Haltbarkeit sein. Im Allgemeinen zeichnen sich Fenster durch sehr gute Qualitätsmerkmale aus. Sie bestehen zumeist aus Kernholz der Dauerhaftigkeitsklasse 1 bis 3 nach DIN EN 350–2. Holz mit festen Ästen, wie z.B. Balkonkonstruktionen, weisen durchschnittliche Qualitätsmerkmale auf (Dauerhaftigkeitsklassen 4 und 5 nach DIN EN 350–2). Weniger gute Qualitätsmerkmale zeigen z.B. Stülpschalungen. Sie bestehen aus Splintholz, Holz mit losen Ästen, harzreichem oder übermäßig porösem Holz.
Die Beurteilung dieser Qualitätsmerkmale bildet die Grundlage für den nächsten Schritt, die optimale Untergrundvorbereitung, die Thema des zweiten Teils dieser Serie sein wird.

Qualitätsmerkmale für Außenbauteile aus Holz. Fotos: Akzo Nobel Deco Herbol

Raphael Oeggerli, Herbol
Quelle: Malerblatt 10/2009

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