Teil 2

Ökologie der Wärmedämmung

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Vor allem bei der Schimmelprävention sind Wärmedämm-Maßnahmen eine effektive Lösung. Foto: IpeG-Institut
Bei der Materialauswahl für eine Wärmedämmung spielen neben klimarelevanten Parametern auch gesundheitliche Aspekte eine Rolle.
Von Kerstin Paschko

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Vorbehalte bezüglich des Klimas können – wie im ersten Teil des Artikels – dem Nutzen einer Dämmung für das Klima gegenübergestellt werden. Der gesundheitliche Nutzen lässt sich hingegen nicht immer durch Zahlen darstellen. So schafft eine Wärmedämmung ein ausgeglicheneres Wohnklima, was auch Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden hat. Außerdem kann eine Wärmedämmung in vielen Fällen als Schimmelprävention angesehen werden. Schimmel in Innenräumen ist ein weitverbreitetes Problem.

Schimmelbefall

Laut WHO sind bis zu 50 Prozent der Innenräume betroffen. Der Zusammenhang zwischen Schimmelbefall und Atemwegsbeschwerden, Allergien, Asthma und verschiedenen Immunreaktionen ist wissenschaftlich belegt (WHO 2009, WHO 2010). Die Qualität der Innenraumluft ist gerade in unseren Breitengraden wichtig, da sich Menschen viel in der Wohnung bzw. auch bei der Arbeit in Innenräumen aufhalten. Wichtig bei der Schimmelprävention ist ein Gleichgewicht zwischen Feuchtigkeit, Luftwechselrate und Oberflächentemperatur. Kalte Wände und Wärmebrücken sorgen dafür, dass die Wand- und Deckentemperatur flächig oder punktuell kleiner als der Taupunkt sind, sich dort die Feuchtigkeit absetzt und auf den entstandenen feuchten Wänden Schimmel wächst. Neben einer Reduktion der Luftfeuchtigkeit durch Lüften sind eine Erhöhung der Wandoberflächentemperaturen bzw. eine Beseitigung der Wärmebrücken durch fachgerecht durchgeführte Dämmmaßnahmen unerlässlich. Die Alternative zur Sanierung einschließlich einer Wärmedämmung ist, mit dem Schimmel und seinen Folgen zu leben oder neben dem obligatorischen Lüften ständig zu heizen. Dies führt allerdings zwangsläufig zu einem höheren Energieverbrauch.

Schadstoffemissionen

Im Zusammenhang mit gesundheitlichen Bedenken werden schädliche Inhaltsstoffe und Schadstoffemissionen genannt. In Tabelle 1 ist eine Auswahl an bedenklichen Roh- bzw. Inhaltsstoffen aufgeführt. Flammschutzmittel, welche relativ häufig als bedenklich eingestuft werden, schützen vor einem Ausbreiten von Feuer im Brandfall und somit vor dem Entstehen giftiger Brandgase. Außerdem werden die Substanzen durch die Herstellung in den meisten Fällen chemisch oder in der Matrix gebunden, sodass es keine oder nicht relevante Schadstoffemissionen gibt. Daneben hat der Verbraucher keinen Kontakt zum Material, sodass hier keine Expositionsgefahr besteht. Tabelle 2 zeigt eine Zusammenfassung der ökologisch relevanten Faktoren für WDVS-Dämmstoffe. Unter Berücksichtigung der Amortisation fossiler Rohstoffe und

der primär eingebrachten Energie sind alle beschriebenen Dämmstoffe ökologisch. Gesundheits- und/ oder umweltschädliche Inhaltsstoffe liegen gebunden vor und stellen keine Gefahr dar. Als Brandschutzmittel schützen sie hingegen vor der Entstehung giftiger Brandgase und als Treibmittel oder Rohstoff haben sie eine essenzielle Funktion für die Dämmstoffwirkung und damit gegebenenfalls für die Schimmelprävention. Gemessene Schadstoffemissionen liegen deutlich unter den vorgegebenen Grenzwerten. Durch verschiedene Verwertungsmöglichkeiten kann die Nutzungsdauer verlängert oder ein Teil der eingebrachten Energie zurückgewonnen werden.

Im ganzen Haus

Fossile Petrolprodukte, giftige Zusatzstoffe und bei Brand schadstoff-emittierende Materialien lassen sich im ganzen Haus in einer Vielzahl von Funktionen finden. Sie befinden sich als Rohstoffe, Bindemittel und Klebstoffe in Möbeln, Spielsachen oder Lebensmittelverpackungen. Teilweise haben sie sehr kurze Nutzungszeiten und stehen im Gegensatz zu Dämmstoffen im direkten Kontakt zu den Verbrauchern. Die öffentlichen Diskussionen halten sich diesbezüglich jedoch in Grenzen.


Literatur

WHO Regional Office for Europe (2009). WHO Guidelines for Indoor Air Quality: Dampness and Mould. Copenhagen, WHO Regional Office for Europe.

WHO Regional Office for Europe (2010). Fachliche und politische Empfehlungen zur Verringerung von Gesundheitsrisiken durch Feuchtigkeit und Schimmel: (http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0016/121426/E92998G.pdf/).

Umweltbundesamt, 2013. Das Energiesparschwein. Informationen zum Wärmeschutz und zur Heizenergieeinsparung für Eigenheimbesitzer und Bauherren:

(www.umweltbundesamt.de/publikationen/das-energiesparschwein).

www.ipeg-institut.de

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