Anwendungstechnik

„Gesunde“ Baustoffe

Mehrere Novellierungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) mit ihren verschärften Vorschriften nötigen die am Bau Beteiligten, Häuser und Wohnungen mit immer geringerem Energiebedarf herzustellen.

Dipl. Ing. Anton Merath

Diese Energieeinsparung wird durch immer besser gedämmte Außenwandkonstruktionen und hochwärmedämmenden Fenstern und Türen mit mindestens zwei bis drei Dichtungsebenen in einem Fensterflügel erreicht. Im Sinne der EnEV funktionieren die annähernd luftdichten, neu entwickelten Bauelemente hervorragend. Das rechnerische Ziel, die Lüftungswärmeverluste an Fenster- und Türöffnungen auf ein Minimum zu reduzieren, ist technisch erreicht.
Mit jedem Schritt der Energieeffizienzverbesserung der Gebäude wurde eines klar: Die meisten Menschen sind „Gewohnheitstiere“, denen es häufig nicht sofort gelingt, ihre kompletten Wohnungslüftungsgewohnheiten und ihr, angelerntes, bequemes Wohnverhalten, umzustellen. Dies kann zu feuchten Wohnungen und Schimmel an den kalten Innenwandflächen der Außenwände führen. Mit vielfältigen und ausgeklügelten Lüftungssystemen werden moderne Wohnungen heute vollautomatisch belüftet und teilweise klimatisiert.
Krankmacher
Dennoch sind die gemessenen Luftschadstoffkonzentrationen in Neubauwohnungen und sanierten Objekten oft höher als in nicht sanierten Gebäuden. Die umhüllten Wände bilden mit Boden und Decke den größten Teil der Fläche. Auf das Wohlbefinden kann dieser „Kokon“ enorme Auswirkungen haben. Wer etwa ständig über Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit klagt, könnte regelmäßig Krankmacher einatmen. Auch alle, die unter Allergien und Atemwegsbeschwerden leiden, finden den Grund des Übels oft innerhalb der eigenen vier Wände, die per Gesetz immer luftdichter ausgeführt werden müssen. Wer nicht konsequent lüftet, hält jedoch schädliche Chemikalien und Substanzen wie etwa Formaldehyd zusammen mit der Wärme im Haus. Viele Schadstoffe haben keinen Geruch, einzige Lösung ist daher, sich rechtzeitig über unbedenkliche Baustoffe zu informieren und Produkte etwa mit dem eco-Logo zu wählen.
Einflüsse
Dabei sind es nicht nur die Baustoffe, die ihren Einfluss auf ein wohngesundes Wohlfühlinnenraumklima zeigen. Bei der Planung oder Erneuerung von Wohnräumen sind viele begleitende Einflüsse auf das zukünftige Innenraumklima für ein Behaglichkeitsempfinden der Bewohner zu berücksichtigen:
  • Art des Gebäudes, z. B. leichter Holzbau oder Massivbau
  • Außenwand mit Wärmedämm-Verbundsystem außen, Innendämmung oder monolithische Gebäude ohne weitere Dämmmaßnahmen
  • Geplante Be- und Entlüftung der Wohnräume
  • Art der Beheizung und zusätzliche Wärmequellen
  • Elektrische Ausstattung und Telekommunikation
  • Sommerlicher Wärmeschutz
  • Raumakustik und Bauakustik
  • Art der Nutzung und Nutzungszeiten verschiedener Räumlichkeiten
  • Planung der Farbgestaltung
  • Qualität der Lichtverhältnisse in den Wohnräumen bei Tageslicht sowie unter künstlicher Beleuchtung
  • Geplante Möblierung und Zimmerpflanzen in den Innenräumen
Allein die Nutzergewohnheiten der zukünftigen Bewohner sind meist vage formuliert oder wenig bekannt.
Emissionsarm
Dieses komplexe Thema der Wohngesundheit und emissionsarmer Wohnhygiene beschäftigt die Baustoffindustrie bereits seit vielen Jahren. Auch das Bundesumweltamt fordert für Innenräume seit Langem: „Die Auswahl emissionsarmer Bauprodukte stellt heute mehr denn je eine Notwendigkeit dar.“ Diese gibt es mittlerweile in allen Bereichen der Baustoffe, von Estrichen über Bodenbeläge bis hin zu Wohntextilien. Die Prüfungen sind sehr aufwendig und werden streng kontrolliert, durchgeführt von namhaften Prüfinstituten, z. B. eco-Institut in Köln oder TÜV.
Innenputze und -farben
Baumit beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den emissionsarmen oberflächenbildenden Materialien wie Innenputze und Innenfarben, die einen Großteil der Innenwand- und Deckenflächen ausmachen. In den Produktlinien Klima Kalkputze und Viton-Lehmputze finden sich alle vom eco-Institut emissionsarm geprüften Produkte. Seit 2016 auch der verarbeitungsfertige, pastöse Dünnschichtdeckputz KlimaDekor in den Kornstärken 1, 1,5 und 2 Millimeter.
Positive Eigenschaften
Neben den bekannten wohnklimabeeinflussenden positiven Eigenschaften eröffnen Kalk- und Lehmputze, naturbelassen oder auch pigmentiert, unzählige Gestaltungsmöglichkeiten. Der Fantasie sind hierbei kaum Grenzen gesetzt. Mit unterschiedlichsten Techniken und Werkzeugen lassen sich Putze formen und strukturieren.
Kreativ
Beliebt sind zur Zeit Kreativtechniken, die mit Kalk- und Lehmputzen gefertigt werden können. Interessante Oberflächenunikate entstehen, die als Kontrast zu oft weißen oder farbigen Wandflächen eingesetzt werden. Der durchgefärbte Kalkputz KlimaDekor lässt sich getönt in Pastelltönen als Oberputz ohne weitere Beschichtung herstellen. Dunklere Farbtöne werden mithilfe eines Anstrichs mit KlimaSilikatin erreicht. Da Kalkputze aufgrund des einsetzenden Abbindeprozesses nur eine gewisse Zeit oberflächlich zu bearbeiten sind, sollte die gewünschte Struktur vorab an Musterflächen getestet werden.
Lehmputz
Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten bietet der Lehmputz Viton und die Eigenschaft, die Flächen jederzeit neu zu gestalten. Da Lehmputz kein eingebundenes Bindemittel besitzt, lassen sich Lehmputzflächen wieder annässen und umgestalten. Dies ist vor allem bei kreativen Bemusterungen vorteilhaft, da evtl. missglückte Versuche durch das Annässen der Oberfläche einfach wiederholt und verbessert werden können – und das alles ohne Materialverlust. Viton Lehmputze können mit der Farbe KlimaSilikatin beschichtet werden.

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